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Geschwister-Scholl-Gesamtschule

Auswahlverfahren stößt erneut auf Widerspruch

19.02.2013 | 15:38 Uhr
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Schulleiter Klaus Zielonka steht vor der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Brackel. Es gibt immer wieder Eltern, die sich über das Auswahlverfahren der Schule beklagen.
Schulleiter Klaus Zielonka steht vor der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Brackel. Es gibt immer wieder Eltern, die sich über das Auswahlverfahren der Schule beklagen.Foto: Oliver Schaper/Foto Schaper

Brackel.  In der Geschwister-Scholl-Gesamtschule melden sich Jahr für Jahr mehr Schüler für die neuen fünften Klassen an, als aufgenommen werden können. Folglich muss die Schule Bewerber abweisen. Das Auswahlverfahren stößt auf Kritik.

Dr. Anika Cyrus (39) ärgert sich über das in ihren Augen unrechtmäßige Auswahlverfahren der Schule. Ihr Sohn wurde vor einem Jahr mit einem Notendurchschnitt von 2,5 abgelehnt. Schulleiter Klaus Zielonka habe ihr damals mitgeteilt, dass die Ablehnung wegen "nicht entsprechender Leistungen" erfolgte.

Das sei vor allem vor dem Hintergrund des Paragraphen 1 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung Sekundarstufe I NRW nicht rechtens. Darin heißt es unter anderem, dass in Gesamtschulen Schüler unterschiedlicher Leistungsfähigkeit aufgenommen werden sollen.
Cyrus: "Die GSG setzt sich bewusst über gesetzliche Empfehlungen hinweg und damit über das Konzept von Gesamtschulen."

Hälfte der Plätze geht an Notenbeste
Klaus Zielonka räumt ein, dass 50 Prozent der Plätze an die Notenbesten vergeben werden, ein Drittel der Plätze geht an Geschwisterkinder, der Rest wird ausgelost. Zielonka: "Es gibt auch andere Gesamtschulen, die so verfahren." Die Schule mit dem Schwerpunkt Chinesisch sei eben ausgesprochen anerkannt und beliebt.

Den Erfolg führt Zielonka auch auf die leistungsorientierten Aufnahmekriterien zurück. Ihn nervt die Kritik an diesen Kriterien, der er sich in der Vergangenheit schon mehrmals ausgesetzt sah.
Negative Folgen für andere Schulen?
Dr. Anika Cyrus fordert nun alle Eltern auf, deren Kind ebenfalls wegen mangelnder Leistung abgelehnt wurde, Widerspruch einzulegen. Je mehr Eltern das tun, um so eher bekomme die Bezirksregierung Arnsberg etwas in die Hand, um gegen so ein Auswahlverfahren vorzugehen. Sie kämpfe für den Erhalt des Gesamtschulkonzeptes.

Außerdem sehe sie die negativen Folgen für die umliegenden Gesamtschulen, in denen sich die leistungsschwächeren Kinder sowie jene mit Migrationshintergrund konzentrieren, was einer erfolgreichen Integration abträglich sei. Sogar die Gründung einer Bürgerinitiative zieht sie nun in Erwägung.
Paritätischer Schülermix
Die Bezirksregierung Arnsberg hatte bereits vor gut einem Jahr erklärt, dass sie sich für die Gesamtschulen einen paritätischen Schülermix wünsche, was die Leistungsstärke angehe. Vorgeschrieben sei das aber nicht.
100 Schüler werden abgewiesen
Für das Schuljahr 2013/14 haben sich 275 Schüler an der Gesamtschule angemeldet, aber nur 175 können aufgenommen werden.

Von Andreas Schröter

Kommentare
20.02.2013
06:47
Endlose Diskussionen nerven - ab zum Verwaltungsgericht Gelsenkirchen
von nike8 | #1

Irgendwie nerven solche Streitereien. Nicht, weil sie in der Sache unbegründet wären. Es mag ja durchaus sein, dass die Auswahlkriterien unrechtmäßig sind. Oder sie sind rechtmäßig, auch das mag durchaus sein. Aber endloses Diskutieren bringt doch niemanden weiter! Und wenn die Bezirksregierung sich die Hände nicht schmutzig machen will und der GSG freie Hand lässt – ja, dann kann Frau Dr. Cyrus noch endlos klagen, ohne dass etwas geschieht.

Es gibt nur einen konsequenten Weg: Ab zum Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Schon bei der Abweisung ihres Sohnes hätte Frau Dr. Cyrus einen Antrag auf einstweilige richterliche Anordnung stellen müssen. Dann hätte eine unabhängige Instanz – nämlich die Richter am VG Gelsenkirchen – die Rechtmäßigkeit oder Unrechtmäßigkeit der Richtlinien bestätigt und es wäre Klarheit geschaffen worden.

Wichtig ist, dass ein Gericht mit einem solchen Urteil Rechtsfrieden schaffen kann. Und so würden wir heute schon längst nicht mehr über dieses Problem reden.

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