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Besuch beim OB

Auf Tuchfühlung mit der Politik

22.01.2012 | 15:28 Uhr
Auf Tuchfühlung mit der Politik
Schüler der Comenius-Grundschule besuchten OB Ullrich Sierau im Rathaus. Foto: Franz Luthe

Wambel.Die Nervosität ist ihnen anzusehen, als der große Herr Oberbürgermeister ihnen im lichtdurchfluteten Eingangsbereich des Rathauses die Hand entgegenstreckt. „Guten Morgen allerseits“, grüßt Oberbürgermeister (OB) Ullrich Sierau und schaut in 24 offene Münder. Die Klasse 4a der Comenius-Grundschule ist im Rathaus zu Besuch. Die kommunale Politik soll für sie erlebbar werden, nachdem sie sich im Schulunterricht zum ersten Mal mit Ratssitzungen, Beschlüssen und Parteien beschäftigt haben.

„Die Gelegenheit, das Rathaus zu besichtigen und den OB zu treffen, bekommen die Schüler nicht oft“, sagt die Klassenlehrerin Monika Flach. Das Thema Politik sei schwierig für Grundschüler. Zu groß sei der Begriff und zu alt die kindgerechte Schulliteratur, bemängelt sie.

Mittlerweile hat die Klasse am Tischoval im Saal der Partnerstädte Platz genommen. Stuhl an Stuhl zwischen den Wappenfahnen von Buffalo und Netanya. Viele der Schüler haben ihre Handys und Kameras gezückt und machen Fotos des Oberbürgermeisters. Das ist also der Mann hinter dem Amt, das sie bisher nur aus dem Schulunterricht kannten.

Die Schüler sind neugierig. Nach und nach gehen ihre Finger zur Frage in die Höhe. „Was machen Sie eigentlich den ganzen Tag?“ Wie trifft man eine schwierige Entscheidung? Und wird man als OB von Menschenmassen umzingelt, wenn man aus dem Haus geht?

Sierau grinst, nimmt das Mikrofon und plaudert aus dem Nähkästchen: Dass er sich bei seinem Amtseid als Planungsdezernent verhaspelt hat, dass er in seiner Freizeit am liebsten Schwimmen geht und dass er eigentlich noch gerne Meeresbiologie studieren würde, um die Ozeane zu retten.

Nach einer halben Stunde muss Sierau wieder los, „der Job ist schließlich stressig“, sagt er. Der neunjährige Robin lächelt trotzdem zufrieden, als er sich auf den Weg durchs Rathaus macht, um noch das goldene Buch zu sehen.

Jannis Carmesin

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