Auf dem Platz zählt Respekt
16.02.2010 | 17:05 Uhr 2010-02-16T17:05:00+0100
Wickede. Co-Trainer der D-Jugend beim B.V. Westfalia Wickede 1910, Leiter der Schul-AG für Jungen und Mädchen sowie der Angebote für Wickeder Kindergärten und Mittrainer der Mannschaft geistig Behinderter – Ralf Wiegand gehört als feste Säule zur Jugendarbeit von Westfalia Wickede.
„Er ist immer an der Front und wenn man ihn braucht, sagt er nie nein, irgendwie kriegt er es hin”, sagt Jugendleiter Wolfgang Krüger anerkennend.
Seine ehrenamtlichen Aktivitäten muss Wiegand zudem mit Schichtdienst und fünf Kindern zwischen vier und 22- Jahren unter einen Hut bringen. Wie das funktioniert? „Nur wenn die eigene Frau mitspielt”, sagt der Trainer. „Ohne die Familie geht das nicht, da muss ich den Hut ziehen”, ergänzt Krüger.
Was Wiegand als Trainer antreibt, sind „die Kinder und der Spaß am Spiel”. Der Trainer ist selbst Kicker, wuchs in Bövinghausen auf und spielte bei der SG Lütgendortmund. Seit 2002 hat er ganz offiziell den Trainerschein, bereits ein Jahr früher trat er Westfalia Wickede bei. Kurz vor dem eigentlichen Training blickt der 43-Jährige aus dem Vereinsheim auf den Rasen des Pappelstadions. Trotz Schnee und heftig auffrischendem Wind pöhlen dort schon drei seiner Jungs aus der D-Jugend. „Ich habe die Jugendlichen lieber hier, als wenn sie auf der Straße rumhängen und Alkohol trinken”, sagt Wiegand.
»Vor dem Aufstieg in die Sonderklasse«
Natürlich freue er sich über sportliche Fortschritte und Erfolge. „Wir stehen vor dem Aufstieg in die Sonderklasse. Damit haben selbst wir Trainer vor der Saison nicht gerechnet.” Damals galt die Parole: Jeder Punkt hilft gegen den Abstieg. Dennoch dürfen Siege nicht alles sein. „Wer das Training nicht ernst nimmt, kann gehen. Es geht um Respekt und Disziplin”, sagt Wolfgang Krüger und Ralf Wiegand ergänzt knapp: „Richtig.” Und das ist es auch, was beide den Jugendlichen mit auf den Weg geben wollen. Dabei profitiere Wiegand auch von seiner eigenen Erfahrung – einem fünffachen Vater macht eben so schnell niemand etwas vor.
Doch die viele Zeit, die Wiegand ehrenamtlich auf dem Platz verbringt, ist für ihn mehr als eine Leidenschaft. „Es ist auch ein kleines Dankeschön an den Verein, dass er mir als Trainer Vertrauen schenkt.”
Recht neu im Vereinsleben ist das Training mit geistig Behinderten. Bis zu neun Jugendliche kicken immer freitags im Pappelstadion. Für die Trainer bringt das aber auch eine Umstellung mit sich. „Man muss darauf achten, was man sagt.” Und wie man etwas sagt, denn ein Fußballer hört nicht gut. Ständiger Blickkontakt sei deshalb wichtig.
Doch das mindert nicht den Spaß. „Sie kommen gerne hierher, auch, wenn manche motorische Defizite haben.” Und es dürfen gerne auch mehr Kicker in der Mannschaft werden. „Problematisch ist allerdings der Transport zum Stadion”, erklärt Krüger, während Ralf Wiegand schon auf dem Weg zur Umkleidekabine ist – Besprechung vor dem Training. „Damit jeder weiß, was ich erwarte.”
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