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Attacke gegen Nachbarn kostet 700 Euro Strafe

26.07.2012 | 17:43 Uhr
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Attacke gegen Nachbarn kostet 700 Euro Strafe

Scharnhorst.   Zwei Familienväter aus Scharnhorst trafen sich wieder einmal vor Gericht: Was früher harmonisch ablief, mündete in einen nachbarschaftlichen „Krieg“. Höhepunkt der Auseinandersetzungen war eine Attacke, für die das Amtsgericht Dortmund nun ein Bußgeld von 7000 Euro verhängte.

Früher sah man sich auf Geburtstagsfeiern der Kinder, lud sich auch mal gegenseitig ein. Wann und warum sich das einst gute Verhältnis zwischen Herrn S. (31) und Herrn Sch. (41) so verschlechtert hat, konnte Amtsrichter Dr. Marko Tartsch nicht klären. Sicher ist nur: Zwischen den beiden herrscht Krieg.

Jetzt muss Herr S., der vor etwa einem Jahr in das Mehrfamilienhaus in der Siedlung Geismerg eingezogen ist, 700 Euro Geldstrafe wegen Körperverletzung zahlen – so lautet das Urteil von Amtsrichter Dr. Marko Tartsch. Am 24. März diesen Jahres gab Herr S. seinem Nachbarn im Keller des Hauses eine schallende Ohrfeige, wie er selbst zugab. Bereits vor nicht allzu langer Zeit saß Herr S. auf der Anklagebank, weil er seinen Kontrahenten beleidigt hatte: Das damals verhängte Strafmaß wurde jetzt in das neue Urteil miteinbezogen.

„Mir ist die Sicherung durchgebrannt“

„Ja, stimmt, ich habe ihm ins Gesicht geschlagen, aber nur mit der flachen Hand“, erzählte Herr S. , der aus seinem Herzen keine Mördergrube machte. „Mir ist die Sicherung durchgebrannt. Meinen Sie, ich habe Lust, wegen dieses Herren ständig zur Polizei rennen zu müssen?“ Dazu muss man wissen: Der geohrfeigte Herr Sch. ist auf der Polizeiwache Scharnhorst wohlbekannt, weil er Herrn S. ständig anzeigt. Die Verfahren werden jedoch meistens eingestellt.

Auch an jenem Tag, als sich die Zwei im Keller des Mietshauses trafen, hatte Herr S. wieder mal Post von der Polizei im Briefkasten. Diesmal soll er Herrn Sch. die Reifen zerstochen haben. Wie er denn zu der Anzeige komme, fragte Amtsrichter Dr. Tartsch den Nachbarn. Dessen Antwort: „Ich habe den Verdacht geäußert, weil für mich kein anderer in Frage kam.“ Der Amtsrichter holte tief Luft. „Man muss schon vorsichtig sein mit solchen Anzeigen. Sonst kommt man leicht in den Bereich der falschen Verdächtigung.“

Herr Sch. im Zeugenstand zuckte mit den Schultern. Und wusste noch zu erzählen, dass sich Herr S. aber auch nie an die Regeln halte. So zum Beispiel nicht an den Beschluss des Amtsgerichtes. Demnach darf sich Herr S. laut einstweiliger Verfügung seinem Nachbarn nicht mehr als zehn Meter nähern. „Und was ist? Gerade auf dem Flur kommt er schon wieder an“, zetert Herr Sch. Nun könne sich Herr S. ja schlecht in Luft auflösen, warf der Amtsrichter ein, schließlich säße man ja jetzt im Gericht auch weniger als zehn Meter voneinander entfernt. Und Herr S. auf der Anklagebank ereiferte sich: „Genau. Ich muss ja auch irgendwie aus der Haustür raus, wenn ich Sie sehe. Oder soll ich vielleicht übers Dach fliegen?“

Von Kathrin Melliwa

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