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Haus Wenge

„Alte Dame“ voller Überraschungen

24.01.2013 | 05:29 Uhr
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„Alte Dame“ voller Überraschungen
Lichtkünstler Uli Haller auf dem Dachboden des Haus Wenge.Foto: Knut Vahlensieck

Lanstrop.   Das Anwesen ist mehr als repräsentativ, an der Tür könnte ein Schild hängen: Zimmer frei! Denn in das Obergeschoss des Haus Wenge soll dauerhaft neues Leben ziehen.

Das Anwesen ist mehr als repräsentativ, an der Tür könnte ein Schild hängen: Zimmer frei! Denn in das Obergeschoss des Haus Wenge soll dauerhaft neues Leben ziehen. Der Lichtkünstler Uli Haller, der bereits seit drei Jahren an der Alekestraße 4 lebt und arbeitet, unterstützt das. „Bisher gab es niemanden, der Verantwortung übernommen hat.“ Es gab Wohngemeinschaften, darunter Leute, die es mit der Miete nicht ganz so ernst gemeint haben. Zum Obergeschoss gehören fünf Räume, die zwischen 20 und 50 Quadratmetern groß, sowie eine Küche und zwei Bäder. Veröffentlicht ist der Grundriss auch im Internet.

Büros sind möglich

Möglich ist auch, dass das Unternehmen TAZ, ein technisches Ausbildungszentrum mit Sitz in Körne, hier Büros einrichtet. Für Uli Haller macht das durchaus Sinn. Denn wie bereits berichtet will TAZ das Lanstroper Ei sanieren, als Qualifizierungsmaßnahme für junge Menschen etwa in den Bereichen Industriemechanik und Schweißen. Und der Weg von Lanstrop bis zur Landmarke in Grevel ist nicht weit. Ob es wirklich soweit kommt, sei noch nicht entschieden, Verträge stünden noch aus.

Uli Haller zieht es aber noch ein Stockwerk höher. Auf dem Dachboden fallen sofort die massiven Holzbalken auf, in einer Ecke hängt eine Antennenkonstruktion herunter. „260 Leute waren beim Tag offenen Denkmals im September hier.“

Über eine knarzende Holztreppe gingen die damals nach oben, ein Steg erinnert noch heute daran. „Ich bin der Freiwilligen Feuerwehr sehr dankbar.“ Der ehemalige Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny, auch Mitglied des Geschichtskreises Scharnhorst, hatte den Kontakt vermittelt. Rund drei Stunden hatten bis zu acht Helfer alle Hände voll zu tun.

Schätze auf dem Dachboden

Und in die Hände spucken möchte auch Haller. Den Dachboden mit seinen 200 Quadratmeter Grundfläche und rund zwölf Metern Höhe würde er gerne als Atelier herrichten. „Darauf bin ich unheimlich scharf“, sagt der 36-Jährige, der an der Fachhochschule Dortmund sein Diplom baute. Einen Glaskubus kann er sich vorstellen. Vom Denkmalschutz her, unter dem das Gebäude steht, sei das unproblematisch – solange die Fassade nicht betroffen sei. Dennoch will er zunächst die weiteren Entwicklungen in Sachen Vermietung entwickelt.

Doch Stöbern kann man ja jetzt schon mal. Dazu gibt es hier mehr als genug Material. Ein Stuhl aus Indien, alte technische Gerätschaften, ein Hochrad sowie einen Puppenwagen aus Metall, beides hat Haller schon mal repräsentativ drapiert. „Das sind Sachen aus aller Herren Länder“, die sich in Kisten verbergen. Offensichtlich hat jeder, der einmal im Haus Wenge wohnte, so seine Spuren hinterlassen. Ohnehin bezeichnet Haller das Gebäude als „eine Büchse der Pandora, die voller Überraschungen steckt“ – aber auch als „Riesenprojakt“.

Wolfgang Maas

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