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Akuter Mangel an Kita-Plätzen in Brechten

23.02.2013 | 00:58 Uhr
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Karima Hafdhi und Mario Volmer sind auf der Suche nach einem 45-Stunden-Kindergartenplatz für ihre Tochter Cherien.
Karima Hafdhi und Mario Volmer sind auf der Suche nach einem 45-Stunden-Kindergartenplatz für ihre Tochter Cherien.Foto: Oliver Schaper

Brechten.  Karima Hafdhi und Mario Volmer haben ein Problem: Für ihre Tochter Cherien, die im August drei Jahre alt wird, finden sie in Brechten keinen Kindergartenplatz. Jetzt soll ein neuer Kindergarten gebaut werden. Doch für die Familie kommt er zu spät.

Weil Cherien bisher die Krabbel- und Zwergengruppe des evangelischen Kindergartens besucht hat, waren sie fast sicher, ihre Tochter auch weiter dort unterbringen zu können. Doch dann kam die Absage.

Dazu Kindergartenleiterin Ulrike Stead: "Es tut mir unheimlich leid, dass wir nicht alle Kinder unterbringen können." Aber so schwer wie in diesem Jahr sei es noch nie gewesen.

Mehrere Faktoren kommen zusammen

Vorzugsweise würden Kinder berücksichtigt, die bis zum 1. August drei Jahre alt werden, deren Mütter (oder Väter) alleinerziehend sind, deren Geschwister bereits den Kindergarten besuchen oder die behindert sind (Stead: "Wir sind ein integrativer Kindergarten"). All diese Kriterien treffen nicht auf Cherien zu.
Eine Besonderheit in ihrem Fall ist zudem, dass ihre Eltern einen 45-Stunden-Platz brauchen. Und den bietet in Brechten derzeit nur der evangelische Kindergarten an der Widumer Straße.
Neuer Kindergarten kommt spätestens 2014

Im katholischen Kindergarten hat Leiterin Annette Sudhoff-Sielarek der Familie zudem erklärt, dass Kinder, die nicht getauft worden sind - und das trifft auf Cherien zu - nicht aufgenommen werden. Für den evangelischen Kindergarten dagegen sei die fehlende Taufe kein Hinderungsgrund, so Ulrike Stead. Auch Annette Sudhoff-Sielarek beklagt die besonders prekäre Situation in diesem Jahr.Die soll sich nun ändern: Bereits Ende dieses Jahres oder Anfang 2014 könnte in der Brechtener Heide ein neuer Kindergarten eröffnen. Stadtsprecherin Anke Widow bestätigte, dass die Ausschreibung in Kürze veröffentlicht werde. Mario Volmer kommentiert diese Nachricht so: "Das kommt für uns zu spät. Wir brauchen in diesem Sommer einen Platz."
Betroffene: Politik zu zögerlich

Wenn die Bezirksvertretung Eving vor zwei Jahren nicht so zögerlich gewesen wäre, könnte hier schon lange ein Kindergarten stehen, so Volmers Meinung. In der Tat hatte sich die Bezirksvertretung Anfang 2011 gegen die Stimmen der SPD zunächst gegen einen neuen Kindergarten entschieden.
Stadtelternratsvorsitzende Marleen Wildner will sich nun dafür einsetzen, dass Cherien einen 45-Stunden-Platz in einer Fabido-Einrichtung im Stadtbezirk Eving bekommt.

Der neue Kindergarten in der Brechtener Heide soll fünf Gruppen mit Platz für insgesamt 95 Kinder umfassen - davon sind 73 Ü3- und 22 U3-Plätze.

Von Andreas Schröter

Kommentare
23.02.2013
13:13
Akuter Mangel an Kita-Plätzen in Brechten
von xxyz | #1

In NRW soll kein Kind zurückbleiben. Was für ein inhaltsleerer Spruch.

Es ist auch wieder schön zu sehen, wie die Auswahl zurzeit das Leben bestimmt. Als Kind hat man nur die Chance einen Kindergartenplatz zu bekommen, wenn man einer bestimmten förderungswürdigen Gruppe angehört.

Es ist auch ärgerlich, dass die NRW-Politik, die ja offiziell für viele Staatsleistungen insbesondere auch im Erziehungsbereich eintritt, total versagt. Die Religionen drängen immer stärker in den Markt.

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