Ärger vor der Aussprache
26.01.2012 | 16:27 Uhr 2012-01-26T16:27:00+0100
Asseln.Eigentlich sollte es eine Aussprache werden zwischen Gegnern und Befürwortern der geplanten Ortsumgehung OWIIIa gen Unna. Dafür war der 3. März ausgeguckt. Doch nun droht die öffentliche Veranstaltung zu platzen. Pfarrer Ulf Schlüter, der die Diskussion im Asselner Gemeindehaus moderieren sollte, sagte bereits ab.
Auch Brackels Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka zeigt sich inzwischen sauer und erwägt, seinen Vorschlag für das Gespräch zurückzuziehen. Entscheiden soll nun die Bezirksvertretung am 9. Februar.
Üble Nachrede
Seit Tagen brodelt es hinter den Kulissen. Quelle des Disputs ist offenbar der AWo-Newsletter Nr. 521, der am 22. Januar an die 900 Abonnenten im Nordosten verschickt wurde. Darin wird in einem Beitrag der Bürgerinitiative „BISuF - Schützt unseren Freiraum“ behauptet, Pfarrer Ulf Schlüter habe in seinem Gottesdienst am 22. Januar „laut Aussagen von Teilnehmern des ev. Gottesdienstes in Asseln“ gepredigt, „dass der Weiterbau der OWIIIa notwendig und eine mögliche Südvariante eine Lärmquelle für die benachbarten Bewohner/innen im Süden darstellen würde“. Also Ein Pfarrer missbrauche sein Amt für verkehrspolitische Propaganda. Das Dementi Schlüters folgte auf dem Fuße.
Die Aussagen in dem AWo-Mail-Verteiler seien erlogen. Nichts als üble Nachrede. Niemals habe er das gesagt. „Wie ich es übrigens bisher in überhaupt keinem Gottesdienst getan habe, da ich es nicht pflege, zu solchen Themen im Gottesdienst - geschweige denn in meinen Predigten - irgendwelche Aussagen zu treffen.“ Er, Schlüter, erwarte kurzfristig eine Richtigstellung. Inzwischen entschuldigte und korrigierte sich die Bürgerinitiative bei Schlüter. BI-Sprecher Stefan Herbst gegenüber unserer Zeitung. „Wir bedauern es sehr, dass der Sachverhalt falsch aufgefasst, entsprechend unrichtig wiedergegeben und auch noch einer falschen Gemeinde und somit auch einem nicht betroffenen Pfarrer zugeordnet wurde.“
Schlüter sagt ab
Das Fass zum Überlaufen brachte nun eine „gemeinsame Erklärung“ der beiden Bürgerinitiativen „Schützt unsere Freiräume“, „Gemeinsam für Brackel“ sowie der Verbände BUND (Bund Umwelt und Natur) sowie NABU (Naturschutzbund Deutschland). Darin stellen die Vier fünf Bedingung für die Teilnahme an dem Streitgespräch am 3. März. Die Erste: „Ein Moderator, der ein Vertreter der Pro- oder Kontra-Seite ist, kommt für uns ebenso wenig in Frage wie ein direkter Anwohner des Hellweges oder ein von einem eventuellen Ausbau der OWIIIa betroffenen Anwohner.“ Damit lehnen die Verbände und Bürgerinitiativen Ulf Schlüter ab, der privat die Umgehungsstraße befürwortet und mit dem Gemeindehaus auch Anwohner des Hellwegs ist. Unsere Zeitung konfrontierte Schlüter mit der „Erklärung“. Seine Reaktion: „Dass ein Moderator von seinem Wohnort und ggf. auch von seiner ganz persönlichen Meinung abstrahieren und eine faire Moderation gewährleisten kann, halten die Verfasser der öffentlichen Erklärung offenbar gar nicht erst für möglich.“ Und: „Angesichts dieses (...) erheblichen Misstrauens meiner Person gegenüber (...) macht es wenig Sinn, wenn ich (...) die Rolle eines Moderators in dieser Sache übernehme.“
Bezirksbürgermeister Czierpka bedauert Schlüters Absage. Er, Czierpka, müsse sich fragen, ob die Aussprache unter diesen Vorzeichen noch Sinne mache. Die Antwort solle die Bezirksvertretung am 9. Februar geben, die ohnehin über die Veranstaltung noch abzustimmen gehabt hätte.
Czierpka ist sich sicher: „Heiner Geißler wird nicht nach Asseln kommen!“
11:09
Das man als Bezirksbürgermeister nach den bisherigen Dikussionen mit immer den gleichen Profilneurotikern wie Wilhelm Auffahrt oder mit rein egoistisch motivierten wie Stefan Herbst, der die AWo für seine privaten Anliegen mißbraucht, mal irgendwann genug hat, ist nur mehr als verständlich.
Da versucht mal wieder eine kleine Gruppe von 20-30 Leuten Stuttgart21 nachzueifern. Wenn man dann auf den Artikeln der Linken von Wilhelm Auffahrt liest, dass quasi 100er Leute bei den Begehungen dabei waren, kann man ihn nur bedauern.
11:54
"Falsche Gemeinde, nicht betroffener Pfarrer"? Bin verwirrt. Wer hat denn nun was wo gepredigt? – Natürlich macht es wenig Sinn, wenn ein unmittelbar Betroffener die Moderation übernehmen soll oder will. Die Bürgerinitiativen und Verbände wünschen sich doch auch ausdrücklich einen unparteiischen Moderator und schlagen niemanden aus ihren eigenen Reihen vor. - "... erlogen. Nichts als üble Nachrede..." Hört sich schwer beleidigt an, der Herr Pfarrer. Und sowas als sachlicher Moderator? Gottseidank nicht. "Gott hat uns Menschen die Fürsorge für die Erde anvertraut und uns den Auftrag gegeben, die Schöpfung zu bewahren" (Zitat: Konzeption Ev. Kirchengemeinde Asseln: Woran wir glauben). Natürlich soll und kann Herr Schlüter privat eine andere Meinung haben, Pfarrer ist eben auch nur ein Job. Dass Herr Czierpka das Missgeschick gern zum Anlass nehmen würde, sich vor einer sachlichen Aussprache zu drücken, wen wunderts.
23:31
Kindergarten! Von einem Pfarrer hätte ich mehr Souveränität erwartet.
Es ist doch wohl mehr als klar, dass jemand der bereits eine klare Meinung hat (und diese auch gerne der Presse mitteilt) nicht so gut geeignet ist.
Das jetzt auch noch unser Bezirksbürgermeister ins gleiche Horn schlägt, ist mehr als traurig.