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Neustart zum Wohle der Kinder

30.11.2007 | 21:08 Uhr

Neustart bei den städtischen Jugendhilfediensten. Strich unter das, was war. Unter Mangelbesetzung. Arbeitsüberlastung. Frust. Statt dessen volle Konzen-tration auf das, was kommt, ab 1. Januar, mit dann deutlich mehr Personal. ...

... Dezernentin Waltraud Bonekamp jedenfalls verspürte gestern auf der Mitarbeiterversammlung "eine gewisse Aufbruchsstimmung". Rückblende: Im Herbst 2006, gerade war irgendwo in Deutschland mal wieder ein Kind von den Eltern zu Tode gequält worden, gehen die Mitarbeiter der städtischen Jugendhilfedienste auf die Straße. Protest gegen hoffnungslose Überlastung. Reines Glück, sagen sie, dass in Dortmund noch kein Kind sterben musste. Nur eine Frage der Zeit, wann das passiert.

Die Stadt reagiert, gibt ein Gutachten in Auftrag. Und in der Tat ermittelt die Gemeindeprüfungsanstalt einen Fehlbedarf von 20,5 Stellen.

Zurück im Hier und Jetzt: Zum 1. Januar 2008 sind 14 dieser Stellen besetzt. Kritik an der Dauer des Verfahrens lässt Bonekamp nicht zu. "Wir haben gleich nach den Sommerferien ausgeschrieben. Wir wollten gute Leute, die bestmöglichen. Und wenn die ausgewählt sind, muss man auch noch Kündigungsfristen beachten." Kurzum: "Schneller ging's nicht."

Seit gestern ausgeschrieben sind die 6,5 Planstellen in Führungspositionen. Sie sollen intern besetzt werden. Durch aufrückende Kollegen mit Erfahrung in der Jugendhilfe, die zusätzlich im Laufe des nächsten Jahres "umfangreich qualifiziert" werden. Versichern Ulrich Bösebeck, Leiter des Jugendamtes, und sein Chef für erzieherische Hilfen, Bodo Weirauch.

Die rund 100 Mitarbeiter, die gestern gemeinsam mit Bonekamp, Bösebeck und Weirauch an den Zukunftskonzepten feilten, würden das Projekt "Jugenhilfedienste 2010" konstruktiv und kommunikativ begleiten.

Fest steht, dass sie künftig verstärkt präventiv und mehr als bisher ambulant agieren sollen. Probleme durch Präsenz vor Ort lösen, Familien individuelle, passgenaue und damit wirksamere Lösungen anbieten. Mehr beraten. Die "Menschen über einen längeren Zeitraum begleiten" - und nicht nach der Hilfeplanung mit sich allein lassen. Und dann auch nachhalten, ob die getroffenen Maßnahmen zum gewünschten Ziel führen. Immerhin das ist schnell und einfach formuliert: "Das Wohl des Kindes steht über allem anderen", sagt Bösebeck.

Die Jugendhilfe als Dienstleisterin: "Das ist eine neue Philosophie, die wir in den Köpfen der Mitarbeiter verankern müssen", weiß Bösebeck. Er geht davon aus, dass alle mitziehen. Das interne Klima sei keineswegs vergiftet.

Von Frank Fligge

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