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Kino im Stadion

Neues Tatort-Team erobert Dortmund

19.08.2012 | 18:00 Uhr
Auch waschechte Dortmunder sind im neuen Dortmund-Tatort zu sehen: Schauspieler Rolf Dennemann (re.) kennen die Dortmunder vor allem durch seine Aufführungen mit seiner Schauspieltruppe.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Dort wo die Zuschauer sonst mit ihren Borussen mitgehen, fieberten sie am Freitagabend dem neuen Dortmund-Tatort entgegen: Die erste Folge „Alter Ego“ wurde vorab im Kino im Stadion gezeigt.

Frisch aus Lübeck nach Dortmund versetzt, kann der neue Leiter der Mordkommission, Peter Faber, vollen Erfolg auf ganzer Linie für sich verbuchen: Der Fall ist gelöst, er hat – nur knapp – überlebt und, was vielleicht am schwierigsten war, er hat die Sympathie der Dortmunder gewonnen.

Ein bisschen anders ist das Team, das der Westdeutsche Rundfunk auf die Straßen des Ruhrgebiets geschickt hat. So war es angekündigt und so wurde es am Freitagabend bei der Vorpremiere von „Alter Ego“ im Kino im Stadion eingelöst. Jörg Hartmann hat seinen Kommissar Faber als etwas schrulligen Typen mit ironisch-trockenem Humor angelegt. Dabei verzichtet der gebürtige Herdecker auf jede Form von Ruhrgebiets-Romantisierung. Faber, der in der Einstiegs-Folge frisch aus Lübeck nach Dortmund versetzt wird, ist weder BVB-Fan , noch bollert er sich im Ruhrdialekt durch die Gespräche.

Sperriger Typ kommt beim Publikum gut an

Das kam gut an beim Publikum : „Der ist ein sperriger Typ, nicht so linienförmig“, ist Gert Burckhardt positiv aufgefallen. „Das ganze Team hat uns supergut gefallen. Ganz unterschiedliche Typen – das wird noch spannend“, freut sich seine Frau Arnhild. Der Dortmunder Kabarettist Bruno Knust lobt: „Ich habe nicht so einen durchgeknallten Typen erwartet. Das ist ein temporeiches, spannendes Ding.“

Auch der Umgang des WDRs mit der Kulisse ist gut angekommen: „Die Geschichte stand im Vordergrund, da bin ich im Grunde froh drüber“, sagt Gert Burckhardt. Als Dortmunder hatte er die Befürchtung, dass zu tief in der Klischeekiste gegraben würde. Aber die Zeiten, als sich das Revier trotzig mit seinem spröden Industriebild in Szene setzten mussten, sind offenbar vorbei. Der Blick vom Deusenberg zeigt für Kenner wie Arnhild und Gert Burckhardt Huckarde, für den Rest der Bundesrepublik Landschaft.

Genauso dezent wird mit Landschaftsmarken umgegangen: der U-Turm ist zu sehen, die Stadt- und Landesbibliothek aus der Vogelperspektive taucht immer wieder auf – vor allem Dortmunder werden dieses Bild kennen. „Das ist ein positives Bild der Stadt“, findet Mike Schulte. Auch wenn er den Tatort vor Stadion-Kulisse gesehen hat, geht ihm das Herz auf, den Signal-Iduna-Park und den Phoenix-See in einem bundesweit ausgestrahlten Krimi zu sehen.

Befragung im Taubenschlag

Inhaltlich hat das Filmteam an die Geschichte Dortmunds angeknüpft. Der Vater des ersten Mordopfers wird im Taubenschlag befragt. Der schmiegt sich klapprig an die Rückseite der Häuser an der Weingartenstraße, die in Zeiten als das Stahlwerk dort stand, schon bessere Tage gesehen haben. „Der Tauben-Vatter hat mir gefallen“, lobt Lotta Czygan. „Ich finde, der war gut getroffen.“ Neben dem Ex-Stahlarbeiter begegnet das Team während der Ermittlungen auch dem reichen Erben einer Stahldynastie.

Premiere Tatort Dortmund

Die Ermittlungsweise des Teams wurde von professioneller Warte aus beobachtet: Dortmunds Polizeipräsident Norbert Wesseler ist mit dem neuen Kollegen nach dem gelungenen Einstieg bestens zufrieden. „Der Tatort ist spannend gemacht und die Kommissare haben Entwicklungspotenzial. Das ist gut“, findet Wesseler. Aufgefallen ist ihm aber auch: „Die haben sich bei den Ermittlungen nicht rechtswidrig verhalten. Das ist schon wichtig, dass so ein Krimi nicht an der Realität vorbei geht.“

Maike Rellecke


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