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Brackeler Straße

Neues Blitzgerät soll die Lkw fernhalten

03.01.2013 | 20:00 Uhr
Neues Blitzgerät soll die Lkw fernhalten
Feinstaub - Messstation in der Umweltzone an der Brackeler Straße in der Dortmunder Nordstadt.Foto: Helmuth Vossgraff

Dortmund.  Die Brackeler Straße bleibt das Sorgenkind: Die Feinstaubwerte sind immer noch zu hoch. Folge: Die Stadt verschärft die Kontrollen. Ab Frühjahr soll eine rund 250.000 Euro teure Blitzanlage installiert werden, die alle Lkw-Fahrten aufzeichnet.

Die schärferen Regeln für die Dortmunder Umweltzone allein werden den von Feinstaub gebeutelten Anwohnern der Brackeler Straße wohl keine Entlastung bringen. Der wunde Punkt: Es fehlt an Kontrollen. Genau da will das städtische Umweltamt ansetzen - und im Frühjahr eine Blitzanlage installieren.

Zwar gelten seit Januar neue Spielregeln, nach denen Autos mit roten Plaketten in der Dortmunder Umweltzone nichts mehr zu suchen haben. Nur: In der Brackeler Straße galten die Verbote auch schon vorher - und dennoch hat die Stadt ihr „Feinstaubbkonto“ auch 2012 wieder überzogen.

An insgesamt 35 Tagen/Jahr dürfen die Höchstwerte überschritten werden, tatsächlich stehen 38 Tage auf dem Konto. Das sind zwar deutlich weniger als 2011 mit satten 49 Überschreitungstagen. Aber zugucken und darauf hoffen, dass die Feinstaubwerte sinken , kann sich die Stadt nicht leisten: Andernfalls droht ihr ein Vertragsverletzungsverfahren durch die EU.

Brackeler Straße wird kaum kontrolliert

Das Problem: Der rund 300 Meter lange Abschnitt der Brackeler Straße zwischen Borsigplatz und Am Spähenfelde wird kaum kontrolliert, wie Baudezernent Martin Lürwer bereits im Frühherbst kritisierte. Bis zu 1000 Lkw-Fahrten habe man dort gezählt - am Tag. Und das, obschon der Abschnitt für Brummis seit geraumer Zeit über 3,5 Tonnen gesperrt ist. Im Oktober setzten Polizei und Ordnungsamt ein Ausrufezeichen, als sie bei Kontrollen innerhalb von zwei Stunden 16 Lkw und 31 Autos mit roter Plakette erwischte. Danach wurde es wieder still um die Brackeler Straße.

„Wir müssen gegensteuern“, kündigte Umweltamts-Vize Rainer Mackenbach damals an. Genau das will man jetzt tun: Voraussichtlich im Früjahr will die Stadt eine Blitzanlage installieren. Dabei gehe es zwar auch um Tempomessungen, wie Werner Höing vom städtischen Umweltamt erklärt. Wichtiger aber noch: Das neue Blitzgerät werde in der Lage sein, alle Lkw zu erfassen, die über den gesperrten Abschnitt fahren, völlig unabhängig von ihrem Tempo.

Zwar ließen sich Lkw dadurch nicht an Ort und Stelle stoppen - das Bußgeld aber kommt in jedem Fall. Annähernd 250.000 Euro ist der Blitzer der Stadt wert. „Das Geld wird die Anlage wieder einspielen“, ist Höing sicher. Ihren anderen Pfeil zur Bekämpfung des Feinstaubs lässt die Stadt (vorerst) im Köcher: Die Idee, schon 2013 ausschließlich Autos mit grüner Plakette fahren zu lassen, kommt wohl nicht zum Tragen.

„Uns liegt ein solcher Antrag nicht vor“, sagt Christian Chmel, sprecher der Arnsberger Bezirksregierung. Nach wie vor gelte der Luftreinhalteplan. „Und da steht drin, dass diese Verschärfung erst ab Juli 2014 greift.“

Gregor Beushausen


Kommentare
04.01.2013
14:50
Neues Blitzgerät soll die Lkw fernhalten
von Nordstaedtler | #2

Es ist sowieso ein Witz, dass "zufällig" die Straße mit dem Messgerät besonders schützenswert ist. Zwei Straßen weiter ist die Belastung genauso hoch, nur interessiert das dann keinen, weil es nicht sanktioniert wird.

Noch wirkungsvoller und gleichzeitig noch unnützer wäre eine große Plastiktüte über dem Messgerät. Schon gibts keine Überschreitungen mehr.

04.01.2013
13:29
Neues Blitzgerät soll die Lkw fernhalten
von xxyz | #1

LKWs werden in der ganzen Stadt nicht bzw. sehr selten kontrolliert.
Die Verbote sind damit überwiegend wirkungslos.

Es ist schon erstaunlich, woher plötzlich das Geld kommt und was für ein enormer Aufwand in diese Umweltzone gesteckt wird, ohne dass es vermutlich zu Verbesserungen bzgl. der Umwelt kommt.

Die roten Autos waren ja auch noch nach dem 1.1. auf den Schildern der Uweltzone.

Viel Show, wenig Erfolg und das Geld ist weg. Das passt zu Dortmund.

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