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Neuer Vermieter schickt Inkasso-Eintreiber in die Erpinghof-Siedlung

15.08.2012 | 15:48 Uhr
Neuer Vermieter schickt Inkasso-Eintreiber in die Erpinghof-Siedlung
Die Firma Grand City Properties ist neue Vermieterin der Erpinghof-Siedlung in Huckarde. Die Probleme der Mieter bleiben.Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.   Als die Inkasso-Eintreiber der Firma Grand City Properties an der Türe schellten, wussten die Mieter in der Huckarder Erpinghof-Siedlung, dass sie einen neuen Vermieter haben. Das Kapitel Terra Heimbau hat sich damit schneller erledigt als gedacht. Die Probleme der Mieter bleiben.

Als die Inkasso-Eintreiber der Firma Grand City Properties an der Türe schellten, wussten die Mieter in der Huckarder Erpinghof-Siedlung, dass sie einen neuen Vermieter haben. Das Kapitel Terra Heimbau hat sich damit schneller erledigt als gedacht. Die Probleme der Mieter bleiben.

„Unverschämt“ findet Dr. Tobias Scholz das Haustür-Inkasso-Geschäft. Wie der Mieterverein herrausfand, wurden insgesamt 839 Wohneinheiten in Dortmund bereits im Frühjahr verkauft. Darunter 349 im Echeloh (Lüdo), 221 in der Erpinghof-Siedlung (Huckarde) sowie 46 nahe des Dorstfelder Hannibals .

Verunsicherte Mieter

Mitgeteilt worden war das keiner Seite, entsprechend verunsichert waren jetzt Mieter, die sich mit ungebetenem Besuch auseinandersetzen mussten. Abwesende Mieter fanden Forderungsbriefe im Kasten mit dem Vermerk: „Bitte nehmen Sie diesen Brief ernst!“

Nach Erkenntnissen von Dr. Tobias Scholz vom Mieterverein ist die Terra Heimbau stickum verkauft worden. Kein Hinweis an die Mieter, kein Eintrag im Grundbuch. „Nicht nur die Wohnungen, sondern die Gesellschaften als Ganze einschließlich der Wohnungen sind veräußert worden“, so Scholz. Hinter Grand City Properties ständen zwei Investoren aus Israel, so der Mieterverein. Nach Recherchen der WAZ Mediengruppe ist das junge Unternehmen seit diesem Jahr an der Börse notiert. Knapp 50 Prozent gehören der Gesellschaft Edolaxia, knapp die andere Hälfte der Valuemonth.

Fangnetze am Schiefer

Was bedeutet der Besitzerwechsel für die Bewohner? „Die Firma ist in Dortmund keine Unbekannte“, so Scholz. Sie habe einen Hochhaus-Komplex in Aplerbeck mit 366 Einheiten in der Erbpachtstraße erworben. „Dort können wir keine Investitionen beobachten“, so Scholz. „Seit vier Jahren hängen noch immer die Fangnetze an den Schieferfassaden.“ Und weiter: „Bei Grand City fällt uns daher ein optimistischer Blick in die Zukunft sehr, sehr schwer.“

Das Unternehmen selbst verspricht auf seiner Homepage ein „hohes Maß an Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein“. Den bedrängten Mietern rät der Verein, keinen Forderungen wegen Mietkürzungen nachzukommen.

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Kommentare
30.09.2012
23:47
Neuer Vermieter schickt Inkasso-Eintreiber in die Erpinghof-Siedlung
von DR.House1 | #5

Na herzlichen Glückwunsch..das ist doch bestimmt der vierte oder fünfte Eigentümer/verwalterwechsel..
Leute, wenn da so ein Blödmann vor der Tür steht und unberechtigter weise Gled von euch haben will, dann schließt ihr kommentarlos die Tür. Er darf dann gern mit der Polizei wiederkommen wenn er das meint.Blos nicht einschüchtern lassen von zurückgebliebenen Nichtsnutzen.

Ich habe es schon mehrfach erwähnt.....armes Deutschland....wen soll man blos noch wählen?

16.08.2012
18:33
"Netter" neuer Vermieter ...
von casella | #4

... gleich mit rechtswidrigen Aktionen gegen die Mieter vorgehen - das lässt ja für die Zukunft echt hoffen! Aber bevor jetzt das grosse Gejaller losgeht - mal zurückdenken - auch wenn es schwer fällt - wem wir das Dilemma zu verdanken haben. Richtig: Es war die rot-grüne Bundesregierung, die unter tosendem Applaus der schwarz-gelben Oppostion 1999 die Steuer- und Wirtschaftsgesetze so änderte, dass "endlich" auch die Globalisierung in Deutschland einziehen konnte. Nun dürfen die Mieter das Dilemma ausbaden. Schön auch, wenn man dann von den Parteien (SPD, Grüne, CDU, FDP) vermeintliche Unterstützung vor Ort erhält, die einem das Problem seinerzeit eingebrockt haben!

16.08.2012
11:10
Inkasso unnötig und illegal
von vaikl2 | #3

Frisch beim WDR gemeldet: Das Dortmunder Amtsgericht hat die Annington dazu verdonnert, künftig Mietrückstände nicht mehr per Inkasso-Unternehmen einzutreiben. Das könne ein Immobilien-Unternehmen durchaus selbst organisieren, so dass Mietern dadurch keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Bitte nehmen Sie dieses Urteil ernst, Herr Windfuhr.

16.08.2012
09:18
Neuer Vermieter schickt Inkasso-Eintreiber in die Erpinghof-Siedlung
von knueppeljunge | #2

"Ich wäre froh gewesen, wenn man mich kontaktiert hätte, bevor man mit Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen ist" meinte der Vorstandschef

Dito
Die Mieter wären sicher auch froh gewesen, man hätte sie seitens des neuen Vermieters kontaktiert, bevor das Inkasso-Unternehmen losgeschickt wird.
In dem Vorgehen hätte die Mieter (also Kunden) sicher auch nicht Schlimmes gesehen.

16.08.2012
06:59
Neuer Vermieter schickt Inkasso-Eintreiber in die Erpinghof-Siedlung
von Thomas75NRW | #1

Es wäre auch sinnvoll gewesen, Mieter über offene Forderungen zu informieren statt gleich Inkassovereine zu schicken, die sich an der Nummer die Taschen füllen.
Wenn vorherige Vereine die Mietminderungen provoziert haben, sollten sich die neuen Eigentümer mal fragen, warum das so ist.
Wer heute noch ehrlich ist, kommt auf keinen grünen Zweig

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