Neuer Klinikum-Chef: 130 Stellen müssen wegfallen

Sparen, und zwar jetzt! Nur 72 Tage nach seinem Amtsantritt hat der neue Klinik-Chef Rudolf Mintrop angekündigt, dass am Klinikum Dortmund 130 Stellen wegfallen müssen. Das Defizit des Krankenhauses geht in die Millionen. Mintrop kritisiert die Spar-Ansprengungen der vergangenen Jahre.

Dortmund.. 100 Tage Zeit hatte er sich erbeten, am 72. Tag seit Arbeitsbeginn legte der neue Chef des Klinikums am Mittwoch dem Betriebsrat eine Art "Feuerlösch"-Programm vor.

Rudolf Mintrop, seit 2013 neuer Hauptgeschäftsführer des Klinikums, kann es sich nicht leisten, Zeit zu verlieren bei der Konsolidierung des Haushalts von Westfalens größtem Krankenhaus. Unter dem Jahresabschluss 2012, der endgültig im Juni vorliegen soll, wird ein Defizit von gut 6 Millionen Euro stehen.
Keine betriebsbedingten Kündigungen

Innerhalb der nächsten zwei Jahre, so der Plan Mintrops, müssen 130 Stellen in allen Bereichen des Klinikums abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen schließt der 57-jährige Diplom-Volkswirt aus.Vom Arbeitsplatzabbau nicht verschont bleiben auch Ärzte und Pflege, aber Mintrop stellt klar: "Das sind nur die Stellen, die zuvor aufgestockt worden waren in Erwartung bestimmter Umsatzzahlen, die dann nicht kamen."
Berater kosteten 4,7 Millionen Euro

Der neue Klinikchef sieht Webfehler in der Arbeit der Berater von Roland Berger Strategy Consultants. Das Team arbeitete von November 2008 bis 31. Oktober 2011 im Haus.

Die Umwandlung des Defizits von 14,7 Millionen Euro (Jahresverlust 2008) zu einem erwirtschafteten Gewinn von 1,15 Millionen, verkündet vom Aufsichtsratsvorsitzenden, Oberbürgermeister Ullrich Sierau im Juli 2012, hatte die Stadt fast 4,7 Millionen Euro an Honorar und Prämien für die Berater gekostet.
Rudolf Mintrop kritisiert, die echten Strukturdefizite seien von den Beratern nicht angegangen worden. Der Hauptgeschäftsführer des Klinikums weckt keine falschen Hoffnungen: Für wünschenswerte Neubauten wie Westfälisches Kinderzentrum und Geriatrie sei momentan kein Geld da.
Kommenden Montag will er seine Pläne in der turnusmäßigen Belegschaftsversammlung vorstellen.