Neuer Chef und alte Sorgen
19.02.2010 | 20:00 Uhr 2010-02-19T20:00:00+0100
Der Wechsel ist ganz deutlich. Auch in der Sitzordnung der Herren, um die es geht. Markus Sträter, der neue Präsident des Dortmunder Rennvereins, hat ins Clubhaus geladen. Er sitzt am Kopfende des Tisches.
Neben ihm sein Vorgänger Hans-Hugo Miebach, der nach 35 Jahren aus Altersgründen aus dem Amt scheidet.
„Ich bin glücklich und zufrieden, dass ich endlich einen Nachfolger gefunden habe, der das mit genau so viel Herzblut macht wie ich”, sagt Miebach. Er leitete die Geschicke des Vereins, und damit der Rennbahn, über lange Jahre. In seine Amtszeit fällt auch der 1981 erfolgte Ausbau zur Allwetterbahn. Und damit eines der Probleme. Diese Investition steckt dem Verein noch in den Knochen: Schulden.
Um diese, so Sträter, „finanziell prekäre Situation”, die auch keine Investitionen ermöglicht, aufzulösen, plant der neue Chef den Verkauf von 20 000 Quadratmetern Grund an einen Investor. Vor reichlich zwei Jahren (wir berichteten) war der Verkauf von bis zu 30 000 qm angedacht. Man habe zunächst an Wohnbebauung gedacht, dies sei aber seitens der Stadt nicht gewollt gewesen, erklärt Sträter. Nun sei ein Investor zur Errichtung eines Senioren- und Pflegezentrums gefunden. Man sei seit 2009 mit konkreten Planungen befasst. Der Verkauf soll dann einen „Betrag in siebenstelliger Höhe bringen”, so Sträter. Doch all dies klappt nur, wenn die Stadt einen entsprechenden Bebauungsplan aufstellt. Am Freitag war dort kein Ansprechpartner mehr zu erreichen.
Ein zweites Übel erkennen scheidender und neuer Präsident auch in den Einbrüchen der Wetteinnahmen des Vereines. „Heute schließen viele ihre Wetten einfach Zuhause vor dem PC ab”, so Markus Sträter. „Davon partizipieren wir nicht.”
Wohl aber lieferte der Verein die Bilder und die Daten zu den Rennen für die Online-Buchmacher. „Wir machen das für Lulu”, ärgert sich auch Hans-Hugo Miebach. Der Verein profitiert nur von eigenen Umsätzen. Der Verkauf von Daten an Online-Anbieter sei rechtlich schwierig.
Bis 2011 soll das Grundstücksgeschäft über die Bühne gehen, wünscht sich Sträter. Von Not wolle er in diesem Zusammenhang nicht sprechen. Für die Gastronomie im Clubhaus kann er sich die Ausrichtung von privaten Feiern oder Hochzeiten vorstellen. Die Rennbahn möchte er künftig an Firmen für Showrennen vermieten. Im vergangenen Jahr gab es die Pyro Games, die auch für dieses Jahr geplant sind. Ziel sei es, so Sträter, „im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern, dass es eine Rennbahn gibt”. Dann wäre man schon ein gutes Stück weiter.
Markus Sträter ist 47 Jahre alt und in der Dortmunder Kanzlei Spieker & Jaeger als Rechtsanwalt und Notar tätig. Auf der Rennbahn verdiente er als Elfjähriger sein erstes Geld – mit Botengängen zwischen Wettannahmestellen und Rechenzentrale.
Highlights 2010: Sparkassen-Renntag: 13. Mai, die Pyro-Games: 7. August. Das 126. Deutsche St. Leger ist vom 3. Oktober auf den 12. September verlegt worden.
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Viel Erfolg!