Neue Pläne fürs Ostwallmuseum
06.09.2010 | 18:51 Uhr 2010-09-06T18:51:00+0200
Dortmund.In die Überlegungen, was aus dem Gebäude des Ostwallmuseums nach dem Umzug der Sammlung in den U-Turm werden soll, kommt wieder Bewegung. „Es gibt eine ganze Reihe sehr interessanter Offerten für die Immobilie”, sagte Kulturdezernent Jörg Stüdemann gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.
Die Stadtplaner seien bereits gebeten worden, eine Bewertung vorzunehmen und selbst Vorschläge dafür zu machen, was aus dem Haus nach dem endgültigen Auszug des Museums werden solle. Fest steht, dass die Grünanlage hinter dem Museumsgebäude nicht überbaut werden soll. Einvernehmen gibt es innerhalb der Stadtverwaltung wohl auch darüber, das Haus nicht abzureißen. Ein Abriss wäre möglich, weil das Gebäude, das nach dem Krieg auf den Ruinen des alten Landesoberbergamtes wiederaufgebaut wurde, nicht denkmalgeschützt ist.
„Der Ort hat eine lange und bedeutende Historie für unsere Stadt”, so Stüdemann. Nur wenn ein Vorschlag „von außerordentlicher Qualität“ vorliegen würde, müsse man über die Abrissvariante noch einmal nachdenken. Stüdemann sprach sich für eine Nachnutzung aus, „die nicht mit Banalität glänzt.” Man sei sich „über die Würde des Ortes im Klaren”.
Wann das Museum freigezogen ist, steht jedoch weiter in den Sternen. Denn unterdessen wurde bekannt, dass der Zeitplan für die Eröffnung des U-Turms erneut durcheinandergewürfelt wurde. Weil die Etagen für das Ostwall-Museum nicht rechtzeitig fertig werden, musste das Museum seinen Umzug, der eigentlich schon am 2. September beginnen sollte, stoppen. Die Eröffnung der Dauerausstellung verschiebt sich nun um zwei Wochen auf den 8. Oktober.
Leidtragende sind vor allem die vielen tausend Besucher der beliebten Museumsnacht am 25. September: Anders als ursprünglich geplant, dürfen sie nur in die drei unteren U-Etagen. Bislang galt der 24. September als Eröffnungstag für die Ostwall-Sammlung in der vierten und fünften Etage.
Kulturdezernent Jörg Stüdemann bemühte sich, das neuerliche Termindebakel herunterzuspielen, zeigte sich aber im Gespräch mit dieser Zeitung dennoch ungehalten: „Ich ärgere mich immens”, so Stüdemann. In den Museumsetagen sei es noch immer dreckig, außerdem seien „bestimmte Arbeiten” nicht rechtzeitig fertig. Spekulationen über feuchte Wände wollte der Dezernent nicht bestätigen. „Wir müssen mit unserem Kunstschatz aber umsichtig umgehen. Der ist mehr wert als der ganze Turm.”
Über die Fertigstellungstermine gibt es laut Stüdemann schriftliche Zusagen der beteiligten Baufirmen. Ob es zu Schadenersatzforderungen der Stadt kommen werde, müsse „an anderer Stelle geklärt“ werden.
Heute will Stüdemann auch darüber informieren, ob die Sonderausstellung „Bild für Bild“ mit Werken aus dem Pariser Centre Pompidou planmäßig am 8. Oktober eröffnet werden kann.
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