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Neue Medizin-Wirkstoffe aus TU-Laboren

19.04.2012 | 22:00 Uhr
Neue Medizin-Wirkstoffe aus TU-Laboren
Prof. Dr. Daniel Rauh für medizinische Chemie erhält Fördermittel zur Erforschung von Arzneimittel gegen Krebs.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund. Die TU Dortmund unterstreicht ihren Anspruch bei der Grundlagenforschung von neuen Medikamenten - zum Beispiel zur Bekämpfung von Krebstumoren . Soeben hat das Bundesforschungsministerium der Forschungsinitiative „Medizinische Chemie in Dortmund“ vier Millionen Euro Forschungsgelder zugesprochen.

„Es wird nicht DAS Mittel gegen Krebs geben“, dämpft Daniel Rauh, Professor für chemische Biologie und Biochemie an der TU , allzu forsche Erwartungen. Aber er ist überzeugt, dass die neu zu besetzenden Forschergruppen bei spezifischen Tumoren passgenaue Lösungen aufzeigen werden, die dann mit weiteren Partnern und der Pharma-Industrie in fertige Produkte umgesetzt werden können.

Personalisierte Therapien finden

„Wir durchleben hier gerade eine Revolution“, skizziert Daniel Rauh. Vor zwölf Jahren ist das menschliche Genom entschlüsselt worden. Daran knüpften sich Hoffnungen, dass Antworten auf alle schwere Krankheiten schnell gefunden werden könnten. „Jetzt ist die Ernüchterung groß“, berichtet der Forscher, der auch eine Apotheker-Ausbildung hat.

Aber die Medizin-Forschung steht auch nicht mit leeren Händen da. Jetzt gehe man so vor, dass man sich jeden Tumor spezifisch ansehe und versuche, „personalisierte Therapien“ zu finden. Bei manchen Tumoren funktioniere das sehr gut. „Bei einer Reihe von Krankheiten müssen wir leider erkennen, dass man noch gar nichts hat“, so Daniel Rauh.

Forschergruppen mit Nachwuchskräften

Er ist gerade dabei, Forschergruppen mit hoffnungsvollen Nachwuchskräften aus dem In- und Ausland zusammenzustellen. Sie sollen neue Wege finden, wie auch die letzten Antworten gefunden werden können. Rauh zeigt eine denkbare Richtung. Sie führt über die Wechselwirkung der Eiweißmoleküle.

„Proteine haben in etwa eine Struktur wie ein Popcorn“, vergleicht der Wissenschaftler. „Es gibt bei ihnen Klüfte, Poren und Löcher.“ Bei veränderten Zellen will die medizinische Chemie neue Wirkstoffe finden, die an die Strukturen der Eiweiße andocken und ihre Funktion verändern, damit sich die Tumorzellen nicht weiter vermehren können. „Programmierter Zelltod“ lautet dann das Motto für die Tumorzellen. Oder anders ausgedrückt: „Im Konzert der Eiweißmoleküle versuchen wir, die Kommunikation zu denen der krankhaften Eiweißmolekülen zu stören“, so Daniel Rauh.

Grundlagenforschung mit guter Vernetzung

Dabei möchte er mit den neuen Forschergruppen nur den Weg zum Ziel weisen. „Es kann nicht Aufgabe der Hochschule sein, fertige Medikamente zu entwickeln“, meint er. Aber die Grundlagenforschung aus Dortmund mit der einmaligen Vernetzung zu wirkstoffforschenden Unternehmen in der Region könne schon der entscheidende Tippgeber sein. Das wäre nicht das erste Mal, blickt er auf seine erfolgreiche Tätigkeit beim Max-Planck-Institut gleich nebenan zurück. Schon dort seien Forschungen in Patente gemündet, die von der Pharmaindustrie dankbar aufgegriffen worden seien.

„Erfolg ist nur in der Zusammenarbeit möglich“, betont Daniel Rauh. „Und das können wir hier in Dortmund.“ Die Partner in Dortmund seien starke Akteure: Das MPI, das Lead Discovery Center, das Biomedizinzentrum und die jungen Firmen, die hier forschen. Der Forscher ist schon jetzt überzeugt: „Am Ende wird nicht nur eine tolle Idee stehen, sondern ein großer Nutzen für die Menschheit.“

Gerald Nill

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2012-04-19 22:00
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