Neue Ermittlungen gegen BVB-Star Marco Reus

Neuer Ärger für Marco Reus: Gegen den BVB-Star läuft ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Dortmund am Dienstagmorgen auf Anfrage unserer Redaktion. Auslöser für die weiteren Ermittlungen sind zahlreiche neue Hinweise.

Dortmund.. "Ja, es stimmt. Es gibt ein zweites Ermittlungsverfahren gegen Marco Reus", sagte Oberstaatsanwältin Dr. Barbara Vogelsang am Dienstagmorgen auf Anfrage unserer Redaktion. Es habe nach dem ersten Verfahren, und der folgenden Berichterstattung, zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung gegeben.

Viele Hinweise

Viele Bürger wollen den BVB-Star Marco Reus persönlich am Steuer gesehen haben. Wie viele Hinweise es genau sind, dazu wollte sich Oberstaatsanwältin Vogelsang nicht äußern. Das Verfahren nehme jetzt seinen Lauf, in ein bis zwei Monaten sei mit einem Ergebnis zu rechnen, so Vogelsang weiter. Ein Bericht der Bildzeitung warf am Morgen erste Fragen auf.

Welche Strafe Reus in diesem Fall droht? "Dazu kann ich keine Angaben machen. Alles ist denkbar. Wir müssen jetzt in Ruhe die Ermittlungen abwarten", sagte Vogelsang.

Reus musste 540.000 Euro zahlen

Hintergrund: Marco Reus hatte bereits am 25. November 2014 einen Strafbefehl wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in sechs Fällen erhalten. Ermittelt wurde im vergangenen Jahr auch, weil Reus bei einer Polizei-Kontrolle einen gefälschten niederländischen Führerschein vorgezeigt haben soll. Weil diese Ermittlungen schließlich eingestellt wurden, kamen Vorwürfe auf, wonach es bei der Dortmunder Justiz womöglich einen "Promi-Bonus" gegeben habe. Bei 90 Tagessätzen zu 6000 Euro betrug seine Strafe damals 540.000 Euro. Reus blieb knapp unter der Grenze für eine Vorstrafe, die bei 91 Tagessätzen liegt.

Der CDU-Abgeordnete Peter Biesenbach richtete eine entsprechende Anfrage an Justizminister Thomas Kutschaty (SPD). Er wollte wissen, warum die falschen Papiere nicht zur Anklage gekommen sind und warum nicht ermittelt wurde, ob es mehr Fahrten ohne Führerschein gab.

Kommt es nach dem neuen Verfahren zu einer weiteren Verurteilung, könnte der Nationalspieler danach möglicherweise sogar vorbestraft sein.

Der BVB wollte sich auf Anfrage nicht zu den neuen Entwicklungen äußern. Ein Klub-Sprecher verwies auf das laufende Verfahren.