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Spielzeit-Baustelle

Neue Bretter, die die Welt bedeuten

14.08.2012 | 19:00 Uhr
Neue Bretter, die die Welt bedeuten

Ein orangefarben leuchtendes Schild ziert das Opernhaus nun und Gerüste ließen ahnen: Hier ist derzeit Baustelle. Im und am Theater wurde einiges saniert und investiert während der Spielzeit-Pause.

Dass sich während der Spielpause am Theater so einiges tut, sieht man seit dem Spielzeitende auch von außen: Die „Muschel“ vom Opernhaus hat eine Zahnspange verpasst bekommen, zwei neue, orangefarben leuchtende Schriftzüge verkünden weithin sichtbar, dass das Opernhaus das Opernhaus ist und eine futuristische LED-Tafel zeigt an, was drinsteckt.

Schild auf Wunsch von Intendant

„Das Opernschild ist auf Wunsch des Intendanten installiert worden“, erklärt Geschäftsführende Direktorin Bettina Pesch. „Er hat festgestellt, dass selbst Taxifahrer nicht wissen, wo das Opernhaus ist.“ Zwischen 15 000 und 20 000 Euro haben die Schilder gekostet. Die konnte das Theater investieren, weil die LED-Wand nicht aus eigener Kraft finanziert werden musste. „RWE und DEW21 haben sie gesponsert“, erklärt Pesch.

Auch am Herzstück des Schauspielhauses wird gearbeitet: Der Bühnenboden wird aufgemöbelt. Nach acht Jahren sind die Bretter, die die Welt bedeuten, verschlissen und werden derzeit ausgetauscht. Im ganzen Zuschauerraum duftet es nach frisch bearbeitetem Holz. Das Orchesterpodium und alle sechs Doppelstockpodien werden für 240 000 Euro saniert.

Neben diesen sozusagen kosmetischen Veränderungen am Opernhaus hat das Baugerüst einen ernsten Hintergrund: Im Zuge der Brandschutzsanierung des Hauses werden 40 neue Fenster eingebaut. Dabei geht es nicht so sehr um das Glas, obwohl die neuen Fenster mit Dreifachverglasung auch energietechnisch von Vorteil sind, sondern es geht um die technische Halterung. „Wir haben eine neue Brandmeldeanlage bekommen“, erläutert Wolfgang Bäsler, Leiter des Haustechnischen Dienstes. Bei Rauchentwicklung setzt die Anlage nicht nur einen Notruf an die Feuerwehr ab, sondern öffnet selbstständig die Fenster, damit der Rauch schnellstmöglich abziehen kann.

28 Fenster sorgen für Abluft, 12 Fenster für Zuluft. Insgesamt lassen sich nun 20 Prozent der Fensterfronten öffnen, vorher waren es nur 5 Prozent. Die alte Fensterfront stammte samt Technik noch aus dem Jahr 1963. „Um die Fenster zu öffnen, musste man bisher einen Notschalter drücken. Nun geht alles automatisch“, erklärt Bäsler. „Zusätzlich haben wir einen Windmesser, der anzeigt, aus welcher Richtung der Wind weht und welche Fenster infolgedessen zu öffnen sind.“

230 000 Euro für Brandschutz

Bettina Pesch ist froh, dass die Brandschutz-Sanierungen im öffentlichen Teil des Gebäudes damit im sechsten Jahr der Sanierungsarbeiten abgeschlossen werden konnten. „Das sind wichtige Arbeiten, schließlich geht es um die Sicherheit“, betont sie. 230 000 Euro hat das Theater in den Brandschutz investiert.

In der nächsten Spielzeitpause sollen dann Arbeiten zur Unfallverhütung im nicht-öffentlichen Teil des Hauses angegangen werden. „Dadurch, dass wir auf sehr engem Raum arbeiten, wird jede Stelle als Lagerfläche benutzt. Im Brandfall kann das gefährlich werden“, sagt die Geschäftsführende Direktorin.

Dafür wurde das Werkstattkonzept erarbeitet. Es sieht vor, dass der vorhandene Werkstattbereich erweitert werden soll, um Transportwege zwischen ihm und der Bühne frei zu räumen. Dorthin wo an der Kuhstraße noch Parkbuchten vor dem Theater sind, werden die Werkstätten erweitert, die Buchten verschwinden. Zwischen 4 und 4,5 Millionen Euro wird die Umsetzung des Werkstattkonzeptes kosten, schätzt Martin Lizan, stellvertretender Geschäftsführender Direktor. „Wenn der Beschluss im Herbst durch den Rat abgesegnet wird.“

Maike Rellecke


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