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Nepra: Hilfe kommt am Dach der Welt an

16.07.2007 | 12:50 Uhr

Nepal gilt als eines der ärmsten Länder dieser Welt. Die Ärmsten der Ärmsten sind dort die Leprakranken. Um sie kümmert sich seit 20 Jahren der Dortmunder Hilfsverein Nepra. Ihm und seinen Spendern haben inzwischen zigtausende Menschen viel zu verdanken.

Es waren einst Ernst Wegerif und Marianne Großpietsch - heutige Vorsitzende der Shanti Sewa Leprahilfe -, die den Verein Nepra vor 20 Jahren ins Leben riefen. Sie konnten ihre Augen vor dem Elend rund um den Tempelbezirk Pashupatinath und in den schmutzigen Gassen Kathmandus nicht verschließen. Völlig unzureichend war die medizinische Versorgung der Elendskranken am Dach der Welt.

"Viele dieser Menschen wären ohne Hilfe dazu verdammt gewesen, auf der Straße zu betteln und zu sterben", würdigt heute Chitra KC, der den Schwesterverein New Sadle in Nepal leitet.

Es ist im Frühjahr 1989, als der Dortmunder Verein im Tempelbezirk eine ehemalige Schule anmietet und die Leprastation "Sewa Kendra" gründet, also den "Ort, an dem dir geholfen wird". Die Einrichtung spricht sich schnell unter den Siechenden herum. Ein Jahr nach Öffnung leben bereits 100 Menschen in der Einrichtung. Da sie auch Kinder haben, müssen Kindergärten gegründet und die - kostenpflichtige - Schulausbildung ermöglicht werden.

Mit Hilfe von gespendeten Maschinen und Geräten werden außerdem Reha-Werkstätten aufgebaut, in denen geheilte Patienten Arbeit finden und die Herstellung von Flechtarbeiten und Papierdruck erlernen. Hilfe zur Selbsthilfe also.

Gleichzeitig gewinnt die medizinische Betreuung der Patienten an Bedeutung, was der engagierten Ärztin Dr. Mana Pradhan zu verdanken ist. Mit dem Einsatz eines neuen Antibiotika-Cocktails hat man bei Nepra gute Heilerfolge. Das Projekt wächst. Ambulante Straßenkliniken in abgelegenen Landesteilen entstehen. Unter finanzieller Unterstützung der Stadt Dortmund wird die Tremonia Kendra Klinik aufgebaut, als es im Jahr 1992 zum Vereinsknatsch kommt und Marianne Großpietsch Nepra verlässt.

Das hindert die Bedürftigen nicht, immer zahlreicher die Hilfe in Nepal in Anspruch zu nehmen. Nach dem Aufbau der Infrastruktur überträgt Nepra die Verantwortung zum Betrieb der Einrichtungen Ende der 90-er Jahre auf die Schwester-Organisation New Sadle. Finanziell sind die Nepali aber weiterhin auf die Hilfe der westlichen Partner angewiesen.

"Doch der Spendenstrom fließt immer dünner", bedauert Edith Malzer, die mit Rolf Heimann heute die Geschicke von Nepra in ihren Händen hält. Sie wirken nach dem Motto: "Wer gibt, dem wird gegeben."

Gerald Nill

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