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Amtsgericht

Neonazis zettelten in Nordstadt-Kneipe in Dortmund Prügelei an

01.06.2012 | 17:37 Uhr
Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.   Im Prozess gegen zwei Neonazis um den Überfall auf die DGB-Kundgebung am 1. Mai 2009 verhandelte das Amtsgericht Dortmund am Freitag einen weiteren Vorwurf: Alexander D. soll sich in einer Nordstadt-Kneipe auch der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht haben.

Es ging um Schläge, um Gewalt – doch um die Vorgänge am 1. Mai 2009 in Dortmund ging es am Freitag vor dem Amtsgericht nur ganz am Rande. Dafür wurden weitere Vorwürfe gegen Alexander D. (28) erörtert, jenem mutmaßlichen Rädelsführer der rechten Szene, der mit Dennis G. damals den Überfall auf die DGB-Kundgebung angezettelt haben soll.

Landfriedensbruch und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz wirft die Staatsanwaltschaft den beiden als Köpfe der „Autonomen Nationalisten“ geltenden Rechten vor. Doch am vierten Prozesstag ging es am Freitag um einen anderen, nicht minder schweren Vorwurf gegen Alexander D.: gefährliche Körperverletzung.

Tatort Kneipe „Ernie“ an der Leopoldstraße, unmittelbar hinter der Eisenbahnunterführung, am Abend des 30. August 2009: „Ich stand mit meinen Freunden ziemlich weit hinten an der Theke, da kam eine Gruppe von Leuten auf uns zu und sagte nur: Lust zu schlagen?“, erzählte der junge Zeuge und ergänzte trocken: „Ich habe das aber abgelehnt.“ Was ihm allerdings nicht viel nützte: „Dann ging es auch sofort los. Mein Freund bekam eine Flasche auf den Kopf gehauen, der musste später ins Krankenhaus.“

„Es war ein Handgemenge: Einige haben Treffer gelandet, einige nicht“

Er selbst steckte einen Faustschlag ein. Ob er auch mit der Flasche verletzt wurde, wisse er heute nicht mehr genau. „Das ist ja alles vier Jahre her.“

Doch ob es der Angeklagte Alexander D. war, der ihn oder seinen Freund geschlagen habe, ob Alexander D. überhaupt prügelte – das alles wisse er nicht mehr. „Er war aber auf jeden Fall dabei. Aber wer nun was gemacht hat, daran kann ich mich nicht erinnern.“ In dem Handgemenge hätten „einige Treffer gelandet, andere nicht“.

„Die haben die Theke von vorn nach hinten abgearbeitet“

Eines ist klar: Die rechte Gruppe wollte von Anfang an Ärger bei „Ernie“ machen, dabei spielte es keine Rolle, mit wem sie sich prügelte. „Die haben die Theke von vorn nach hinten abgearbeitet.“

Später wurde der Zeuge im Bulli durch die Nordstadt gefahren, dabei hat er einige Rechte wiedererkannt. Nächste Woche geht’s weiter. Bisher haben beide Angeklagte jede Schuld an der eskalierenden Gewalt am 1. Mai 2009 von sich gewiesen. Sie wollen die nicht genehmigte Kundgebung weder organisiert noch zur Gewalt aufgerufen haben. Um die friedliche DGB-Kundgebung vor dem rechten Angriff zu schützen, sind fünf Polizeibeamte verletzt worden.

Nazi-Angriff auf Dortmunder DGB-Demo

 

Kathrin Melliwa



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