Neonazis hetzen gegen Dortmunder Absturz-Opfer

Foto: Stephan Schütze
Was wir bereits wissen
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen "Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener", nachdem auf der Facebook-Seite von "Die Rechte" Hetz-Kommentare erschienen sind.

Dortmund.. Die Nazi-Partei Die Rechte verhöhnt und verunglimpft Dortmunder Opfer, die beim Flugzeug-Absturz über Südfrankreich ums Leben gekommen sind. Ein zynischer Artikel auf dem Online-Portal der Rechtsextremisten sowie ehrverletzende Kommentare dazu, auch auf Facebook, sorgen für Empörung und eine Flut von Anzeigen.

"Mitgliederverlust bei den Grünen in Dortmund" beginnen die Nazis ihren Netz-Bericht. Sie nehmen dabei Bezug auf den Tod von Manfred und Sabine Jockheck, die bis zur Kommunalwahl 2014 für die Grünen Mitglied in der Bezirksvertretung Mengede waren und an Bord des Flugs 4U9525 waren. Manfred Jockheck war stellvertretender Bezirksbürgermeister und hat sich auch besonders für den Kampf gegen Rechtsextremismus engagiert.

Hetz-Kommentare auf Facebook-Seite von "Die Rechte"

Flugkatastrophe Vor allem die Hetz-Kommentare unter diesem Artikel, der auch auf die Facebook-Seite der Partei "Die Rechte" verlinkt ist, sind ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Man ermittle wegen "Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener", bestätigte am Freitag Oberstaatsanwältin Dr. Barbara Vogelsang.

"Es sind sehr viele Anzeigen bei uns eingegangen", so Polizeisprecher Kim Ben Freigang. Polizei und Staatsanwaltschaft sind dabei, die IP-Adressen zu den einzelnen Kommentaren zu ermitteln. Möglicherweise haben die Neonazis sogar ihren richtigen Namen benutzt. Solche Beleidigungen von Toten können mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren geahndet werden.

Insgesamt starben bei dem Absturz der Germanwings-Maschine fünf Dortmunder.