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Rechtsextreme

Neonazis gründen Landesverband von "Die Rechte" in Dortmund

17.09.2012 | 18:57 Uhr
Christian Worch, hier bei einem Neonazi-Aufmarsch in Dortmund, hat „Die Rechte“ gegründet.Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Wenige Wochen nach dem Verbot zweier Neonazi-Gruppen starten deren führende Köpfe in NRW den Landesverband der neuen rechtsextremen „Die Rechte“. Diese Gruppierung war im Mai vom bekannten Neonazi Christian Worch gegründet worden. Der NRW-Verband arbeitet ausgerechnet von Dortmund aus.

Nach dem Verbot von zwei Neonazi-Organisationen im östlichen Ruhrgebiet wollen führende Kräfte der Szene offenbar unter dem Label einer rechten Kleinpartei ihre Arbeit fortsetzen.

In Dortmund gründete sich am Wochenende ein nordrhein-westfälischer Landesverband der Partei „Die Rechte“. Als Vorsitzender wurde Dennis Giemsch gewählt. Er galt als wichtigster Kopf der Neonazi-Gruppe „Nationaler Widerstand Dortmund“ (NWDO), die von NRW-Innenminister Ralf Jäger im August verboten worden war . Giemsch war in der Vergangenheit auch als Anmelder und Organisator zahlreicher Neonazi-Aufmärsche in Dortmund in Erscheinung getreten. Auch Landesvize Michael Brück kommt aus der Führungsriege des NWDO. Für juristische Angelegenheiten soll im Vorstand Sascha Krolzig verantwortlich sein, der Ex-Anführer der ebenfalls verbotenen „Kameradschaft Hamm“.

Razzia
Drei Neonazi-Kameradschaften verboten

Am frühen Morgen stürmten 900 Polizisten die Wohnungen von Rechtsextremen. Bei der Razzia fanden die Polizisten Waffen und rechtes Propaganda-Material. Zudem hat Innenminister Ralf Jäger (SPD) drei rechte Kameradschaften verboten, eine davon aus Dortmund.

Die Gründung des Landesverbands erfolgte übrigens im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld . Wohl nicht ganz zufällig. Hier, am westlichen Rand der Innenstadt, hatten sich Rechtsautonome in den vergangenen Jahren breit gemacht und unter anderem eine sich gegen Neonazis engagierende Familie bedroht und dazu gebracht, die Stadt zu verlassen.

Christian Worch ist der Gründer

Der überregional bekannte Neonazi Christian Worch aus Parchim (Mecklenburg) hatte „Die Rechte“ Ende Mai gegründet . Er unterhält seit weit mehr als einem Jahrzehnt intensive Kontakte zur Neonazi-Szene in und um Dortmund, insbesondere zu den besonders militanten „Autonomen Nationalisten“.

Funktionäre des neuen Landesverbandes hoffen derweil auf weiteren Zulauf aus den Reihen bisher „parteifreier“ Neonazis. „Bereits jetzt ist erkennbar, dass ein enormes Potenzial im Rheinland und Westfalen vorhanden ist, das es nun auszuschöpfen gilt“, heißt es in einem Bericht über das Gründungstreffen.

Razzia bei Nazis in Dortmund

Mit seinen Verbotsverfügungen gegen die Neonazi-Gruppen in Dortmund und Hamm hatte es das Innenministerium auch untersagt, „Ersatzorganisationen zu bilden oder bestehende Organisationen als Ersatzorganisationen fortzuführen“. Ob es sich bei dem neuen „Die Rechte“-Landesverband um eine solche Organisation handeln könnte, wird nun in Düsseldorf geprüft.

Als Partei jedenfalls wird „Die Rechte“ auf der Liste des Bundeswahlleiters noch nicht geführt.

Tomas Sager



Kommentare
17.09.2012
21:27
Wenn ein Alibi-Parteiprogramm nicht reicht, sondern Taten gefragt sind
von Ani-Metaber | #6

Werte Vorredner

Wenn diese Partei z.B. eine Demonstration für schadstofffreie Lebensmittel anmelden sollte
und später von den Gazetten berichtet wird,
auf der Abschlusskundgebung wären flammende Reden gegen genmanipulierte Lebensmittel gehalten worden,
auch weil deren Einsatz die kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe ruinieren bzw. in Abhängigkeit von Großkonzernen bringen könnten,

dann würde ich das erstaunt zur Kenntnis nehmen.

Und alle sollten dann froh sein, dass sie in diesem Fall wissen, was diese Kameraden gerade treiben und wo sie sich verausgabt haben.

Vielleicht bekommen sie dann von einem türkischen Gemüsehändler auch ein paar Bio-Möhren geschenkt.

Aber ob das so kommen wird?

17.09.2012
20:48
Neonazis gründen Landesverband von
von grundwissen | #5

Natürlich alles nur unter Aufsicht der Staatsbehörden und Verfassungschutzorgane. Seit 1945. Seit der Organisation Gehlen den Grundstein für diese Aufsicht dafür legte. Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden. Beim Faschismus hört der Spaß auf. Nur das haben die Staatsorgane seitdem noch nicht begreifen wollen. Die NSU-Verstrickungen mögen dafür ein Beispiel sein. Ist es da ein Wunder, dass das Bundesverfassungsgericht den Antrag auf Verbot der NPD zurückwies mit dem Einwand, dass Staatsorgane zu sehr in diesen Apparat verstrickt seien. Wie deutlich wird: nicht nur in der Vorständen dieser Kammeradschaften, sondern in der gesamten Struktur dieser Verbrecherorganisationen. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

17.09.2012
20:32
Neonazis gründen Landesverband
von Drunsonst | #4

Im Gegensatz zu den "Piraten" findet sich auf der Seite der Partei "Die Rechte" ein sehr umfangreiches Parteiproramm, dass auch ( @#1) Aussagen zur Energiepolitik und zur Organisation der Kommunalpolitik macht. Erstaunlicherweise wird sogar klar Bezug zum Grundgesetz der BRD genommen! Was so ein - noch nicht gerichtsfestes - Vereinsverbot eines SPD-Innenministers doch so alles bewirken kann. Alle Achtung! Auf die Internetseite des LV-NRW der Rechten und die dort behandelten Themen und Analysen zu gesellschaftlichen Problemen und deren Lösungsvorschläge bin ich jetzt schon gespannt.

17.09.2012
20:01
Neonazis gründen Landesverband von
von 1980yann | #3

@1
Die sonstigen Themen werden von solchen Gestalten doch immer gleich abgearbeitet:
Man verspricht das Blaue vom Himmel, egal wie teuer es ist - und behauptet man könne es gegenfinanzieren, in dem man bei den diversen Feindbildgruppen (davon haben sie ja reichlich) Gelder streicht. Ohne dass da immer so klar ist, ob die diese Gelder wirklich bekommen.
Das ist das Schema von Pro Köln, und das findet man auch anderswo vergleichbar.

Das hält die Dummen bei Laune, die solche Versprechen glauben, und so lässt sich auf jedem Politikfeld die gleiche braune Suppe aufkochen.

1 Antwort
Neonazis gründen Landesverband von
von Peterchen007 | #3-1

Das sind doch nur "Vereinigungen", die sich aus Mitteln der Parteienfinanzierung, aus Parteispenden und aus Mtgliedsbeiträgen ihre abstrusen Ideen finanzieren lassen. Wer das als Politik bezeichnet ist selber schuld und tut mir leid.

17.09.2012
19:55
Neonazis gründen Landesverband von
von OmenEstNomen | #2

Ani, ist doch offensichtlich, dass die Herrschaften auf Gas setzen werden.

Moment, geht der Joke klar? Zum Glück gibt es da jemanden, der das für mich entscheidet xD

Ach ja, eine Meinung hab ich auch noch: Runter von der Straße und rein in die Parteien. Da können sie wesentlich weniger Schaden anrichten. Und wer weiß, vielleicht kommt ja etwas dabei rum.

17.09.2012
19:42
Neonazis gründen Landesverband von
von Ani-Metaber | #1

die "Un-Rechten", wie man vermuten darf.

Jedoch soll man ja nie voreilig urteilen, warum auch.

Als politische Partei wird man dann vielleicht von ihnen zu hören bekommen,
wie sich ihre "Energieexperten" die zukünftige Versorgung und Erzeugung von Strom und Wärme vorstellen,
den öffentlichen Verkehr gestaötem gar fördern wollen oder sich die Mitbestimmung und Mitgestaltung des Gemeinwesens vorstellen ?
Wie sie die Arbeit human und auskömmlich gestalten und für ein friedliches Dasein auf der Welt sorgen wollen?

Mal sehen, worüber sich also diese Herrschaften einen Kopf machen werden.

Wer viel zu tun hat, hat nicht so viel Zeit für Dummheiten.

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