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Rock-Konzert

Neonazis feierten in Dortmunder Kleingartenanlage

11.01.2010 | 18:30 Uhr
Neonazis feierten in Dortmunder Kleingartenanlage

Dortmund. Vier Neonazibands haben am Wochenende auf einer Geburtstagsparty in der Kleingartenanlage „Im Wiesengrund” unter der Schnettkerbrücke gespielt. Der Verein aus Dortmund wusste nicht, dass die Mieter der Vereinshütte aus dem rechten Milieu stammen. Die Polizei beobachtete das Treiben.

„Wir sind davon völlig überrascht worden, dass es sich bei dem Pärchen, das unser Vereinsheim angemietet hat, um Rechtsradikale handelt”, erklärte ein verdutzter Peter Feller, Vorsitzender der Kleingartenvereins.

Bis in die frühen Morgenstunden haben rund 150 Rechte dort gefeiert - allerdings unter Beobachtung der Dortmunder Polizei, die nach Auskunft von Sprecher Kim Ben Freigang „keine Straftaten bei dieser geschlossenen Veranstaltung festgestellt hat”.

Ein "nettes Pärchen"

Man habe dem „netten Pärchen” nicht ansehen können, dass sie der rechten Szene angehören, so Feller. Da das Vereinsheim nicht verpachtet sei, sei man darauf angewiesen das Haus, das bis zu 100 Gästen Platz bietet an Gartenmitglieder, aber auch an Fremde zu vermieten. Dass dort Rechtsradikale die Party gefeiert hätten, habe er erst nach der Party am Sonntag erfahren. „Wir hatten vorher keinen Verdacht gehegt, waren völlig ahnungslos”, so Feller. Zumal die beiden sich darauf berufen hätten, schon einmal in der Anlage gefeiert zu haben. Das habe man auch in den Aufzeichnung des alten Vorsitzenden finden können.

Man distanziere sich aufs Schärfste von rechtsradikalem Gedankengut. „In Zukunft werden wir vorsichtiger sein”, betonte Peter Feller. Auf rechten Internetseiten wird das Konzert als Erfolg gefeiert. Eine der Bands war „Radikal”, eine der bekanntesten Rechts-Rock-Bands. Sie sind berüchtigt für ihr „Hakenkreuzlied” mit der Textzeile „Hängt dem Adolf Hitler den Nobelpreis” um. Viele der rechten Aufmärsche, auch in Dortmund, werden durch solche Konzerte finanziert, so die Antifaschistische Union Dortmund in einer Stellungnahme.

Andreas Winkelsträter

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