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Amtsgericht

Neonazi soll Linkem die Nase gebrochen haben

01.12.2009 | 17:29 Uhr

Dortmund. Ein brutaler Überfall auf einen Studenten beschäftigte am Dienstag das Amtsgericht Dortmund. Ein Neonazi soll einem Studenten aus der antifaschistischen Szene das Nasenbein gebrochen haben.

„Erst tauchten zwei auf, dann kamen immer mehr. Sie haben mich zusammengeschlagen, mir die Nase gebrochen. ” So schilderte ein 22-Jähriger aus der Szene der Antifaschisten einen brutalen Überfall auf dem Westenhellweg. Wegen Körperverletzung sitzt jetzt einer der Neonazis (31) auf der Anklagebank des Amtsgerichtes.

Angeklagter will nur Flugblätter verteilt haben

Der 4. September 2008, zwei Tage vor den großen Demonstrationen zum Antikriegstag. Unzählige bürgerliche Gruppen wollen sich den Rechten an allen möglichen Ecken der Stadt in den Weg stellen, wollen energisch „Nein” sagen zu den Aufmärschen der Braunen. Die wiederum organisieren sich ebenfalls, verteilen Flugblätter. Mehr will der Angeklagte an jenem 4. September angeblich auch nicht getan haben: „Ich war überhaupt nicht auf dem Westenhellweg, habe mit der ganzen Sache nichts zu tun.”

"Das ist er. Auch, wenn er jetzt anders aussieht"

Allerdings: Es existiert ein Foto, das ihn zeigen soll. Als das Opfer in der Nähe von „Saturn” brutal zusammengeschlagen wurde, war es nicht allein. Seine Begleitung, eine Studentin, wurde ebenfalls zu Boden gerissen, sie versuchte dann, Hilfe zu holen. „Zu den ersten Männern gehörte er”, sagte sie mit Blick auf die Anklagebank. „Ich erkenne ihn wieder, auch, wenn er anders aussieht. Am nächsten Tag will sie den Angeklagten auf einer Kundgebung wiedergesehen und einen Freund gebeten haben, ein Foto zu schießen.

Um jene Fotos gab es gestern jede Menge Diskussionen. Er wisse nicht, wer dieser Mann sei, er jedenfalls nicht, behauptete der Angeklagte, der inzwischen Bart und Brille trägt.

Das Opfer wiederum ist sich sicher: „Er war das, ganz sicher.” Damals fühlte er sich von den Rechten erst in eine Falle gelockt, dann „haben die mich in die Zange genommen”. Der Prozess geht am 22. Dezember weiter.

Kathrin Melliwa

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