Neonazi-Demo in Dortmund endet mit Ausschreitungen

Foto: Volker Hartmann
Was wir bereits wissen
Bei einer Demo von Neonazis in Dortmund gerieten Rechte und Gegendemonstranten kurz aneinander. Die Neonazis riefen ausländerfeindliche Parolen.

Dortmund.. Nach einer Versammlung an der Katharinentreppe in der Dortmunder Innenstadt kam es am Montagabend zu leichten Krawallen zwischen Mitgliedern der Neonazi-Partei "Die Rechte" und einigen Gegendemonstranten. Etwa 40 Neonazis hatten sich an der Katharinentreppe zusammengefunden. Sie sahen sich rund 130 Gegendemonstranten gegenüber, laut Polizei waren darunter auch etwa 45 Mitglieder der linksextremen Szene.

Flüchtlings-Protest Etwa 40 Neonazis hatten sich an der Katharinentreppe zu der allwöchentlichen "Mahnwache" der Rechten gegen Flüchtlinge zusammengefunden. Sie sahen sich rund 130 Gegendemonstranten gegenüber, darunter laut Polizei auch etwa 45 Mitglieder der linksextremen Szene.

Rechte skandierten ausländerfeindliche Sprüche

Gegen 19.50 Uhr sei die Versammlung laut Polizei an der Katharinentreppe beendet worden. Beide Demonstranten-Gruppen sollten nun die Innenstadt über den Hauptbahnhof verlassen. Während sie die Polizei dorthin begleitete, sei es immer wieder zu verbalen und auch körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. In einem Internet-Video ist zu hören, wie die Neonazis "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!" skandieren. Laut einem Medienbericht sollen bei Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Gegendemonstranten Gegenstände geflogen und Polizisten angegriffen worden sein.

Flüchtlingscamp zieht in die Dortmunder City um

Eigentlich sollte am Montag das Protestcamp der Flüchtlinge vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) von der Huckarder Straße an die Katharinentreppe verlegt werden. Um Konfrontationen während der angemeldeten Versammlung zu vermeiden, soll der Umzug nun am Dienstag erfolgen, wenn die Erlaubnis für das Camp vor dem BAMF abläuft. In den vergangenen Tagen hatten Neonazis am Protestcamp gegen die Flüchtlinge gepöbelt. Bei einer Störaktion wurde unter anderem der Ratsvertreter der Parte "Die Rechte" Michael Brück vorübergehend festgenommen. Die Polizei schützt seitdem das Camp.

Die rund 100 syrischen Flüchtlinge protestieren für schnellere Asylverfahren und verlangen vom BAMF, dass ihre Familien, die noch im syrischen Kriegsgebiet ausharren, schnell nach Deutschland folgen dürfen. Zahlreiche freiwillige Helfer unterstützen die Flüchtlinge im Camp und versorgen sie mit Lebensmitteln. Am Freitag (12.6.) hatte sich ein Syrer mit Benzin übergossen und drohte, sich anzuzünden. Ein weiterer Flüchtling war vorübergehend in den Hungerstreik getreten. Die Syrer betonen immer wieder, dass sie ausschließlich friedlich protestieren und "positiven Druck" ausüben wollen. Den Protest bezeichnen sie als unbefristet.