Neonazi-Szene
Neo-Nazis – pöbeln, schlagen, Bomben bauen
02.09.2010 | 18:15 Uhr 2010-09-02T18:15:00+0200
Dortmund/Aachen.Die für Samstag in Dortmund geplante Nazi-Demo wurde von der Polizei verboten. Der Grund: Bei einem Aachener Rechtsradikalen wurden Bomben gefunden. Die Polizei befürchtet, dass einige Sprengsätze bereits in Dortmund deponiert wurden. Der 19-jährige Nazi wurde verhaftet. Ein Porträt.
Er ist erst 19. Sein kurzer Lebensweg war von Misserfolgen und Hass geprägt. Jetzt wurde er als mutmaßlicher Bombenbauer festgenommen. Falko W. – wollte der Aachener Neonazi am Samstag in Dortmund Sprengsätze zünden?
Vier Monate Dauerarrest sollten dem Rechtsradikalen zu neuen Einsichten über sein Leben verhelfen. Das hatte jüngst erst das Aachener Amtsgericht angemahnt, als W. zuletzt verurteilt wurde, weil er zwei Menschen geschlagen hatte. Einziger Grund: Er sah sie als politische Gegner. Den Arrest hat der 19-Jährige bisher nicht angetreten. Nun sitzt er in Untersuchungshaft. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft, falls ihm die Beteiligung an der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens bei dem für Samstag angekündigten Neonazi-Aufmarsch in Dortmund nachgewiesen werden kann.
„Zuzutrauen ist ihm vieles“
„Zuzutrauen ist ihm vieles“, sagt der Aachener Journalist und Szenekenner Michael Klarmann, schränkt aber ein: „Ob er die Platzierung von Sprengkörpern in Dortmund generalstabsmäßig planen könnte, halte ich für fragwürdig. Außer, er hatte Unterstützung vor Ort.“ Als „autark“ und „abgedreht“ schätzt er den Rechtsradikalen ein. Eine Verbindung zwischen dem jungen Mann und der Dortmunder Neonazi-Szene ist dem Aachener Journalisten aber bisher nicht aufgefallen.
Seit der inoffiziellen Gründung der Neonazi-Gruppierung namens „Kameradschaft Aachener Land“ 2001 verfolgt Michael Klarmann deren Aktivitäten. Aus diesen Reihen kennt er Falko W. – auch wenn der vor Wochen offiziell ausgeschlossen wurde. „Trotzdem taucht Falko W. immer wieder bei Aufmärschen zusammen mit Mitgliedern der Kameradschaft auf“, so Klarmann.
Schon in der Schule aufgefallen
Aufgewachsen sei Falko W. im Aachener Stadtteil Richterich, den Klarmann als eine Mittelschicht-Gegend mit dörflicher Struktur beschreibt. Nach der Grundschule habe Falko W. zunächst das Gymnasium besucht, sei dann zur Realschule gewechselt. „Schon dort ist er aufgefallen, in dem er öfter andere Jugendliche bedrohte, die sich der Punk-Szene zuordneten oder die aus Migranten-Familien stammten“, erzählt Klarmann.
Nach dem Realschulabschluss habe Falko W. eine Lehre begonnen, diese aber wieder abgebrochen, um zur Bundeswehr zu gehen. Klarmann weiß: „Dort wollte er zum Einzelkämpfer oder Fallschirmspringer ausgebildet werden.“ Auch hier sei der junge Mann negativ aufgefallen, wurde unehrenhaft entlassen. Weshalb, darum ranken sich mehrere Geschichten. Vor Gericht habe Falko W. ausgesagt, dass der Militärische Abschirmdienst (MAD) auf seine rechtsradikale Gesinnung aufmerksam wurden und die Bundeswehr ihn deshalb ausschloss.
Mitglieder der aktivsten Neonazi-Gruppen
Das braune Sammelbecken, in dem er einst aufgetaucht ist, steht längst unter intensiver Beobachtung. Im Verfassungsschutzbericht des Landes NRW für das Jahr 2009 wird die „Kameradschaft Aachener Land” als eine der aktivsten neonazistischen Gruppen in NRW bezeichnet. Die aus der NPD hervorgegangene Gruppe entfalte ihre Aktivitäten vornehmlich im Kreis Düren und arbeite auf lokaler Ebene mit der NPD zusammen.
Wie solche „Arbeit auf lokaler Ebene” für betroffene Bürger aussehen kann, hatte erst jüngst ein Beitrag des Politmagazins „Report München” in der ARD dargestellt. Dort schilderten zwei Mütter, wie ihre Söhne – die der rechten Szene entgegentreten – anonym bedroht und gegängelt, wie Häuser mit rechtsradikalen Parolen beschmiert werden: gezeichnet mit „KAL“, dem Kürzel der Kameradschaft. In einem Interview zu diesen Vorfällen ließ Axel Reitz, eine der Führungsfiguren der Neonazis im Rheinland, unverhohlen anklingen, was er von Gewaltaktionen gegen Sachen und Menschen hält: „Da darf man dann nicht die Träne im Knopfloch tragen und sagen, ,oh Gott, die armen Opfer’. Das wird ja sicherlich Gründe haben, wenn was passiert.”
12:14
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12:09
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11:38
@2: siehe http://bit.ly/9r2LPu (derwesten.de)
... In den vergangenen Tagen habe er sich auch in Dortmund aufgehalten und stehe in engem Kontakt zu den Anmeldern der rechten Demo. Unter anderem war er am Überfall auf die linke Szenekneipe Hirsch-Q beteiligt und gehörte zu den fünf Festgenommenen.
11:23
Der typische Lebesnlauf von Lebensversagern, die von anderen Versagern aufgefangen werden und fürs eigene Versagen dann Schuldige suchen.......
Wären die nicht so aggressiv und strunzdumm, könnten die einem sogar leid tun..
#17 von ergo
Seltsam, das habe ich mir bei den Chaostagen oder bei der Randale in Kreuzberg oder im Schanzenviertel auch immer gedacht...
11:22
@ ergo
Es gibt auch Mitbürger in Deutschland, die ebenfalls Versager sind und sich eine Menge auf ihre tolle Herkunft und sogar ihre Religion einbilden, quasi als Ersatz für die Nazi-Ideologie. Diese Mitbürger greifen auch Andere an sind oft Rassistisch usw. Nur für diese Menschen muss man Verständnis haben. Zweierlei Maß ?
11:21
@ stepido - Keine Frage, dass es auch gewaltbereite Chaoten gibt, die von Konservativen/Rechten gerne der Linken-Szene zugeschrieben werden.
Aber von denen hat noch keiner Jagd auf Menschen gemacht, geschweige denn diese zu Tode gehetzt...
#14 von Strychnin
^^ Das halte ich jetzt aber für eine sehr gewagte These.....
11:06
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21:09
@ Peter von Lustig - Das ist ja genau die Fälscher-Propaganda, mit der man die Ratten fängt.
Es gibt ein gutes deutsches Sprichwort dazu: Fresst Scheiße - Millionen Fliegen können nicht irren.
Also, dass SIE mehr als nur rechter Claqueur sind - kein Zweifel. Trotzdem: Sarrazin hat nur gesagt, was viele glauben, aber nicht wirklich wissen. Sie sagen, was die Leute auch denken.
Warten Sie doch einfach die Gegendemo ab. Dann sehen wir ja, ob sich die Dortmunder von ihren Lügen einwickeln lassen.
20:59
super bericht und ausfürlicher lebens lauf von dem 19 jährigen.
wer schön, wenn auch mal solche lebensläufe von kindersschändern hier stehen würden.
5 jahre haft..nen witz.wohl 4 jahre noch drauf, weil ne andere politische einstellung vorliegt.
und zu dem einem schreiber...nicht jeder, der ne andere ansicht hat als man selber is gleich doof oder anderes.
beschränkt sind eher diese, die andere meinungen nur durch beleidigungen kontern können.
20:57
@ Armut fuer Alle - Du hättest nicht bei deiner eigenen geistigen Armut anfangen sollen... Jung, tu dat nich
@ stepido - Keine Frage, dass es auch gewaltbereite Chaoten gibt, die von Konservativen/Rechten gerne der Linken-Szene zugeschrieben werden.
Aber von denen hat noch keiner Jagd auf Menschen gemacht, geschweige denn diese zu Tode gehetzt... und jetzt komm mir nicht mit die haben Glatzen gejagd. Alles in einen Topf und Hirn aus....