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Nazis auch bei Polizeipräsidenten-Wechsel in Dortmund Thema

02.12.2011 | 17:33 Uhr
Nazis auch bei Polizeipräsidenten-Wechsel in Dortmund Thema
Festakt zur Verabschiedung von Polizeipräsident Hans Schulze (rechts) mit (v.r.) Innenminister Ralf Jäger, OB Ullrich Sierau, Dirk Goosmann (Vorsitzender Polizeibeirat) und Dortmunds neuer Polizeipräsident Norbert Wesseler. Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   „Es war eine wirklich gute Zeit“, sagte Dortmunds scheidender Polizeipräsident Hans Schulze bei seiner Abschiedsfeier. NRW-Innenminister Ralf Jäger stellte zugleich vor 300 Gästen im Stadtwerkesaal Schulzes Nachfolger Norbert Wesseler vor. Der Schalke-Fan will auch das Nazi-Problem angehen.

„Sie waren ein ganz besonderer Freund und Helfer für die Bürger unserer Stadt“, erklärte Dortmunds OB Ullrich Sierau vor 300 geladenen Gästen im Stadtwerkesaal mit Blick auf Hans Schulze, der am Freitag nach 18-jähriger Tätigkeit als Polizeipräsident offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde. Die lange Amtszeit zeige, wie herausragend diese Leistung sei, gemessen auch an den sehr hohen Erwartungen der Menschen“, betonte Innenminister Ralf Jäger, der zudem Schulzes Nachfolger Norbert Wesseler begrüßte.

Mit dem gebürtigen Kölner Hans Schulze geht zum Ende des Jahres der dienstälteste Polizeipräsident in NRW in den Ruhestand. 1993 kam der Jurist von der Bezirksregierung Arnsberg Jahren in die Megabehörde.

Dass so viele Gäste gekommen seien, zeuge vom großen Respekt und der Anerkennung der geleisteten Arbeit, so der NRW-Innenminister. Schulze habe die Kultur des Miteinanders gepflegt und nicht auf Hierarchien gebaut. Er habe viele Dinge aufgebaut, die mittlerweile landes- oder bundesweit Vorbildcharakter hätten. Dabei gebe es kaum eine Nische polizeilicher Arbeit, die Schulze nicht kennengelernt habe.

Schwerpunkt Rechtsextremismus und -terrorismus

Der 64-Jährige habe viel bewegt und viele Impulse gesetzt - und das mit einer starken Persönlichkeit. Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus und -terrorismus sei leider ein Schwerpunkt in Dortmund, so der Minister. Aufgrund der Berichte in der jüngsten Vergangenheit habe der Bürger das Vertrauen in die bundesweiten Sicherheitsbehörden verloren. Eine der Fragen sei, wie man zukünftig Kräfte noch stärker bündeln könne. Man müsse noch stärker in die Diskussion mit bürgerschaftlichen Gruppen einsteigen, transparenter und offener werden. Er sehe einem NPD-Verbot entgegen.

Für OB Ullrich Sierau hat der scheidende Behördenleiter die Probleme stets beherzt angegangen, habe sich nicht in einer Ecke verkrochen. Schulze habe viel Gutes für die Stadt bewirkt. Dabei habe er ein breites Kreuz haben müssen, um alles aushalten zu können. „Dass sie das hinbekommen haben, das verdient Respekt.“

„Quadratur des Kreises verlangt“

„Es ist schon merkwürdig, ja verrückt, sich zu verabschieden“, gestand Hans Schulze sichtlich ergriffen mit zittriger Stimme. Die 18 Jahre seien wie im Fluge vergangenen. Sein Dank galt seinen vielen Mitarbeitern. Man habe bei der Bewältigung der rechtsextremen Aufzüge von ihm die „Quadratur des Kreises verlangt“ zwischen Verboten und der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes. „Ich habe mich für das klar rechtsstaatliche Handeln entschieden, wie sollte es für einen Polizeipräsidenten auch anders sein“, so Hans Schulze. Das so emotional besetzte Problem werde wohl erst gelöst werden, „wenn die in der Anzahl geringe Zahl an Rechtsextremen Dortmund den Rücken gekehrt haben.“ Er habe gerne als PP in Dortmund gearbeitet „und mit mir wohl erfreulicherweise ganz viele Mitarbeiter. Schulze: „Es war eine wirklich gute Zeit als Polizeipräsident“.

Wie sein Nachfolger Norbert Wesseler betonte, wolle er versuchen, die Kriminalität zu senken, die Aufklärungsrate zu erhöhen. Er wolle sich selbst sehr schnell ein Bild von der Nordstadt machen. Und zudem möchte er nicht mehr, dass Dortmund in den Medien in erster Linie mit Rechtsextremismus oder mit Autonomen Nationalisten in Verbindung gebracht wird. Seine größte Herausforderung allerdings: Er kommt als Schalke-Fan in die Stadt des Meisters.

Andreas Winkelsträter

Kommentare
05.12.2011
15:49
@ #31 Fakeilein
von vaikl2 | #33

Das "bestohlen, beraubt", also die Beschaffungskriminalität kann man bei euch Braunen ja getrost aus der Statistik rausnehmen, denn entweder seid ihr...
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/nazis-auch-bei-polizeipraesidenten-wechsel-in-dortmund-thema-id6128165.html
2011-12-02 17:33
Norbert Wesseler, Hans Schule, Polizeipräsident, Festakt, Ralf Jäger, Rechtsextremismus
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