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Landgericht

Nazi setzt sich grinsend auf Anklagebank

04.08.2012 | 12:00 Uhr
Der Prozess um Sven K. geht weiter.Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Im Prozess gegen den bekennenden Neonazi Sven K., der zusammen mit drei rechten Gesinnungsgenossen zwei türkischstämmige Jugendliche auf dem Weihnachtsmarkt zusammengeschlagen haben soll, sagte am 3. August ein weiterer Polizist als Zeuge aus.

Sein Grinsen ist breit und aufreizend, als er den Gerichtssaal betritt. Es bleibt, als ihm die Handschellen abgenommen werden und er jovial seine drei rechten Freunde auf der Anklagebank begrüßt. Die Auftritte des bekennenden Neonazi Sven K . – sie sind und bleiben nur schwer erträglich. Seit Mai verhandelt die 31. Große Strafkammer den Überfall vom 26. November 2011 auf zwei türkischstämmige Jugendliche auf dem Weihnachtsmarkt sowie diverse andere Körperverletzungen.

Doch um Sven K., der 2005 den Punker „Schmuddel“ in der U-Bahnanlage Kampstraße erstochen hatte und wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, ging es am gestrigen kurzen Verhandlungstag ebenso wenig wie um seinen mitangeklagten Bruder Jan. Vielmehr sagte ein Polizist als Zeuge aus, der einen Tag nach dem Überfall einen weiteren Rechten aus dem Quartett in dessen Wohnung festgenommen hatte. „Unter einem Kleiderhaufen fanden wir eine Bomberjacke, im Schuhschrank standen Springerstiefel.“ Der polizeibekannte Mann habe sich kooperativ gezeigt und keinen Widerstand geleistet.

Opfer hatten zuvor Streit beobachtet

Die Staatsanwaltschaft wirft Sven K. und seinen drei Gesinnungsgenossen fremdenfeindlich motivierte Körperverletzung vor. „Guck nicht so blöd, du Bastard“ – an diesen Satz vom 26. November 2011 konnten sich die beiden Jugendlichen bei ihrer Aussage vor Gericht noch genau erinnern .

An jenem Tag hatten sie auf dem Weihnachtsmarkt einen Streit zwischen Sven K. und dessen Ehefrau beobachtet. Dann sei es Sven K. gewesen, der sofort mit der Faust zugeschlagen habe, so lautete ihre weitere Aussage im Juni. Drei weitere Rechte in Springerstiefeln und Bomberjacken hätten dann gemeinsam auf sie eingetreten. Die vier angeklagten Neonazis behaupten, sich nach Provokationen nur gewehrt zu haben. Der Prozess geht am 20. August weiter.

Rechte Szene im Jahr 2011

 

Kathrin Melliwa

Kommentare
04.08.2012
12:41
Nazi setzt sich grinsend auf Anklagebank
von Groschmann | #2

Und täglich grüßt das...
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2012-08-04 12:00
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