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"Nazi oder Hure" - Arbeitsvermittler werden zur Zielscheibe

26.09.2012 | 21:12 Uhr
Einsatzfahrzeuge der Polizei und ein Notarztwagen stehen am Mittwoch in Neuss vor dem Jobcenter-Gebäude, wo eine 32 Jahre alte Mitarbeiterin niedergestochen wurde.Foto: dapd

Dortmund.   In Neuss hat ein 52-Jähriger in einem Jobcenter auf eine Arbeitsvermittlerin eingestochen. Die 32-Jährige starb später an den Verletzungen. Immer wieder werden Mitarbeiter in Jobcentern zur Zielscheibe von Bedrohungen und Beleidigungen.

Sie sind ja einiges gewohnt im Jobcenter Bochum, aber diese Postsendung schlug dem Fass dann doch den Boden aus. Sie enthielt eine blutverschmierte Scherbe, persönlich adressiert an einen Mitarbeiter, garniert mit einem Beipackzettel: „Ich habe Hepatitis“, stand da. „So etwas vergisst man nicht“, sagt Holger Böhle, Verdi-Gewerkschafter und Personalrat in Bochum. Anders als all die anderen Sauereien, die er und seine Kollegen ertragen müssen: Drohungen, Beleidigungen, umgetretene Stühle. „Ein Mal wollte mir auch jemand an die Wäsche“, erzählt er.

Und jetzt dieses Drama in Neuss. Es ist der zweite tödliche Zwischenfall in einem Jobcenter der vergangenen Jahre, nachdem im Mai 2011 in Frankfurt/Main eine Polizistin eine 39-Jährige erschossen hatte, die zuvor mit einem Messer auf einen Polizisten losgegangen war. Ursache des Streits waren damals zehn Euro, die die Frau in bar von der Sachbearbeiterin verlangt hatte.

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Diesmal war der Täter ein Mann, der schon häufiger da war, diesmal aber gegen neun Uhr unangemeldet ins Büro der jungen Mutter kam. Eine Frau, 32 Jahre, seit vier Jahren im Dienst. Eine grausame Tat, die nicht nur in Bochum schockiert. Entsetzt. Wütend macht. „Das ist so furchtbar“, sagt Karin Richter-Pietsch, Jobcenter-Expertin bei Verdi, und fügt drastisch hinzu: „Wie viele sollen abgestochen werden, bis andere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden?“ Täglich kämen Mitarbeiter in brenzlige oder zumindest unangenehme Situationen. Den Vorschlag, die Mitarbeiter hinter Panzerglas zu setzen, wie Heinrich Alt vom Vorstand der Bundesagentur für Arbeit kategorisch auszuschließen, hält sie für falsch: „Das geht bei der Bank doch auch.“

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"Nazi oder Hure" - Arbeitsvermittler werden zur Zielscheibe
"Nazi oder Hure" - Arbeitsvermittler werden zur Zielscheibe
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/nazi-oder-hure-arbeitsvermittler-werden-zur-zielscheibe-id7137708.html
2012-09-26 21:12
Jobcenter,Messerattacke,Neuss,Polizei,Angriff,gewalt
Dortmund