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Nazi-Demo

Nazi-Demo und linke Gewalt in Dortmund — die Chronik

03.09.2011 | 08:47 Uhr

Dortmund. 763 Rechte bei der Nazi-Demo, 10.000 friedliche Gegendemonstranten, 1500 gewaltbereite Linke, 16 verletzten Polizisten, 271 Festnahmen — so die Bilanz der Polizei. Hier die Ereignisse des Tages in der Zusammenfassung!

20 Uhr: Mit ein paar Infos aus der Polizei-PK beenden wir unseren Live-Ticker. Zum Angriff auf den VW Bulli der Polizei an der Uhlandstraße/Schillerstraße: Die Scheiben des Mannschaftswagens wurden von Linken mit Steinen, Sperrmüll und Fernsehgeräten durchschlagen, die an der Straße gestanden hatten — die Angreifer setzten auch Pfefferspray gegen die Beamten ein. Ein Polizist wurde schwer verletzt. In der Bülowstraße waren die Polizisten massiv mit Steinen beworfen worden, was zum Kessel an der Bachstraße/Schillerstraße führte. Eingekesselt waren dort 248 Linke. Bei der Sitzblockade an der Westerbleichstraße wurden 80 Demonstranten weggetragen — an der Uhlandstraße 30. Die Sitzblockade an der Kirchenstraße, wegen der die Route-der Nazi-Demo geändert werden musste, löste sich friedlich auf.

19.49 Uhr: An der Rheinischen Straße war die Polizei zwar mit großer Präsenz vor Ort, aber die Anmeldung zur Spontandemo nahmen die Rechten von sich aus zurück. Interessant: Der Ort der geplanten Demo befand sich direkt neben dem Donnerschlag, dem ehemaligen rechten Szeneladen. Derweil wurden am Rande der Demo vier Rechte festgenommen.

19.46 Uhr: Dortmunds Polizeipräsident Hans Schulze bei der Pressekonferenz: "Es war ein erfolgreicher Einsatz unter erheblich erschwerten Bedingungen. Für Beamten hat es dabei ein erhebliches persönliches Risiko gegeben." Der Blockadeaufruf der Linken habe dazu geführt, dass auch die kamen, die man in Dortmund eigentlich nicht wollte — gewaltbereite Antifa in einer Dimension, "wie wir es in Dortmund bislang nicht kannten." Daher seien etwa zum ersten mal seit Langem Wasserwerfer eingesetzt worden.

Linke vs. Polizei

19.38 Uhr: Ein paar Zahlen von der Polizei-PK: Bei der Nazi-Demo waren 763 Rechte, bei den angemeldeten Gegendemos 10.000 Teilnehmer, plus 1500 gewaltbereite Linksautonome — ein Drittel davon unter 18 Jahren. 16 Polizisten wurden verletzt — drei davon schwer, unter anderem durch Steine, Flaschen, Pyrotechnik und Pfefferspray. Unter den Linken Demonstranten wurden sieben Personen verletzt. 258 Linke und 13 Rechte wurden festgenommen und kamen in die "Gefangenensammelstelle" — darunter 68 Jugendliche. Gegenstände, die die Polizei sichergestellt hat: Pfefferspray, Spraydosen, Sturmhauben, Schutzwesten, Ketten, Pflastersteine.

19.23 Uhr: Rund 30 Rechte stehen an der Rheinischen Straße auf Höhe der Ofenstraße. Die Polizei ist vor Ort — aber sonst ist alles ruhig. Einige Einsatzwagen sind sogar schon wieder abgezogen.

19.18 Uhr: Während im Präsidium die PK der Polizei läuft, wird beim Friedensfest in Dorstfeld gefeiert. Oder erstmal geredet: OB Sierau, Arbeitsminister Schneider ("Man sollte ernsthaft erwägen, die NPD zu verbieten." — "Beim Thema Blockaden muss die Politik umdenken.") und andere stehen auf der Bühne. Dass kurz zuvor rund 50 Rechte die Veranstaltung lautstark gestört hatten, stört hier niemanden. Nach 3 Minuten waren sie eh vertrieben.

19.10 Uhr: Ausgerechnet heute Nacht fährt die S1 von und nach Bochum nur bis Dorstfeld. Dort muss man dann umsteigen...

Nazis in Dortmund

19.03 Uhr: Eine "Privatperson" hat laut Polizei eine Spontandemo angemeldet. Offenbar zieht die Polizei Kräfte an der Rheinischen Straße zusammen. Wir gucken mal nach!

18.44 Uhr: Eine kleine Gruppe Nazis hat das Friedensfest auf dem Wilhelmplatz in Dorstfeld gestört.

18.37 Uhr: Während gerade alles ruhig ist, warten wir gespannt auf die Bilanz-PK der Polizei um 19 Uhr.

17.58 Uhr: Der Haupteingang zum Bahnhof ist wieder offen, aber Absperrungen gibt's trotzdem noch. Die Nazis sind inzwischen alle angekommen. Einzelne Kleingruppen sind nicht zu den Entlastungszügen geleitet worden, sondern zu anderen Zügen oder zur S-Bahn.

17.55 Uhr: Für Reisende entspannt sich die Lage jetzt. Wer seinen Zug kriegen muss, wird auch durchgelassen. Auch die Sperrung der U-Bahn ist aufgehoben.

17.46 Uhr: Normale Reisende habe derzeit aber doch größere Probleme: Sie kommen wegen der Absperrungen kaum zum Zug. Oder zumindest so zögerlich, dass sie ihren Zug eh verpassen.

17.44 Uhr: Ziel der Bundespolizei, also den "Hausherren" im Hauptbahnhof: Möglichst alle Rechten sollen auf den Gleisen 26 und 31 in zwei Entlastungszüge Richtung Bielefeld und Düsseldorf verfrachtet werden. Noch sind aber nicht alle Demonstranten von der Speestraße per U-Bahn angekommen. Anhalten werden die Züge auf Nachfrage in größeren Orten.

17.34 Uhr: Obwohl die Polizei die Eingänge zum Hbf noch immer kontrolliert, hat sich eine Antifa-Gruppe auf's gegenüberliegende U-Bahn-Gleis gemogelt und "begrüßt" die ankommenden Rechten lautstark.

Nazi-Demo in Dortmund

17.22 Uhr: Auf den Nordstadtstraßen fahren schon wieder Zivil-Fahrzeuge. Polizei ist deutlich weniger zu sehen. Nur am Hafen ist noch alles voll. Auch am Hbf entspannt sich die Lage ein wenig — die Absperrungen am Nordausgang sind inzwischen angebaut. Die Rechten werden von der Polizei pulkweise auf's hintere Gleis geleitet.

17.15 Uhr: Der Haupteingang zum Hauptbahnhof ist immer noch gesperrt, weil immer wieder U-Bahnen mit Rechten ankommen. Reisende müssen die Nebeneingänge benutzen und die Polizeiabsperrungen passieren.

16.57 Uhr: Die Nazi-Demo an der Speestraße am Hafen löst sich auf. Die Rechten werden von der Polizei zur U47/49-Haltestelle Hafen geleitet.

16.32 Uhr: Vierte Zwischenbilanz der Polizei: "Nach gewalttätigen Angriffen auf Polizeibeamte und massivem Druck auf die polizeilichen Absperrungen versuchen immer wieder Linksautonomen, teilweise in Kleingruppen, aber auch mit mehreren 100 Personen, die Absperrungen rund um den Aufmarsch der Rechtsextremisten zu überwinden. Dabei nehmen sie keine Rücksicht auf die körperliche Unversehrtheit der Einsatzkräfte und bewerfen Polizeibeamte mit Steinen, wie zuletzt in der Bülowstraße. Im Bereich der Schützenstraße/Westerbleichstraße besetzten ca. 80 Linksautonome die Schützenstraße. Auf Grund ihrer Aggressivität und Gewaltbereitschaft wurden sie durch die Polizei hinter die Absperrungen getragen und erhielten Platzverweise. Eine zweite Sitzblockade von zwei Kleingruppen im Bereich Mallinckrodtstraße/Uhlandstraße wurde ebenfalls durch die Polizei aufgelöst. Die ca.30 bürgerlichen Demonstranten verhielten sich friedlich und konnten ohne Widerstand weggetragen werden. Der Aufmarsch der Rechtsextremisten hat seinen Weg nach einer Zwischenkundgebung an der Kreuzung Mallinckrodtstraße/Schützenstraße gegen 15.40 Uhr fortgesetzt. Auf Grund einer Störung auf dem vorgesehenen  Marschweg über die Schützenstraße führt die rechtsextreme Versammlung nun über eine vereinbarte Ausweichroute durch die Blücherstraße. Zurzeit sind immer noch über 1000 zum Teil gewaltbereite Linksautonome im Bereich der nördlichen Innenstadt unterwegs, die offensichtlich die Konfrontation mit der Polizei suchen."

16.20 Uhr: Der Zug der Rechten kommt gerade am Endpunkt im Hafen (Parkplatz Speestraße) an. Auf dem Weg dorthin war es sehr ruhig. Die Straßen waren leer, Linke waren nirgends zu sehen. Skurriles Bild: Die einzige Person am Straßenrand war ein Obdachloser an einem Baum. Er wusste mit der Situation nicht so ganz viel anzufangen.

16.02 Uhr: Die Polizei hat ihre Abgrenzung der Sitzblockade an der Schützenstraße freigegeben. Offenbar wurde dabei die Presse in ihrer Arbeit stark behindert: Die Beamten griffen Kameraleuten in die Technik, ließen die Kollegen nicht ans Geschehen heran.

15.43 Uhr: Blockade-Erfolg Fehlanzeige: Die Polizei leitet den Nazi-Zug in die Blücherstraße — als in die Parallelstraße der eigentlich geplanten Schützenstraße. Die Route wird zwar geändert, aber nicht abgekürzt. Kurz zuvor waren die Teilnehmer der Sitzblockade an der Schützen-/Kirchenstraße in Jubel ausgebrochen, weil sie die Rechten auf der Mallinckrodtstraße vorbeimarschieren sahen.

15.32 Uhr: Die Rechten-Demo setzt sich wieder in Bewegung — die Reiterstaffel vorne weg. Offenbar geht's nun doch strack weiter über die Mallinckrodtstraße zum Hafen. Die Kurve über Schützenstraße, Treibstraße und Sunderweg wird wohl ausgelassen.

15.28 Uhr der Hbf ist schon wieder gesperrt — aber offenbar nur kurzfristig. Gerade ist dort ein Gegendemo-Zug von "Übriggebleibenen"  vom Nordmarkt angekommen.

15.27 Uhr: Pfarrer Laker von der Pauluskirche hat den Demonstranten angeboten, hinter den Zaun aufs Kirchengrundstück zu kommen. Das will aber kaum jemand. Wird jetzt doch geräumt?

15.15 Uhr: Die Polizei bereitet sich offenbar darauf vor, die Sitzblockade an der Schützenstraße/Kirchenstraße zu räumen. Die Gegendemonstranten sitzen dort seit 10 Uhr. Die Polizei zieht größere Kräfte auf. Ein Indiz dafür, dass der Zug der Nazis doch nicht von der geplanten Route abweicht?

15 Uhr: Die Kundgebung der Nazis an der Schützenstraße ist zwar vorbei, aber die rund 700 Rechten stehen noch immer auf der Kreuzung.

14.45 Uhr: Die Räumung der Sitzblockade an der Westerbleichstraße/Schützenstraße geht weiter. Die Polizei geht dabei ziemlich rabiat vor — Gegenwehr der Demonstranten gibt's aber nicht.

14.38 Uhr: An der Schillerstraße löst die Polizei einen der beiden Kessel auf. Die Linksautonomen, die sich zuvor Scharmützel mit den Beamten geliefert hatten, werden in Polizeibusse verfrachtet.

14.35 Uhr: Der Zug der Rechten hat auf der Mallinckrodtstraße zur Zwischenkundgebung gestoppt (Ecke Schützenstraße).

 

14.25 Uhr: Inzwischen spricht die Polizei auch von mehreren leicht verletzten Beamten. Ein Polizist wurde schwer verletzt.

14.25 Uhr: Dritte Zwischenbilanz der Polizei: "Neben mehreren tausend friedlichen Demonstranten [...] kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen von linken Autonomen mit der Polizei. 1500 gewaltbereite Autonome haben sich nördlich des Hauptbahnhofes versammelt und versuchen immer wieder, die Polizeiabsperrungen rund um den Aufmarsch der Rechtsextremisten zu durchbrechen. Dabei werden Polizeibeamte mit Pfefferspray angegriffen und mit Steinen oder Böllern beworfen. Mehrere Polizeibeamte wurden leicht verletzt. In der Haydnstraße griffen Linksextremisten ein Polizeifahrzeug mit schweren Wurfgeschossen an. Ein Polizeibeamter wurde dabei schwer verletzt, das Fahrzeug erheblich beschädigt. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen kam es bisher in einem Fall zum Einsatz eines Wasserwerfers. Auch mussten die Beamten den Schlagstock einsetzen. Im Bereich Bachstraße/Schillerstraße sind aktuell nach Angriffen auf Polizeibeamte zwei Personengruppen mit etwa 150-180 Linksextremisten eingeschlossen worden, darunter ca. 40 Kinder und Jugendliche. Die Versammlung der Rechtsextremisten hat mit über 700 Teilnehmern begonnen. Die Angriffe der Linksautonomen dauern an. Die Dortmunder Polizei wird weiterhin konsequent einschreiten und an ihrem Trennungskonzept festhalten. "Die Gewaltexzesse gegen Polizeibeamte hat mit demokratischem Protest gegen Rechtsextremisten überhaupt nichts mehr zu tun", bewertet Polizeipräsident Hans Schulze die aktuelle Lage."

14.24 Uhr: Eine zweite Sitzblockade hat sich auf der Schützenstraße/Westerbleichstraße gebildet — offenbar um zu verhindern, dass die Polizei die Rechten an der schon lange bestehenden ersten Blockade vorbeiführt. Aber die Polizei greift sofort durch und trägt die Demonstranten weg.

14.19 Uhr: Die Polizei hat den Sitzblockierern an der Schützenstraße vorgeschlagen, die Rechten an ihnen vorbeizuführen. Das lehnen die Antifaschisten aber ab. Ob die Polizei die Route des Nazi-Marsches nun ändert oder nicht, ist immer noch offen.

13.58 Uhr: Die rund 500 rechten Demonstranten gehen jetzt von der Kundgebung an der Grünen Straße los. Ziel: der Parkplatz an der Speestraße am Hafen. Eigentlich soll der Nazi-Zug über Kurfürstenstraße, Mallinckrodtstraße, Schützenstraße, Treibstraße und Sunderweg gehen — aber alles weist darauf hin, dass dir Polizei den Marsch abkürzt und über die Mallinckrodt direkt zum Hafen führt.

13.48 Uhr: An der Ecke Schillerstraße/Uhlandstraße wird's offenbar wieder etwas kribbeliger. Die Polizei hatte dort schon vor Längere, etwa 150 Linksautonome eingekesselt — jetzt kommt eine große, schwarze Gruppe Linker neu dazu.

13.40 Uhr: In der Nordstadt ist es ein wenig ruhiger geworden. Die 1500 Linken haben sich offenbar in kleine Grüppchen verteilt.

13.26 Uhr: Der "Bunt statt Braun"-Demozug von der Katharinentreppe ist am Nordmarkt angekommen. Nach ersten Schätzungen sind 3000 Leute dabei!

13.16 Uhr: Zwei Mini-Sitzblockaden an der Ecke Uhlandstraße/Mallinckrodtstraße: Etwa 30 Demonstranten blockieren die Kreuzung — und werden sofort von der Polizei weggetragen.

13.12 Uhr: Die friedliche Sitzblockade an der Schützenstraße/Kirchenstraße sitzt auch weiterhin. Aber eben nur geduldet bis 14 Uhr. Die Wirte der benachbarten Imbisse, Kioske und Dönerbuden versorgen die Demonstranten mit Essen und kalten Getränken.

13 Uhr: Die riesige Gruppe von Gegendemonstranten zieht von der Katharinentreppe zum Nordmarkt.

12.49 Uhr: Die zweite Zwischenbilanz der Polizei: "Zurzeit befindet sich eine Gruppe von 1000 gewaltbereiten Linksextremisten, die keiner angemeldeten Versammlung angehören, im Bereich des Nordmarktes, Heroldstraße und Steinstraße. Nach massiven Angriffen auf Polizeibeamte und Einsatzfahrzeuge kam es zu ersten Schlagstockeinsätzen. Auch ein Wasserwerfer musste im Bereich der Uhlandstraße/Schillerstraße/Schützenstraße eingesetzt werden, um die Gewalttätigkeiten zu unterbinden. Die Polizei musste hart durchgreifen, um weitere Gewalttätigkeiten zu verhindern. Im Bereich der Versammlung Rechts hat sich die Teilnehmerzahl auf bisher rund 400 Personen erhöht."

12.44 Uhr: Linke haben an der Uhlandstraße/Schillerstraße einen Mannschaftswagen der Polizei angegriffen. Die Polizisten konnten sich nur mit Vollgas retten. Daraufhin folgte dann der Einsatz von Wasserwerfern und Schlagstöcken.

12.34 Uhr: An der Schillerstraße hat die Polizei die Lage im Griff. Die gewaltbereiten Linken sind in zwei Lager aufgeteilt und teilweise eingekesselt. Die mobilen Sanis der Antifa versorgen einige blutende Verletzte.

12.28 Uhr: An der Schillerstraße/Uhlandstraße geht's rund: Die Polizei setzt Wasserwerfer gegen gewaltbereite Linksautonome ein. Auch Schlagstöcke werden eingesetzt.

12.22 Uhr: Die Situation am Hbf-Nordausgang hat sich entspannt — die rund 1000 linken Demonstranten sind durch den Keuning-Park Richtung Nordstadt abgezogen.

12.20 Uhr: An der Katharinentreppe beginnen die Reden. Den Anfang machte OB Sierau.

12.08 Uhr: 1000 Demonstranten sind am Cinestar hinter dem Hbf aufgezogen und stehen der Polizei gegenüber — und den Nazis, die am Sammlungspunkt rund 300 Meter weiter Richtung Hauptpost stehen.

12.07 Uhr: Erste Bilanz der Polizei von 12.01 Uhr: "Seit 9.48 Uhr gibt es eine Sitzblockade an der Schützenstraße von ca. 50 Personen. Nach Gesprächen mit der Polizei wurde dies als Spontanversammlung bewertet. Bis auf weiteres wird diese Aktion von der Polizei geduldet. Gegen 10.56 Uhr wurden an der Schillerstraße mehrere hundert gewaltbereite Personen Links von der Polizei angehalten, nachdem zuvor aus der Gruppierung heraus Polizeibeamte mit Steinen und Pyrotechnik beworfen wurden. Eine Person wurde nach Flaschenwurf auf Polizeibeamte festgenommen. Die anderen Personen wurden mit Platzverweisen belegt und entfernten sich in Richtung Münsterstraße. Am Sammlungsort Rechts befinden sich bisher lediglich 320 Teilnehmer. Weitere mindestens 200 Rechte sind noch auf der Anreise. Bei einer NPD-Versammlung sind es bisher lediglich 30 Personen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind durch gewalttätige Angriffe (Pfefferspray und Steinwurf) von Linksautonomen fünf Polizeibeamte leicht verletzt worden (Pfefferspray und Steinwurf). Zwei Personen wurden bisher festgenommen, davon ein Rechtsextremist aufgrund eines Haftbefehls und ein Linksautonomer Gewalttäter aufgrund eines Flaschenwurfs auf einen Polizeibeamten."

12.06 Uhr: 2000 Leute sind bei der Kundgebung an der Katharinentreppe. Es herrscht Volksfeststimmung — mit Livemusik und viel gute Laune.

11.50 Uhr: Der Platz an der Katharinentreppe am Hauptbahnhof füllt sich. Mehrere Hundert Gegendemonstranten, viele davon von politischen Jugendorganisationen, warten auf den Beginn der Kundgebung. Veranstalter ist der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus — los geht's um 12 Uhr.

11.37 Uhr: Und die Sitzblockade wächst weiter. Offenbar leitet die Polizei gezielt einzelne Demo-Gruppen dorthin.

11.34 Uhr: Der stellv. Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Frank Richter, hat sich gerade an der Schützenstraße/Kirchenstraße den Einsatz seiner Kollegen bei der Sitzblockade der Nazigegner angeschaut.

11.27 Uhr: An der Ecke Münsterstraße/Mallinckrodtstraße haben sind rund 500 Linke von Grünen, Falke und Co. versammelt. Die Kreuzung selbst ist aber (noch) frei.

11.21 Uhr: Die Sitzblockade an der Ecke Schützenstraße/Kirchenstraße wird von der Polizei weiter geduldet: Die rund 100 friedlichen linken Demonstranten dürfen laut Polizei bis 14 Uhr bleiben.

11.20 Uhr: Der Kessel an der Scheffelstraße ist aufgelöst.

11.10 Uhr: Etwa zehn Nazis haben sich auf der Uhlandstraße auf den Mittelstreifen gesetzt und hören Rechtsrock. Die Polizei ist stark dabei — die Linken haben sie offenbar noch nicht entdeckt...

11.06 Uhr: Die Polizei hat rund 100 Linksautonome an der Ecke Scheffelstraße/Schillerstraße eingekesselt. Flaschen und Steine sind geflogen — auch Pfefferspray kam seitens der Polizei zum Einsatz. Es gibt einige Verletzte.

10.56 Uhr: Am Keuning-Park hinter dem Hauptbahnhof sollen sich Hunderte Linksautonomer versammelt haben.

10.49 Uhr: Die Polizei löst die Sitzblockade an der Ecke Schützenstraße/Kirchenstraße auf. Offenbar war sie nicht angemeldet, sondern nur "geduldet". Die Ansage: "Wenn Sie dieser Durchsage nicht Folge leisten, befinden Sie sich im Bereich polizeilicher Maßnahmen." Einige Krankenwagen stehen bereit. Alles bereitet sich auf die Räumung vor.

10.40 Uhr: Das ständige Hubschrauber-Brummen nervt tierisch. Gottlob, wer keinen Kater-Kopfschmerz hat...

10.34 Uhr: Ein paar Verkehrsinfos: Falls ihr in die Nordstadt wollt — vergesst es. Das Viertel ist komplett abgeriegelt. Zudem sind die U-Bahn-Stationen Hafen, Leopoldstraße und Schützenstraße den ganzen Tag über komplett dicht und werden nicht angefahren.

10.21 Uhr: Aus einer Polizeimeldung: "An der Westfaliastraße versuchten mehrere hundert gewaltbereite Personen, die Sperrstelle zu durchbrechen. Der Polizei gelang es, einen Teil der Gruppe durch den Einsatz starker Kräfte sowie dem Einsatz von Pfefferspray abzudrängen. Dabei wurden mehrere Personen verletzt. Die genaue Anzahl ist derzeit nicht bekannt.

10.10 Uhr: Aus der Schillerstraße kommen rund 300 Linke — inklusive Vermummter. Sie ziehen weiter in die Erwinstraße Richtung Sperrzone.

10.08 Uhr: Die Sitzblockade der Nazi-Gegner an der Ecke Schützenstraße/Kirchenstraße ist inzwischen angemeldet. Die rund 60 Demonstranten blockieren damit offiziell die Route der Nazi-Demo!

10.04 Uhr: Mehrere Krankenwagen fahren in die Sperrzone (Richtung Parkplatz Speestraße?). Es soll Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Linken gegeben haben.

9.56 Uhr: In der Bülowstraße außerhalb der Absperrung zur "Roten Zone" steht der Schwarze Block der Antifa. Auch andere Linke Gruppen sind dort unterwegs — und die Polizei immer hinterher.

9.54 Uhr: Die rund 120 Teilnehmer der (inzwischen beendeten) Kundgebung an der Schützenstraße wollen jetzt in die Sperrzone zur linken Blockade — aber die Polizei lässt sie nicht.

9.47 Uhr: Rund 50 Gegendemonstranten haben eine Sitzblockade in der "Roten Zone" gebildet — der Sperrzone am Hafen rund um die Speestraße, in der die Nazis marschieren wollen. Offenbar haben die Linken dort übernachtet.

9.44 Uhr: Am Hbf werden viele Nazi-Gegner blockiert, die zu einer der Demos wollen. Zuvor hatte die Polizei zugesichert, dass gerade das nicht passiert...

9.40 Uhr: Inzwischen sind rund 100 Demonstranten bei der "Dortmund nazifrei!"-Kundgebung an der Schützenstraße. Gerade redet NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD). Zur Teilnehmerzahl sagt er: "Das ist ausbaufähig, aber wir werden sehen, dass die Braunen keine Chance haben."

9.35 Uhr: Sierau: "Nazis sind in kleiner Zahl hier in Dortmund. 30 bis 40 unter 60.000 Dorstfeldern. Sie können nicht Fuß fassen." — "Eine Demokratie muss wehrhaft sein und sich friedlich zur Wehr setzen." Er geht noch mal auf Blockaden ein, erwähnt Gandhi und Marton Luther King — aber die Terminlage lässt es nicht zu, dass Sierau sich selbst an Protesten beteiligt...

9.21 Uhr: Oberbürgermeister Sierau hat mit seiner Rede an der Schützenstraße begonnen. Ein paar Bruchstücke: "Die Nazis missbrauchen Dortmund als Aufmarschplatz. Aber Dortmund gehört uns und soll nazifrei sein!" Der OB lobt den Protest vom Freitag in der Südstadt. Dort habe es das Aufwärmprogramm gegeben. Heute würden Tausende Bürger gegen rechts demonstrieren.

9.21 Uhr: Übrigens: Auch der U-Turm zeigt heute Flagge gegen Nazis. Wo sonst hoch oben Winkelmanns "Fliegende Bilder" blinken, windet sich den ganzen Tag über der Spruch "Ich, der Turm fand schon damals Nazi voll uncool".

9.00 Uhr: Bislang waren nur knapp 80 Leute bei der "Nazifrei"-Kundgebung an der Schützenstraße — aber jetzt kommt ein großer Pulk der Antifa. So langsam füllt sich die Straße (oder besser: der Bürgersteig — denn da findet die Kundgebung eigentlich statt...).

8.55 Uhr: Um kurz nach 9 Uhr startet die Kundgebung vom Bündnis „Dortmund nazifrei“ an der Ecke Schützenstraße/Goethestraße in der Nordstadt. Redner sind unter anderem OB Ullrich Sierau, NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD), Marie Dazert (Grüne Jugend NRW) und Sophie Niehaus, (SJD/Die Falken). Anschließend geht’s zur Demo um 12 Uhr an die Katharinentreppe.

8.43 Uhr: Und noch eine wichtige Info am Rande: Heute wird’s heiß!

8.30 Uhr: Guten Morgen! Zum Liveticker-Start schon mal ein paar Eindrücke und Infos aus der Stadt: Der ein oder andere Hubschrauber kreist, an jeder Ecke steht die Polizei. Vor allem wer sich Richtung Nordstadt aufmachen will, steht schnell vor einem Absperr-Gitter, wie am Bahnhof, am Burgtor oder an der Bornstraße. Die Polizei kontrolliert alle Bullis und Lieferwagen – aber die meisten Pkw kommen unbehelligt durch. Noch...

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Nazi-Demo und linke Gewalt in Dortmund — die Chronik
Nazi-Demo und linke Gewalt in Dortmund — die Chronik
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/nazi-demo-und-linke-gewalt-in-dortmund-die-chronik-id5024467.html
2011-09-03 08:47
NPD, Rechtsextreme, Nazi, Demo, Neo-Nazis, Links, Rechts, Gewalt, Polizist, Beamte, Angriff, verletzt
Dortmund