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Biomedizin

Nanohale AG richtet sich völlig neu aus

28.08.2012 | 06:00 Uhr
Nanohale AG richtet sich völlig neu aus
Firma Nanohale im Biomedizinzentrum Dortmund an der TU Dortmund.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Auf der Hauptversammlung stellte die Dortmunder Biomedizinfirma Nanohale AG ein völlig neues Betriebskonzept vor. Das junge börsennotierte Unternehmen verabschiedet sich vorerst vom Traum, Medizin durch Trägerstoffe inhalieren zu können.

Auf der Hauptversammlung stellte die Dortmunder Biomedizinfirma Nanohale AG ein völlig neues Betriebskonzept vor. Das junge börsennotierte Unternehmen verabschiedet sich vorerst vom Traum, Medizin durch Trägerstoffe inhalieren zu können. Stattdessen sollen erstmal Arzneien produziert werden, deren Patentschutz abgelaufen ist.

Dr. Nicolas Combé, Vorstand der Nanohale AG, stellte den 30 anwesenden Aktionären eine grundlegende Umstrukturierung der Gesellschaft vor. Dabei sollen zukünftig die Hauptgeschäftsaktivitäten im Bereich der „Entwicklung, Formulierung und Analytik biopharmazeutischer Produkte, insbesondere biopharmazeutischer Nachahmerprodukte liegen“.

Tochterfirma in München aufgekauft

Zu diesem Zweck hat die Nanohale bereits eine Tochterfirma in München aufgekauft. Wie Combé im Interview erklärt, soll die Mutter Nanohale noch im September den Namen der Tochter annehmen - und dann Formycon heißen. Außerdem wird der Firmensitz nach München verlegt. Die Forschungsvorhaben rund um die Nano-Carrier-Systeme sollen weiter von der Nanohale in Dortmund betrieben werden.

Die zukünftige Fokussierung der Unternehmensaktivitäten auf Nachahmerprodukte habe „strategische und wirtschaftliche Gründe“. Die bereits Ende 2011 erfolgte Übernahme der Forschungs- und Entwicklungsorganisation sowie der Dienstleistungs- und Produktionssparte von Scil Technology und eröffnete dem Unternehmen die Möglichkeit, sich in einem völlig neuen, sehr schnell wachsenden Markt zu engagieren. Das Kerngeschäft der Scil Technology lag auf dem Gebiet der Entwicklung, Formulierung und Analytik biopharmazeutischer Produkte.

Viele Patente laufen bald ab

Biosimilars sind Folgeprodukte von biopharmazeutischen Medikamenten , deren Patente abgelaufen sind. „Da bis 2015 die Hälfte aller Biotech-Produkte den Patentschutz verlieren wird, bis 2020 gar 90%, entsteht in den kommenden Jahren ein gänzlich neuer und attraktiver Markt mit einem hohen Umsatzpotenzial.“, so Combé.

Wie der Vorstand im Interview mit unserer Redaktion erläuterte, sei die ursprüngliche Strategie von Nanohale durch das Abspringen eines Partners in Russland gescheitert. Die Zulassung der verbraucherfreundlichen Inhalierung von Wirkstoffen habe über den russischen Markt erfolgen sollen. Dieses Ziel sei nun geplatzt. Eine Zulassung auf dem deutschen Markt sei weiter angestrebt, werde aber eine lange Zeit benötigen, bat Combé um Geduld.

Geduld hat natürlich die Börse nicht. Deshalb ist der Wert der Nanohale-Aktie seit ihrer Emission im letzten Jahr von 10 Euro je Aktie auf aktuell rund 2 Euro gepurzelt.

Gerald Nill



Kommentare
28.08.2012
11:03
Nanohale AG richtet sich völlig neu aus
von thordril | #1

Das hört sich ja alles sehr "erfolgversprechend" an. Und der Firmensitz wird erst einmal nach München verlegt. Jaah neeh iss klah ..........

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