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Brieftaubenzucht

Nachwuchssorgen in der Dortmunder Brieftaubenzucht

30.12.2012 | 10:00 Uhr
Nachwuchssorgen in der Dortmunder Brieftaubenzucht
Die Taubenzucht gehört zum Revier - doch der Nachwuchs fehlt.Foto: Dirk Bauer

Dortmund.   Am 5. und 6. Januar treffen sich 20.000 Taubenzüchter in der Dortmunder Westfalenhalle. Ein Thema dort auch: fehlender Nachwuchs. Denn für die Jugend heute sind Spielkonsolen und Computer interessanter als die Taubenzucht.

Ein beliebtes Hobby ist im Ruhrgebiet seit vielen Generationen die Brieftaubenzucht . Jedoch macht sich seit geraumer Zeit große Sorge bei den Züchtern breit: Die jungen Nachwuchszüchter sterben aus. Interessanter heute: Spielkonsolen und Computer.

Jugend-Arbeits-Kreis reagiert

Der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter versucht, gegen den abnehmenden Trend der Brieftaubenhaltung anzugehen. Mit einer gezielten Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit des Jugend-Arbeits-Kreises (JAK) spricht der Verband die jungen Nachwuchszüchter direkt an. Durch ein spezielles Rahmenprogramm, welches am 5. und 6. Januar bei der nächsten „Deutschen Brieftaubenausstellung“ in den Westfalenhallen angeboten wird, sollen Jugendliche an das Thema herangeführt und für die Liebe zum Tier sensibilisiert werden.

Wilhelm Blume, erster Vorsitzender des Taubenzucht-Regionalverbandes Dortmund-Scharnhorst, sieht das Problem nicht erst seit gestern. „Natürlich haben wir Nachwuchssorgen“, erklärt er, „in der heutigen Zeit ist einfach vieles interessanter.“ So hätten schon Kindergartenkinder oder Grundschüler einen Nintendo, die Spielkonsole für die Hosentasche, im Gepäck. „Früher“, erinnert sich Blume, „da gab es das nicht. Da sind die Kinder in Familien zusammen mit Hund und Huhn aufgewachsen.“ Doch gesteht er sich auch zu, dass das „auf dem Land“ heute noch immer so ist. „Aber wo gibt es in einer Großstadt wie Dortmund schon noch Land?“.

Jugendliche anlocken

Die Zeit sei schnelllebig. Was heute im Trend ist, sei morgen vergessen. Doch trotzdem „steht die Liebe zum Tier bei uns im Mittelpunkt“, erklärt Blume. Dazu gehöre die Pflege, das Füttern und Ausmisten. „Einen Nintendo, den kann man ausmachen, wenn’s langweilig wird. Hat man wieder Lust, macht man ihn an. Eine Tier kann man nicht so einfach abstellen.“ An diesem Problem seien jedoch auch Eltern und Großeltern mitschuldig.

Thematisiert wurde das Problem auch in einer kürzlichen Versammlung des Regionalverbandes. „Wir müssen uns damit abfinden, dass unser Sport, unser Hobby, aussterben wird“, weiß Blume. Der 64-Jährige weiß auch, wie schwer es ist, an Jugendliche heranzukommen. So bemühe sich auch sein Verband, Jugendliche für das Thema zu interessieren.

Der Regionalverband Dortmund-Scharnhorst zähle heute 1100 Mitglieder, darunter etwa 60 Jugendliche. Neue unter 18-Jährige zu gewinnen, sei schier unmöglich. Die Grundausstattung eines Schlages von 40 Tieren koste um die 800 bis 1000 Euro. Auch diese Kosten könnten ein Problem sein.

Trotz der trüben Aussicht, ist Wilhelm Blume voller Tatendrang, Jugendliche zu sensibilisieren: „Wir werden es trotzdem immer wieder versuchen.“

Lena Lahne



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