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Nachwuchs-Alarm bei der Feuerwehr

21.01.2013 | 00:10 Uhr
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Nachwuchs-Alarm bei der Feuerwehr

Dortmund.  Bei der Feuerwehr schrillen die Alarmsirenen: Die Probleme, genügend qualifizierten Nachwuchs zu rekrutieren, wachsen. Weniger als fünf Prozent der Bewerber sind letztendlich für den Feuerwehr-Beruf geeignet.

Qualifizierungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit oder eine kombinierte Ausbildungen bei der Stadtverwaltung sollen Auszubildende an die Feuerwehr heranführen. Denn die Wehr leidet unter Nachwuchs-Mangel.

„Wir sind schon bemüht, die Test zu modifizieren“, so Feuerwehrchef Dirk Aschenbrenner. „Aber bestimmte Anforderungen können und dürfen wir nicht runterschrauben.“ Die Zahlen seien erschreckend. Von rund 800/900 Bewerbern fallen schon so viele raus, da sie beim NRW-weit einheitlichen Mathe/Diktat-Test durchfallen, Oder sie bringen die geforderte abgeschlossene Berufsausbildung nicht mit, „so dass zum sportlichen Test nur noch etwa 80 antreten können“, so Dr. Hauke Speth, stellvertretender Feuerwehrchef.

Man wolle keine Supermänner, doch fallen beim Sport erneut 50 Prozent durch. Man sei dann froh, die 24 für einen Grundlehrgang erforderlichen Aspiranten zu haben. Denn beim abschließenden Vorstellungsgespräch oder beim praktischen Test (ein Eisenrohr absägen oder Nägel in Holz schlagen und wieder herausziehen) scheitern weitere Kandidaten.

Sportliche Anforderungen

Man liefere Kandidaten detaillierte Trainingspläne, damit sie sich auf die Sporttests, die durchschnittlichen Anforderungen des Sportabzeichen in Gold entsprächen, vorbereiten können. „Doch ist es schon auffällig, wenn den Kandidaten Kenntnisse über das Berufsbild fehlen“, so Verwaltungschef Stefan Rey. „Viele wissen nicht, dass sie nicht nur Helden sind, die Menschen retten, sondern auch Dienstleistungen im Rettungsdienst erbringen müssen.“ Beim erstmals durchgeführten Qualifizierungslehrgang der Arge seien die Kandidaten äußerst motiviert gewesen. Aber: Von 15 Kandidaten habe es nur einer geschafft, der nun zum 1. April seine Ausbildung zum Brandmeister antritt. Noch 2013 soll es eine zweite Maßnahme geben.

Große Hoffnungen setzt die Feuerwehr in die neue kombinierte Ausbildung. Bei der Stadt können die Interessenten eine dreijährige Ausbildung in technischen und handwerklichen Berufen absolvieren. „Direkt im Anschluss erfolgt die Ausbildung bei der Feuerwehr“, so Speth. Dieses Modell sei bundesweit einzigartig. Am 2. September beginnt der erste Kurs mit zwölf Auszubildenden. Man sei von den Jugendlichen begeistert, die motiviert wären und über einen sehr guten Ausbildungsstand verfügten. Während der drei Jahre könne man die sportlichen Defizite über einen langen Zeitraum abbauen. „Der Vorteil für uns ist zudem, dass wir sehr lange was von ihnen haben,“ sagte Aschenbrenner.

„Nachwuchslieferant Nr. 1“ sei nach wie vor „die starke Freiwillige Feuerwehr“, so Oliver Nestler, „ohne die es in dieser Stadt bei Feuerwehr und Rettungswesen nicht so funktionieren würde wie jetzt“. Dabei sei man froh, so Enno Völkmann, Sprecher der Freiwilligen Wehr, „dass wir in 17 der 19 Löschzüge nun auch Jugendfeuerwehren haben.“ Das könnte das Nachwuchsproblem mit lösen helfen.

Andreas Winkelsträter

Kommentare
21.01.2013
17:43
Bundesweit einzigartig?
von denkdochmalmit | #3

Das Modell mit der Kombiausbildung bei Stadt und Feuerwehr gibts längst in Düsseldorf, so einzigartig ist es also nicht.
Wenn die Stadt keine Feuerwehrleute mehr bekommt die Lust haben für kleines Geld auf dem Rettungswagen verheizt zu werde, wird es wohl an der Bezahlung liegen.
Einstiegsamt A7 und dann kommt lange lange nichts mehr.
Gerade bei der Stadt Dortmund gehen die Leute nicht mal mehr zu Führungslehrgängen weil sie nachher eh nicht befördert werden.
Bei der freiwilligen Feuerwehr gehen, besonders im ländlichen Bereich, die Probleme erst los.
Die Greven z.B. muß nun 8 Berufsfeuerwehrleute einstellen weil tagsüber einfach nicht genug freiwillige zur Verfügung stehen.
Die Lösung ist aber einfach:
Gute Ausbildung, gute Bezahlung und vor allem faire Behandlung !
Feuerwehrleute müssen heute Klagen wenn sie geleistete Überstunden bezahlt bekommen wollen.
Der Beruf macht, vor allem im Rettungsdienst, einfach keinen Spaß mehr!

21.01.2013
15:19
Nachwuchs-Alarm bei der Feuerwehr
von berni44 | #2

Hallo,
mittelfristig wird es keine Bewerber für die freiwilligen Feuerwehren mehr geben.
Die Wehrpflicht ist abgeschafft, daher ist kein Anreiz mehr die Feuerwehr als Ersatzdienst zu wählen.
Die jungen Menschen in den freiwilligen Feuerwehren werden als Lückenbüsser für die Berufsfeuerwehren genutzt. Bei den Feuerwehren sparen die Verwaltungsvorstände
an Gehältern und bezahlten Personal.
Hier kommen dann die Freiwilligen gerade recht. Anerkennung und Lob durch die Öffentlichhkeit bekommen sie nicht .
Findet der Dienst während der Arbeitszeit statt, bekommen sie Ärger mit ihrem Chef. Lohnerstattung der Firma reicht nicht aus, da die Firma durch diesen Arbeitsausfall weniger Gewinn hat. Aufstiegsmöglichkeiten sind nicht mehr gegeben.
Letztlich sind die Freiwilligen die Dummen.
Bei den Voraussetzungen, die für Berusfeuerwehrleute erforderlich sind, wie Sie schreiben,
müssten die Gehälter mindestens denen der Lehrer entsprechen.

21.01.2013
14:34
Nachwuchs-Alarm bei der Feuerwehr
von TakaTuka | #1

Ein ungewollter Hinweis der Feuerwehr auf die desolate Situation unsere Bildungssystems und der Leistungsfähigkeit der nachkommenden Generation. Unsportlich, handwerklich ungeschickt, Rechtschreib- und Leseschwach, schlechte Allgemeinbildung und Leistungsbereitschaft gepaart mit sozialer Inkompetenz und Isolation bei drastisch übersteigertem Selbstwertgefühl - vielleicht versucht man es mal mit "Fachkräften aus dem Ausland?" Muhahahahahaa

1 Antwort
Nachwuchs-Alarm bei der Feuerwehr
von mellow | #1-1

Oder ehemalige Chefs mit gefährlichem Neonazi-Kuschelkurs... ts ts ts... als wüssten Sie es nicht...

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