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Rechtsradikale

Nach Razzia ist Kommunikation der Nazis gestört

24.08.2012 | 17:04 Uhr
Original verpackte Sturmhauben stellte die Polizei im Haus Rheinische Straße 135 sicher.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Die Polizei hat am Freitag eine Versammlung von Rechtsextremen verboten. Die Rechten wollten um 19 Uhr in Dorstfeld demonstrieren. Darüber hinaus wurden durch die Beschlagnahmung von Rechnern und Handys Kommunikationswege der Nazis lahmgelegt.

Das durch NRW-Innenminister Ralf Jäger gegen den Nationalen Widerstandes Dortmund, die Kameradschaft Aachener Land sowie der Kameradschaft Hamm verhängte Verbot bezieht sich auch auf die Internetseiten „www.infoportal-dortmund.net”, „www.resistore.org” und „twitter.com/dortmundticker”. Hier stellten die Neonazis ihre Propaganda ein.

Aus Leipzig wird getwittert

Gewittert wird nun über Neonazis in Leipzig. Das zeigt auch wie vernetzt die Rechtsextremen innerhalb Deutschlands sind . Hinter Resistore verbirgt sich ein Internethandel, der von Autonomen Nationalisten aus Dortmund betrieben wird. „Der Betrieb der Seite ist eingestellt worden“, heißt es im Internet. Dort konnte man auch Pfefferspray oder auch Zwillen sowie Munition für Zwillen kaufen.

Schnell reagiert hat am Donnerstag auch die NPD. Noch während die Polizei die sichergestellten Dinge aus dem „Vereinsheim“ der Autonomen Nationalisten in einen Lastwagen verladen ließ, rollte gegen 8 Uhr auch ein 7,5 Tonner vor die Rheinische Straße 135. Und flugs wurden die über 1000 Wahlplakate der rechtsextremen Partei eingeladen . Denn die fielen nicht unter die Verbotsverfügung und durften deshalb auch nicht von der Polizei eingezogen werden.

Razzia bei Nazis in Dortmund

Wie eng die Verzahnung zwischen den Dortmunder AN und der NPD mittlerweile ist, zeigt auch die Tatsache, dass bei einer Razzia der Polizei Ende März 2012 ein NPD-Funktionär aus Unna, Hans-Jochen V., im Zentrum an der Rheinischen Straße angetroffen wurde. Er fällt für die Polizei wohl auch unter die Mitglieder des Nationalen Widerstandes in Dortmund. Denn auch seine Wohnung wurde am Donnerstag durchsucht. Was hier sichergestellt wurde, teilte die Polizei allerdings nicht mit. Zudem traten einiger der Dortmunder Autonomen Nationalisten als Wahlkampfhelfer für die NPW auf.

Polizeipräsident hofft auf Aussteiger

„Ich hoffe, dass vor allem die jüngeren Mitglieder der Autonomen Nationalisten ins Grübeln kommen und den Weg aus dem Rechtsextremismus finden“, erklärte Dortmunds Polizeipräsident Norbert Wesseler. Die Polizeibeamten hatten während der Durchsuchungsaktionen am Donnerstag auch Materialien der Aussteigerhilfe Exit verteilt. „Ob sie jemand in Anspruch nimmt, kann ich allerdings nicht sagen.“ Hartmut Anders-Hoepgen, Sonderbeauftragten für den Aktionsplan „Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ bei der Stadt, hatte am Mittwoch bei einer Podiumsdiskussion des Planerladens in der Auslandsgesellschaft erklärt, dass die Stadt die Zusammenarbeit mit Exit verstärken will.

Razzia in der rechten Szene

Zu den bei den Autonomen Nationalisten sichergestellten Gegenständen gehörte auch ein weißer VW Bulli, der häufig als Lautsprecherwagen eingesetzt worden ist. Ein alter grüner Bulli, mit dem die AN nachts auf Tour durch Dortmund waren und Bürgrinnen und Bürger eingeschüchtert haben, wurde nicht eingezogen. „Er ist schon längst aus dem Verkehr gezogen und verschrottet worden“, erklärte eine Polizeisprecherin.

 

Andreas Winkelsträter



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