Nach Khalifé-Kritik: "Keine Kriegslieder gesungen"
27.04.2009 | 13:25 Uhr 2009-04-27T13:25:00+0200Dortmund. „So dramatisch war es nicht” - das ist die Einschätzung von Konzerthaus-Intendant Benedikt Stampa zum Auftritt von Marcel Khalifé, der für Missklänge im Publikum gesorgt hatte. 30 Besucher hatten das Konzerthaus verlassen.
Laute Diskussionen, eine anfänglich rein arabische Moderation und eine Palästinenserfahne, die geschwenkt wurden, warfen bei einigen Besuchern die Frage auf, ob sie in eher in einer politischen Veranstaltung denn in einem Konzert saßen: 30 von 400 Besuchern verließen den Saal (siehe Bericht).
Benedikt Stampa selbst war nicht anwesend, ließ sich aber von seinen Mitarbeitern berichten. Zu denen gehört auch Pressesprecher Dr. Jan Boecker, der versichert, Khalifé habe „keine Kriegslieder gesungen”. Das Konzert sei nicht mitgeschnitten worden, wohl aber sprach Boecker mit Besuchern, die des Arabischen mächtig sind.
Friedenskünstler der UNESCO
Zwar seien „die Texte wie bei vielen Liedermachern auch politisch”, ergänzt Stampa. Aber Khalifé sei immerhin Friedenskünstler der UNESCO. Zudem seien viele E-Mails von Besuchern beim Konzerthaus eingegangen, die die Stimmung als gut und eben nicht aggressiv beschrieben. Von einer unglücklichen Assoziationskette und einer „Kommunikationsstörung” spricht Boecker.
„Man muss die Kirche mal im Dorf lassen”, sagt Stampa, der Khalifé als „Legende” und „Ikone des libanesichen Gesangs” bezeichnet. Gleichwohl räumt Stampa Fehler ein: „So, wie es am Samstag war”, würde er Khalifé nicht noch einmal auftreten lassen, sondern das Konzert anders einbetten - zum Beispiel durch eine für alle verständliche Moderation oder umfassende Informationen im Programmheft. Zwar sei es bei einem Weltmusik-Konzert üblich, dass der Künstler in seiner eigenen Sprache durch das Programm führe - aber Khalifé „hätte die Unruhe im Saal spüren müssen und darauf früher reagieren sollen.”
13:49
Traurig welche Diskussion hier wegen einem sicher unbeabsichtigten, wenn auch dummen Organisationsfehler stattfindet. Glücklicherweise wird es zum jetzigen Diskussionsende hin bedachter. Ich habe das Konzert mit meinem Partner (beide Weltbürger - deutsch/mexikanisch) erlebt. Die Musik, um die es hauptsächlich in einem Konzert geht, war wunderschön und wurde professionell dargeboten. Das Programm durch das Konzert war schlecht organisiert. Schade, dass Herr Khalifé als weltbereister Mann nicht oder zu spät wahrgenommen hat, dass durch ein kleines Zeichen grosser Ärger hätte vermieden werden können. Er hat versucht die Wogen durch Humor zu glätten. Die erbetene Übersetzung des sehr schüchtern wirkenden, österreicher Kontrabassisten, Peter Herbert, der Band brachte den Humor nicht rüber und so kam es zu weiteren Missverständnissen. Wenn wenigstens schon zu Beginn englisch oder deutsch kurz angeschnitten worden wäre, worum es ungefähr in dem jeweils folgenden Lied ginge, hätte das allein schon viel einladener gewirkt. Nachdem die Bitte aus dem Publikum ausgesprochen wurde, zu übersetzen, konnte sich der schüchterne Österreicher durchringen bei den folgenden Liedern kurz mitzuteilen, worum es in den Liedern geht. Ich unterschreibe den Kommentar dieses Artikels man soll hier aber die Kirche bitte Dorf lassen. Insgesamt trifft der Artikel recht gut die Geschehnisse. Das Konzert gleich verlassen hätte keiner müssen. Aber mit Enttäuschung, sich vor den Kopf gestoßen fühlen und daraus entstehender Wut im Bauch, läßt sich keine friedliche Atmosphäre benötigende Musik geniessen. Oder nur sehr eingeschränkt. Wir hatten nach musikalischem Hochgenuss zum Glück auch ein versöhnliches Schlussgespräch mit einem der beiden Söhne Marcel Khalifés, mit Bachar Khalifé, der uns erklärte, wie es zu dem Missverständnis kam. Denn das allein war es aus meiner Sicht, eine ungeschickte Programmführung. Was hätte denn Marcel Khalifé davon, bewußt deutsche Gäste zu provozieren. Ich nenne es Künstleregozentrik, die Herrn Khalifé hier unsensibel machte. Die Band war zu vertieft in ihrer Musikwelt. Die Unsensibilität war unverständlich, es war unprofessionell das Programm nicht vorher viel weiter zu überdenken. Marcel Khalifé hat sich aber öffentlich entschuldigt und damit sollte es doch gut sein.
12:42
Nun vaikl, warum denn direkt eine Wertung einbringen, ist das eigene Argument so offensichtlich dürftig?
Und dennoch, werter vaikl, offensichtlich wurde die grundliegende Intention nicht kapiert, zumindest erscheint es mir jetzt so.
Was wie eine plötzliche Reaktion und Forderung aussieht, kann sich doch nur, logischerweise, plötzlich ereignen, denn die Zuhörer müssen ja schließlich erst einmal selber erleben und in Erfahrung bringen, wie sie hier gegenüber einer Klientel, die den Barden verstehen konnte, außen vor bleiben mußte.
Und die Bitte dann, dieses doch abzuändern, wurde verweigert, und genau da sollte man doch mal ansetzen, und beispielsweise mal reflektieren, daß Gastrecht nicht uneingeschränkt ist, sondern auch einen, zumindest rudimentären Akt der Höflichkeit, seitens des Eingeladenen und gastlich Aufgenommenen einfordert.
Und das wurde von diesem Muslker offensichtlich mißachtet.
Und bitte, noch einmal nachdenken, es ist nicht gerade des Spießers Sitte und Eigenart, neugierig nachzufragen. Spießer halten für gewöhnlich an ihrer gefaßten und meinethalben vorgefaßten Meinung fest, und brauchen nicht die Klarstellung.
Somit ist der Begriff des Spießers hier völlig deplaziert, und es stellt sich erneut die Anfangsfrage, ob denn das eigene, hier dargestellte Argument, vaikl, doch recht dürftig ist, und somit sogar noch die hier aufgeführten Vorbehalte und Kritikpunkte vertiefen.
Gruß
09:28
Deutschlandfahnen bei Sportfreunde Stiller: Kult!
Brasilianische Fähnchen in der Samba-Vorführung: putzig !
Ein Sternenbanner beim Country-Konzert: cool!
Israelische Fahnen beim Klezmer-Festival: authentisch!
Eine Palästinenser-Fahne beim arabischen Liederabend: skandalöse Provokation!
04:15
ohe wie furtchbar...ich muss gleich weinen.......heult doch alle rum.....er hat ein lied gesungen....wo bleibt euer betroffenheitswahn!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
04:06
@voltago
Auch wenn Sie die Artikel jetzt noch zehn mal aufsatzmäßig abtippern - Menschen, die in einem Konzert eines ausländischen Musikers plötzlich deutsche Texte und Moderation einfordern, sind dort deplaziert, halten Kultur nur für die öffentliche Bestätigung ihres Spießerdaseins oder - was viel schlimmer wäre - haben diesen Eklat bewusst provoziert. Was ich bei den ganzen Dumpfbacken, die sich hier tummeln, nicht für ausgeschlossen halte.
03:27
Offensichtlich gab es Zuhörer, die darum baten, die Moderation auf deutsch anzubieten, und auch Texte zu übersetzen, was wohl offensichtlich möglich gewesen wäre, da der Bassist der Begleitband des Barden ein Österreicher ist.
Marcel Khalifé lehnte dies aber ab, die Musik würde für sich sprechen, ließ er verlautbaren, was ja wohl dem Publikum auch übersetzt wurde, und er pflegte weiterhin die Unterhaltung auf arabisch.
Zudem wurden palästinensische Fahnen geschwenkt, ein eindeutiger Akt der Politisierung, und im Zusammenhang mit der Situation im Nahen Osten, mehr als fragwürdig, und so auch sehr unlauter.
Wer sich wirklich auf einer multi-kulturellen Ebene mit dem Nahen Osten, mit Israelis und Palästinenser auseinandersetzen will, und auch den friedlichen Kontakt dieser beiden befeindeten Gruppen mit fördern will, sollte sich Daniel Barenboims Divan-Orchester anschauen.
Dies wäre, glaube ich, in jeglicher Konsequenz ehrlicher!
Gruß
02:13
@28: Achso, alle politisch inkorrekt, quer um die Ecke denkenden, freien Weltbürger mit noch ein bischen Grips und Mumm in der Buchse, die sich nicht alles gefallen lassen, aber dämlich mit h schreiben?
Na, dann. Viel Spass beim Autobahnbau.
01:34
@27
Selbstständig denkende Individuen, frei von jeder dähmlichen Etikettierung des politisch Korrekten!
P.S- Ihre Frage allein zeugt von einer schon krankhaften Naivität, auf der richtigen Seite stehen zu wollen.
01:10
Wieviele der Kommentatoren waren eigentlich bei der Veranstaltung?
Und, was ist eigentlich die tolle Alternative zu diesen schlimmen ***********? Die Schlechtmenschen? Ah, ok, Danke, ich ahnte das schon.
23:40
@#24 Na immerhin 2 von 6 Fragen beantwortet. Die allerdings nur ansatzweise.
Dass ich mir solches Spektakel nicht ansehen werde, darin haben sie allerdings völlig recht. Sie doch wohl auch nicht. Oder?