Nach Fahrerflucht: Hasan Turan hofft auf Verkehrsopferhilfe

Bei einem Autounfall verlor Hasan Turan seinen rechten Unterschenkel. Verzweifelt sucht der 37-Jährige nach dem Unfallfahrer, um ihn zur Verantwortung zu ziehen. Zuletzt setzte er eine Belohnung von 5000 Euro aus. Jetzt kann Turan unerwartet auf Hilfe hoffen.

Dortmund/lünen.. Offenbar hat das Opfer einen gesetzlich geregelten Anspruch auf weitreichende Hilfe. 21 E-Mails mit Tipps und Hinweisen für das Unfallopfer erreichten nach unserer Berichterstattung die Redaktion. Die Absender: Experten des Berufsförderungswerks in Hacheney, Mitglieder aus Sozialverbänden, Schwerbehinderten-Beauftragte, Unfallopfer mit einem ähnlichen Schicksal - und der auf Unfallopfer spezialisierte Dortmunder Rechtsanwalt Bernd Höke. Fälle wie der von Hasan Turan sind sein Fachgebiet.

Audi-Fahrer nicht ermittelt

Am 30. November 2014 wurde der 37-jähriger Lüner als Fußgänger in Derne überfahren. Hasan Turan überlebte - sein rechter Unterschenkel musste aber amputiert werden. Zudem verlor er seinen Job als Gerüstbauer. Bislang konnte die Polizei den Audi-Fahrer nicht ermitteln. Turan hat Sorge um seine Zukunft:Die Versicherung des Autofahrers müsste die Kosten für Reha und die Verdienstausfälle übernehmen, falls ein Gericht die Schuld des Fahrers feststellt.

Verkehrsopferhilfe muss einspringen

Der Jurist bietet Hasan Turansein Wissen kostenlos an.Einspringen muss offenbar die von den Autoversicherern getragene deutsche Verkehrsopferhilfe. Ob Verdienstausfall, Pflege, Heilbehandlung, Schmerzensgeld oder Haushaltshilfe: "Auch wenn der Verantwortliche nicht ausfindig gemacht werden kann - Hasan Turan ist so zu behandeln, als sei der Fahrer bekannt", stellt Höke klar. Turan will jetzt Kontakt zuHöke aufnehmen.