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Emscher geflutet

Nach 150 Jahren wieder ans Tageslicht geholt

18.12.2009 | 18:26 Uhr
Nach 150 Jahren wieder ans Tageslicht geholt

Allen Festrednern sprudelte am Freitag das Wort von einem „historischen Tag” leicht über die Lippen. Kein Wunder: Gefeiert wurde die „Wiedergeburt der Emscher in Hörde”.

1,3 des rund 2 Kilometer langen Flussbetts, dass die Emscher dort wieder ans Licht holt, wurden gestern für jeden sichtbar geflutet.

Die Emschergenossenschaft hat tief in die Tasche gegriffen: 30 Mio Euro koste die Offenlegung der Emscher in Hörde, so Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Hinzurechnen müsse man, so Stemplewski, die 43 Mio Euro, die in den Bau des 2007 fertiggestellten Abwasserkanals am Südufer des Phoenix Sees flossen.

Die Emscher mäandert wieder übers Gelände, nachdem der „Abwasserkanal” vor 150 Jahren verrohrt im Erdreich verschwand, weil die ehemalige Hermannshütte das erforderte. Die Emscher-Renaturierung ist ein Riesenprojekt der Emschergenossenschaft - die Kurzstrecke am Phoenix See ist noch nicht komplett offen sichtbar. Bis zum Frühjahr 2011 soll dort aber das Wasser über 2 Kilometer Länge bis zum Hoetgerpark offen plätschern. Vorerst fließt das Wasser auf noch fehlenden 700 Me-tern in einem „Ersatzgerinne”.

Die Emschergenossenschaft flutet am 18.12.2009 den neuen Lauf der Emscher in Hörde. Im Bild von links: Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, Kurt der Angler;, Ullrich Sierau, OB Dortmund, MdL Prof. Gerd Bollermann, SPD. Fotos: Helmuth Voßgraff

Auch das Land NRW hat sich mit einer Förderung von 6,2 Mio Euro im Rahmen des Programms Emscher/Lippe beteiligt. NRW-Umweltminister Uhlenberg: „Ganz NRW schaut auf Dortmund.” Die am Phoenix See vorgestellte Planung sei nicht nur für Dortmund und die Region bedeutsam.

Den Kritikern des Projekts Phoenix See und der begleitenden Arbeiten setzte Oberbürgermeister Ullrich Sierau gestern demonstrative Zuversicht entgegen: „Wir sind alle überzeugt von dem Projekt.” Die Wirkung des Phoenix-Projekts werde immer noch von vielen unterschätzt: „Hier entsteht ein neues Stück Stadt.” 27 Kilometer insgesamt fließt die Emscher über Dortmunder Stadtgebiet. Dass sie offen zutage trete, sei ein Zugewinn.

Publikumswirksam hatte sich gestern ein Angelfreund unter die Gäste der Feier zur Öffnung der Wehranlage unterhalb der Kohlensiepenstraße und der Flutung des Emscherbetts mischen dürfen. Wann aber die ersten Barsche und Zander anbeißen, weiß noch niemand so genau.

»Die Menschen

werden wieder ein

attraktives Gewässer

erlegen können«

Eine Breite von bis zu 3,5 Metern soll die neue Emscher bei Trockenheit haben. Die das Flussbett umgebende Emscheraue hat eine Breite von 15 Metern, die bis zu 40 Metern aufgeweitet wird. Wenn man Wege und Deiche hinzurechne, so Stemplewski, wird es am Nordufer des Phoenix Sees eine rund 50 Meter breite Emschertrasse geben. Weiden, Erlen und Eschen sollen in der Emscheraue angepflanzt werden. „Die Menschen werden mit der Flutung des Sees im Oktober 2010 an diesem Standort die Emscher wieder als attraktives Gewässer erleben können”, so Stemplewski.

Man müsse in Zukunft häufiger mit Starkregen rechnen - nach dem Jahrhundertregen vom 26. Juli 2008. Mit dem Phoenix See erhalte man bald auch ein leistungsfähiges Hochwasserrückhaltebecken.

Klaus BUSKE

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Kommentare
20.12.2009
16:31
Blockierter Kommentar.
von Dr.Thor | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

19.12.2009
13:14
Nach 150 Jahren wieder ans Tageslicht geholt
von Rosenkönig | #3

@2
aber bitte den Artikel auch ganz lesen: Die Dortmunder Stadtväter waren bei der Aktion gar nicht dabei!

18.12.2009
22:58
Nach 150 Jahren wieder ans Tageslicht geholt
von Ach_ja | #2

#1 Ihr immer mit den Kosten. Das holen die Stadtväter doch alles mit der „Entschuldungsabgabe” wieder rein.
http://www.derwesten.de/nachrichten/Klamme-Staedte-wollen-Zwangsabgabe-vom-Buerger-id2282255.html

18.12.2009
19:22
Nach 150 Jahren wieder ans Tageslicht geholt
von Eddi Emscher | #1

Und ob die Anlieger an der Emscher wissen, was der Spaß kostet. Das Abwasser muss teilweise 40 Meter Höhenunterschied überwinden.

Die meisten Gemeinden haben schon die Gebüren erhoben, die anderen werden folgen.

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