Mutter schlug im Klassenzimmer zu
14.04.2010 | 17:20 Uhr 2010-04-14T17:20:00+0200
Dortmund. 300 Euro Geldbuße muss eine Mutter (29) zahlen, die sich im Klassenzimmer ein fremdes Kind vorgeknöpft hatte: Mit einem Stoffbeutel in der Hand schlug sie auf das siebenjährige Mädchen ein. Wenn die Frau die Summe gezahlt hat, wird das Strafverfahren eingestellt.
Eine Stofftasche mit Tupperdose als Inhalt, ein Becken-Instrument, zwei weinende kleine Mädchen und schließlich eine Mutter, die ihre Nerven verlor. Es war kein gewöhnlicher Prozess, den Amtsrichter Georg Junglas da zu verhandeln hatte. Zumal es laut Anklage um gefährliche Körperverletzung ging - Mama schlug im Klassenzimmer zu.
Siebenjährige wurde am Ohr verletzt
Morgens um kurz vor 12 Uhr in der Gutenberg-Grundschule in Huckarde. Die vierte Stunde war gerade zu Ende, als eine aufgeregte Mutter (29) hereinkam. Ihre Stofftasche am Arm, nahm sie Kurs auf die siebenjährige Gülhabar. „Sie wetterte auf das Kind ein, dann knallte sie ihm den Stoffbeutel gegen die Wange”, erinnerte sich die Klassenlehrerin.
Unglücklicherweise ist das Mädchen Wochen zuvor am Ohr operiert worden, die Heilung verlief etwas kompliziert. Zwar soll sich die Kleine mittags bei Essen in der Schule wieder beruhigt haben, so die Lehrerin, zuhause flossen aber wieder Tränen, soll die Narbe geblutet haben. Und das konnte besonders Papa gar nicht gut haben: Er verzichtete auf jeglichen Kontakt mit der anderen Familie, schaltete stattdessen einen Anwalt ein. „Keiner hat das Recht, mein Kind zu schlagen. Wo gibt's denn sowas!”
Eine Tupperdose ist kein gefährliches Werkzeug
Und die Mutter? Die hatte das Tatwerktzeug im Gericht gleich dabei, kramte auch die Tupperdose aus ihrer Stofftasche. „Ich habe die beim Reden herumgeschwenkt, dabei ist sie wohl weggeflogen.”
Amtsrichter Georg Junglas ging zwar von einem Schlag aus, hielt Tasche und Dose jedoch nicht für ein gefährliches Werkzeug. Mama gelobte, so etwas nie wieder zu tun - und so wurde das Verfahren eingestellt. Ganz ungeschoren kam sie allerdings nicht davon, muss jetzt 300 Euro Geldbuße zahlen. Der Grund für ihre Taschen-Attacke: Auch ihre Tochter kam mal weinend nach Hause - weil das andere Kind ihr mit dessen Becken-Instrumt zu nah ans Ohr gekommen war. Mama hatte übrigens nach diesem Vorfall in der Schule Hausverbot.
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