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Mutter "Harimee" von Albino-Seebär in Dortmund überraschend gestorben

24.07.2012 | 14:39 Uhr
Fünf Tage alt ist dieses Bild aus glücklichen Tagen. Jetzt ist der kleine weiße Seebär mutterseelenallein – Harimee ist tot.Foto: Franz Luthe

Dortmund.  Gerade war ihr ungewöhnliches Albino-Junges in die Öffentlichkeit geschwommen, da stirbt Seebären-Mutter Harimee. Jetzt wird der Kleine mit der Hand aufgezogen.

Sie hatte gerade noch miterlebt, wie ihr ungewöhnliches Baby in die Öffentlichkeit schwimmen durfte. Jetzt ist „Harimee“ tot. Die 16 Jahre alte Seebären-Dame, die Ende Mai im Dortmunder Zoo ein Albino-Seebären-Junges geboren hatte, starb unerwartet am Montag. Der „Kleine“ wird mit der Hand aufgezogen.

Der weiße Seebär – er ist eine Sensation. Nur einmal war bislang in einem Zoo ein Albino-Seebär zur Welt gekommen, hatte aber nur wenige Tage überlebt. Sieben Wochen lang hatte der Zoo Dortmund deshalb Mutter und Kind Ruhe gegönnt, bevor beide am Freitag – putzmunter – vorgestellt worden waren. Vier Tage später ist der Kleine Halbwaise.

Vier Portionen Milch am Tag

Woran Harimee so plötzlich starb, soll eine Obduktion klären. Das Ergebnis wird in der nächsten Woche erwartet. Die Seebärin war mit 16 Jahren schon etwas betagter, aber nicht zu alt für ein Junges. Auch die knapp einjährige Tragzeit hatte die fast blinde Ohrenrobbe gut überstanden – trotz einer vorangegangenen Fehlgeburt. Tatsächlich hatte niemand damit gerechnet, dass Harimee noch ein Junges bekommt.

Video
Dortmund, 20.07.12: Höchst ungewöhnlichen Nachwuchs bei den südamerikanischen Seebären hat der Zoo der westfälischen Metropole zu verzeichnen – ein seltenes albinotisches Seebärchen. Das Ende Mai geborene Tier durfte jetzt erstmals ins Freigehege.

Dem kleinen Seebären geht es gut, sagt die stellv. Zoodirektorin Ilona Schappert. Das Tierpfleger-Team kümmert sich um ihn. Er bekommt eine Spezialmilch, die für Robben und Seebären besonders gut geeignet ist – und nimmt die Nahrung an. Die wird üblicherweise per Sonde eingeflößt – „Vielleicht versuchen wir doch, ihn an die Flasche zu gewöhnen“, sagt Schappert. Eigentlich nähmen Robben die aber eher selten an.

Seebär wurde aus der Öffentlichkeit gezogen

Drei bis vier Mal am Tag, anfangs pro Portion so um die 250 ml Milch – das ist die Tagesration für dieses Baby. Täglich wird es gewogen. Zehn bis 15 % seines Körpergewichts muss er an Nahrung zu sich nehmen. Und das ist in den ersten zehn Monaten eben nur Milch. Um den Mini langsam auf den Geschmack zu bringen, würde ab dann Heringsbrei untergemischt...

Albino-Seebär ist jetzt Halbwaise

Sie haben ihn vorerst aus der Öffentlichkeit gezogen. Möglichst wenig Rummel, dafür tierische Eingewöhnung: Andere, ältere Tiere werden zu dem Kleinen in das von der Öffentlichkeit separierte Becken gelassen. Man schaut, mit wem er sich gut verträgt. So war der einjährige Halbbruder „Pontos“ bereits zum Spielen da. Auch mit der siebenjährigen Seebärendame „Rony“ hat er mehrere Stunden im Becken verbracht.

Bei Seebären ist viel angeboren

Sie könnte, so Ilona Schappert, eventuell eine Art Ziehmutter sein. Wobei: „Kleine Seebären sind oft alleine, wenn die Mutter auf Fischfang geht. Sie haben nicht diese Verlassensängste“. Und müssen sich auch nicht allzu viele Fertigkeiten abgucken: „Da ist viel angeboren“. Kurz und krumm: Es wird alles daran gesetzt, dass aus dem kleinen der sprichwörtliche alte Seebär wird.

Anja Schröder



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