Mutmaßlicher Vergewaltiger schweigt zum Prozess-Auftakt

Die Nase gebrochen, das Trommelfell gerissen und der ganze Körper von Blutergüssen übersät: So präsentierte sich eine junge Dortmunderin im Oktober 2012 der Polizei. Ihr Vorwurf: Ihr Freund habe sie geschlagen, getreten und vergewaltigt. Am Mittwoch begann am Landgericht der Prozess.

Dortmund.. Der 34-jährige Angeklagte will sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. Immer wieder schüttelte er jedoch während des ersten Verhandlungstages den Kopf. Die Richter vernahmen nämlich zwei ehemalige Nachbarn, die in jener Nacht zwar keine Augen-, dafür aber offenbar Ohrenzeugen des Dramas geworden waren.

"Ich habe ein lautes Poltern und Schreien gehört", erinnerte sich ein 22-jähriger Student. "Ich habe an einen heftigen Ehestreit gedacht. Hätte ich gewusst, was da wirklich vor sich geht, hätte ich natürlich Hilfe geholt."

"Ich komme vom Dorf, da passiert nie etwas"

Auch sein gleichaltriger Mitbewohner macht sich nachträglich Vorwürfe, der Frau nicht geholfen zu haben. Zum damaligen Zeitpunkt habe er jedoch erst eine Woche in Dortmund gewohnt. "Ich komme vom Dorf, da passiert nie etwas. Ich wusste nicht, ob solche Streitereien in Dortmund vielleicht regelmäßig vorkommen", sagte er den Richtern.