Museum am Ostwall öffnet später im U-Turm
06.09.2010 | 20:48 Uhr 2010-09-06T20:48:00+0200
Dortmund.Der Zeitplan für den U-Turm wankt erneut: Das Museum Ostwall wird nicht am 24. September, sondern erst am 8. Oktober eröffnen. Während Kulturdezernent Stüdemann beschwichtigt, sieht die Opposition „eine peinliche Posse“.
Das Museum Ostwall wird nicht am 24. September, sondern erst am 8. Oktober im U-Turm eröffnen. „Der Termin ist geplatzt“, sagt Kulturdezernent Jörg Stüdemann. „Die Baugewerke sind nicht so fertig geworden, wie besprochen.“ Darüber sei die Stadt „verärgert“. Zumal der Kunsttransport für das Museum Ostwall bereits für Ende letzter Woche bestellt war. Nun sollten die Werke in der nächsten Woche transportiert werden - ohne Mehrkosten. „Das ist verantwortlicher, als in der Baustelle die teure Kunst unterzubringen.“
Was genau schief gelaufen ist, dazu wollte sich Stüdemann nicht äußern: Er verwies auf die Pressekonferenz von Gerber Architekten und Assmann am Dienstag. Auch die klimatischen Verhältnisse kommentierte Stüdemann nur mit einem lapidaren „Die Feuchtigkeit ist auch da“ - und erklärte, dass es noch Mängel gebe. Dabei ist gerade die Feuchtigkeit entscheidend für den großen Coup des Ostwall-Museums: Die Kinoausstellung des Centre Pompidou. Ob die Franzosen Dortmund nun ihre Werke überlassen, sollte gestern bei einer Baubegehung geklärt werden - deren Ergebnis ebenso heute Thema ist.
Opposition sieht „peinliche Posse“
Stüdemann sieht die Terminverschiebung als etwas, das bei einem so alten Bau eben passiere - vielmehr solle man sich über die 50.000 Menschen freuen, die bislang den U-Turm besucht haben. „Das ist mehr, als das Museum am Ostwall in den letzten zehn Jahren hatte.“
So leicht nimmt es die Opposition nicht: Aus dem Prestigeobjekt sei eine „peinliche Posse“ geworden, so FDP/Bürgerliste, die die Terminverschiebung als „verheerend“ für Dortmunds Außenwirkung einstufen. „Die Organisation ist einfach schlecht“, sagt Heinz Dingerdissen. Die Grünen kritisieren zudem, dass das Museum am Ostwall so früh geschlossen wurde: „Bei einer realistischen Zeitplanung hätte es länger geöffnet bleiben können“, so Jürgen Brunsing, der einen Lernprozess z.B. für das Fußballmuseum fordert. Die Grünen haben das U auf die Tagesordnung des Kulturausschusses am 21. September gesetzt.
20:46
Auf Kante genähte Terminpläne haben auf dem Bau noch nie funktioniert. Es wäre verwunderlich, wenns beim U anders gewesen wäre. Terminüberschreitungen von im Schnitt 6 Monaten sind da ja durchaus an der Tagesordnung. Klügere Bauherren als unsere Sozen hätten das einkalkuliert.
Die nächste Überraschung lauert jschon in Hörde.
12:13
@ 8 vaikl
Die Kosten rund um das Dortmunder U sollen die 78 Millionen Euro Marke erreicht haben und wachsen weiter.
Hinter den Kulissen soll schon ordentlich Zoff zwischen den Büros Gerber und Assmann und den Verantwortlichen der Stadt Dortmund herrschen.
Die vorschnelle Planung, die zudem die teuren Probleme der Brauereiruine umging - Insider sagen, daß sei bewußt erfolgt um die Kosten gering zu halten - rächt sich nun in der gewohnten Kostenexplosion.
Hätte man noch reichlich Geld im Haushalt und in den diversen Fördertöpfen - es wäre ärgerlich aber schnell behebbar. Nun ist es ein echtes Problem.
11:46
@ #4 Jack Daniels
Die WDR Lokalzeit hatte vor längerem einen Beitrag über die Bauarbeiten im U gesendet, in dem auch Architekt Gerber zu Wort kam (online leider nicht mehr auffindbar). Damals sagte er zu den Betondecken-Problemen, dass man Gutachten entweder sorgfältig und zeitaufwändig oder aber schnellschnell machen könne.
Man wollte also unter allen Umständen einen hochkritischen Zeitplan für eine planmäßige, gesichtswahrende Eröffnung einhalten und bekommt jetzt die Quittung, die - natürlich wie immer - der Bürger zahlt, denn Fördergeld ist schon lange alle und die 50-Mio-Grenze, die überhaupt förderfähig war, dick überschritten.
Nun haben wir also einen weiteren, von uns mitfinanzierten Leuchtturm, der der ganzen Welt eindrucksvoll erzählt: Dortmunds Planer habens einfach nicht drauf.
10:09
@ 6 karl60
So kommt - by the way - manchmal etwas an das Licht, was dort gar nicht hin sollte.
Wenn sie die jährlichen Kosten des Ostwalmuseum auf die 5000 Besucher umlegen, dann könnten sie auch jedem Besucher zB einen 2-wöchigen Ägyptenurlaub im 5-Sterne Hotel finanzieren.
@ 5 angie
Die Nullen stehen bei den Sozen normalerweise vorne - iss klah, woll - Wenn die in der Kostenrechnung nach hinten rutschen, dann heisst das nicht, daß die weg sind, sondern das es verdammt viel teurer wird, als es versprochen und geglaubt war.
Der Treppenwitz bei der Museumsverlagerung ist, daß die Kunstwerke aus dem Ostwall wegen der dort angeblichen zu hohen Luftfeuchte (!) umziehen mussten - in ein Gebäude, das noch über längere Zeiträume feucht bleiben wird. Ein Insider soll gesagt haben, daß die Feuchte ein Dauerproblem im U bleiben wird, da die alte Kühlturmkonstruktion aus bauphysikalischen Gründen die Feuchte im Innern dauerhaft halten wird und nur durch laufende und teure Entfeuchtungstechnik das Problem beherrschbar sei. Das klingt nach gigantischer Fehlplanung und hohen, dauerhaften Folgekosten.
Wer glaubt denn, das international bekannte Ausstellungen und Museen ihre Kunstwerken einem dauerfeuchten und gesprinklerten Museum als Leihgabe geben werden?
Wieviel Besucher erwartet denn das Dortmunder U? Bei - vorerst - 6,3 Millionen Euro jährlichen Betriebskosten, könnte man den Besuchern dann auch ersatzweise zB jeweils eine Kreuzfahrt spendieren.
Ja ja - die Langemeyerschen Leuchttürme. Erst kürzlich wurde ihr seltsames Lichtsignal mit Hilfe der alten Morse-Tabellen decodiert. Es lautet: SOM - save our money. Das wiederum in Landsprache übersetzt bedeutet: Wir brauchen Geld. Aber das war ja schon vorher klar.
09:17
Stüdemann sieht die Terminverschiebung als etwas, das bei einem so alten Bau eben passiere - vielmehr solle man sich über die 50.000 Menschen freuen, die bislang den U-Turm besucht haben. „Das ist mehr, als das Museum am Ostwall in den letzten zehn Jahren hatte.“
Nach Adam Riese macht das pro Jahr weniger als 5.000 Besucherim Ostwall-Museum. Ich verstehe deshalb die Kritik von angie nicht - xyz hat doch völlig richtig gerechnet.
07:49
@1
Wenn man drei Nullen nicht von vieren unterscheiden kann, ist man wie die anderen konstruktiven Nörgler eigentlich prädestiniert, in solche Projekte eingebunden zu werden. Aber mit Arbeit versaut man sich den ganzen Tag.
01:00
Stüdemann sieht die Terminverschiebung als etwas, das bei einem so alten Bau eben passiere
Zum wievielten male verschiebt sich eigentlich bei diesem Kulturtempel schon wieder ein Eröffnungstermin? Wieso werden denn vor Baubeginn zahlreiche Gutachten erstellt, die sich dann im Nachhinein allesamt als massiv korrekturwürdig erweisen, sowohl in zeitlicher als auch finanzieller Hinsicht?
Mich würde in diesem Fall mal eine Kosten-/Nutzenrechnung interessieren....
23:57
Ein Beitrag zur Posse:
Boh, die FDP/Bürgerliste haben den Durchblick, Schande über Dortmund, oh weh, oh weh! Aha, jetzt habe ich es, der Lernprozess der Grünen ist noch nicht abgeschlossen, phhhh oder was? Tja, für diese Arbeit dieser Volksvertreter bezahlt der Bürger Aufwandsentschädigung an diese Volksvertretern! Ich verlange aber Schmerzensgeld für die Bürger von diesen Volksvertretern!!!!!
23:37
#1
Gute Frage! Nächste Frage: Wer finanziert eigentlich diese Ostwall-Nischengeschichte?
23:02
Wenn das Museum am Ostwall im Durchschnitt nur 5000 Besucher im Jahr hat, frage ich mich, warum es das Musum noch gibt.