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Müll- und Straßenreinigung-Gebühren steigen in Dortmund 2012 an

21.10.2011 | 19:21 Uhr
Müll- und Straßenreinigung-Gebühren steigen in Dortmund 2012 an
Nach den Weihnachtsfeiertagen stapelt sich der Müll in den Mülltonnen in Kamen !!! Achtung !!! Bild ist honorarpflichtig !

Dortmund. Die Müllgebühren sollen in Dortmund 2012 in Höhe der Inflationsrate um 2,1 Prozent steigen, die Gebühren für Straßenreinigung um 1,8 Prozent. Die Verwaltung wird einen entsprechenden Beschlussvorschlag für den Rat der Stadt vorbereiten, der dann das letzte Wort hat. Auch über das Abfallwirtschaftskonzept der nächsten fünf Jahre, das ebenfalls zur politischen Beratung ansteht.

Das Müllgeschäft im Wandel. Daher strebt die Stadt Dortmund weitere Zusammenarbeit mit kommunalen Entsorgern aus der Region (und darüber hinaus) an, damit so für die EDG ein Bollwerk gegen Begehrlichkeiten privater Müllkutscher gebildet werden kann, die auf profitable Wertstoffe in den Dortmunder Tonnen zugreifen möchten - mit bösen Folgen für die Müllgebühren. Je mehr Mengen für die EDG wegbrechen, desto stärker klettern die Gebühren.

2010 hat jeder Einwohner im Schnitt knapp 84 kg Papier in Container und Mülltonnen geworfen, 1997 waren es noch knapp 62 kg. Einen Anstieg um 23 Prozent meldet die EDG bei den Materialien für die Gelbe Tonne (Leichtverpackungen): 2010 produzierte jeder Einwohner knapp 28 kg, 1997 waren es 22,5 kg. Während der Anteil an Restmüll, der im Verbrennungsofen landet, von 278 auf 216 kg geschrumpft ist, stieg das Volumen der profitablen Wertstoffe von 139 auf knapp 177 kg.

Und um genau diese Wertstoffe könnte bald ein erbitterter Konkurrenzkampf einsetzen - auf Kosten der städtischen Entsorger. Nicht umsonst laufen die EDG-Bosse (mit anderen Kommunalen) Sturm gegen die Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, die Bibel der Abfallwirtschaft. Sie soll privaten Entsorgern eine Handhabe geben, eigene Tonnen vor die Häuser zu stellen und kommunalen Betrieben jene Wertstoffe abzuschöpfen, die mit Gewinn in den Kreislauf zurückgeschleust werden können.

Kein Wunder, dass die EDG-Spitzen Klaus Niesmann und Frank Hengstenberg mit Macht gegen „die Rosinenpickerei “ zu Felde ziehen. Je mehr Mengen wegbrechen, desto stärker sinkt die Auslastung der Anlagen (etwa der Müllöfen). Und weil ausgerechnet die Erlöse aus den Wertstoffen zur Finanzierung der Infrastruktur (etwa der Recyclinghöfe) beitragen, drohen die Müllgebühren zu steigen. Zwar hat die EDG vorgebeugt, indem sie zu Jahresbeginn die Wertstofftonne einführte. „Das könnte private Entsorger aber nicht daran hindern, gerade vor großen Wohnanlagen eigene Behälter aufzustellen, Mengen abzuschöpfen und den Haushalten Rechnungen zu schreiben“, warnt Hengstenberg. Einen „Häuserkampf“ fürchtet gar EDG-Geschäftsführer Klaus Niesmann, der eindeutig zu Lasten der Bürger gehen werde. „Die Privaten orientieren sich nur dorthin, wo es sich lohnt“, sagt Niesmann, der als ehemaliger Manager aus der privaten Abfallbranche bestens mit den Gepflogenheiten vertraut ist. „Wir müssen Herr über den Müll bleiben.“

Kommunale Verbünde schließen, kooperieren und Mengen sichern - das sind die Vorgaben für die kommenden Jahre. So wie mit dem Kreis Borken, der 20 000 Tonnen Hausmüll zur EDG schickt und umgekehrt 25 000 Tonnen Bioabfall bekommt. Denn auch die drei Müllöfen in Hagen, Hamm und Iserlohn, an denen sich die EDG beteiligt, brauchen Futter. Und möglicherweise neue Lieferanten, die jene Restmüllmengen auffangen, die andere Partner nicht mehr bringen können, weil die Mengengerüste zusammenbrechen. Unter dem Strich fallen in Dortmund rund 485 000 Tonnen Abfälle im Jahr an. Dass sich Mengen und Stoffströme in den kommenden Jahren drastisch verschieben, glaubt man bei der EDG nicht.

Gregor Beushausen

Kommentare
22.10.2011
15:19
Müll- und Straßenreinigung-Gebühren steigen in Dortmund 2012 an
von MartinFaust | #4

Da scheint sich bei der Müll-Mafia ja ein Titanen-Kampf anzubahnen: Etablierte Kommunale Nostra-Müllos, dier mit den Gewinnen hochdotierte...
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2011-10-21 19:21
Dortmund