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Nach Mordversuch vier Dortmunder Hausbesetzer ermittelt

09.02.2016 | 14:05 Uhr
Nach Mordversuch vier Dortmunder Hausbesetzer ermittelt
Vermummte Hausbesetzer auf dem Dach der Kirche in der Enscheder Straße.Foto: Peter Bandermann (Archiv)

Dortmund.  Mit Betonplatten warfen Hausbesetzer im August vom Dach einer Kirche auf Polizisten und Neonazis. Jetzt sind vier Tatverdächtige identifiziert.

Vom Dach einer besetzten Kirche aus wurden im August 2014 Polizisten und Neonazis mit Betonplatten beworfen - jetzt haben die Ermittler vier Tatverdächtige identifiziert. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft zielt auf heimtückischen Mordversuch ab.

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Erkennt das Schwurgericht später die Schuld der zurzeit noch nicht angeklagten Personen, droht ihnen eine mehrjährige Haftstrafe. Eine Bewährungsstrafe schließt die Dortmunder Staatsanwaltschaft aus. Doch der für eine Anklage notwendige "hinreichende Tatverdacht" liegt zurzeit noch nicht vor.

Zunächst hatten Unbekannte während einer Nazi-Demonstration die Steine auf die Straße vor der besetzten Kirche geworfen. Dort hielten sich Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei auf. In der Kirche wollten die Besetzer ein soziales Stadtteilzentrum aufziehen.

Tatverdächtige aus Hamburg, Leipzig und Dortmund

Die Ermittler gehen davon aus, dass die aus Hamburg, Leipzig und Dortmund stammenden vier Tatverdächtigen auf dem Dach der Kirche in der Enscheder Straße in der Dortmunder Nordstadt waren, kurz bevor die schweren Gehwegplatten hinab geworfen worden sind.

Aktivisten erklärten im Internet, dass die Platten die Besetzer vor einem Angriff durch Neonazis schützen sollten. Zurzeit kann die Kriminalpolizei nicht beweisen, dass die ihr bekannten vier Personen die Platten als Wurfgeschosse benutzt und hinab auf die Straße geworfen haben. Die Beschuldigten sind zwischen 19 und 30 Jahre alt.

Früheres Gotteshaus als Tatort

Eine Woche nach dem Beginn der Kirchen-Besetzung erklärte die Polizei das 2007 entweihte Gotteshaus zu einem Tatort, weil der Mordversuch aufgeklärt weden sollte. Kriminalbeamte sicherten Spuren und stellten die Personalien der Besetzer fest. Mit diesem Polizeieinsatz endete die Besetzung .

Weitere Besetzungen folgten: Im Oktober 2014 besetzten Autonome die ungenutzte neuapostolische Kirche in der Braunschweiger Straße. Im April 2015 folgte eine weitere Aktion in einem Gartencenter an der Bornstraße.

Spuren an Trümmerteilen

Ob sie dafür verantwortlich sind oder nicht, kann das Landeskriminalamt in Düsseldorf klären - und zwar in einem Labor. Spezialisten müssen an den Trümmerteilen anhaftende Spuren erkennen und mit DNA der Tatverdächtigen abgleichen. Stimmen diese Spuren überein, kommt die Mordkommission einen Schritt weiter. Sie könnte damit belegen, dass die Beschuldigten die Gehwegplatten angefasst haben. Zeugen erkannten die Beschuldigten auf Fahndungsfotos der Polizei und nannten der Mordkommission schon kurz nach der Veröffentlichung der Bilder drei Namen. Ein vierter Name wurde der Polizei im Februar 2016 bekannt.

Die Staatsanwaltschaft unterstellt den Beschuldigten einen heimtückischen Mordversuch. Denn die auf der Enscheder Straße stehenden Personen hätten die von den Wurfgeschossen ausgehende Gefahr nicht erkennen und damit sich nicht schützen können. Ein Gutachten stellte fest, dass die als Wurfgeschosse genutzten Gehwegplatten geeignet gewesen wären, Getroffene zu töten.

Peter Bandermann

Kommentare
10.02.2016
19:03
Nach Mordversuch vier Dortmunder Hausbesetzer ermittelt
von bertberg59 | #2

"Eine Bewährungsstrafe schließt die Dortmunder Staatsanwaltschaft aus." Fällt nicht das Gericht das Urteil?

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Nach Mordversuch vier Dortmunder Hausbesetzer ermittelt
Nach Mordversuch vier Dortmunder Hausbesetzer ermittelt
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/mordversuch-ermittlungen-gegen-vier-hausbesetzer-id11549239.html
2016-02-09 14:05
Dortmund, Mordversuch, Hausbesetzer, Betonplatten, Autonome
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