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Landgericht

Mordprozess könnte bald zu Ende gehen

07.01.2013 | 16:42 Uhr
Mordprozess könnte bald zu Ende gehen
Der Angeklagte Dr. Martin B. mit seinem Verteidiger Rechtsanwalt Michael Bonn aus Essen.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   Im Prozess um den gewaltsamen Tod der Musikkritikerin Dr. Sonja Müller-Eisold (80) sagte am 7. Januar 2013 eine enge Freundin des Opfers aus. Was die rüstige, alte Dame sagte, das ging zu Herzen. Der Angeklagte indes machte seine Ankündigung, eine „vollständige Einlassung“ abzugeben, nicht wahr.

Wieder machte er seine Prophezeiung nicht wahr: Der wegen Mordes angeklagte Unternehmensberater Dr. Martin B. – er soll für den Tod der Musikkritikerin und früheren Kulturredakteurin unserer Zeitung Dr. Sonja Müller-Eisold verantwortlich sein – hatte für den gestrigen Tag eine „vollständige Einlassung“ angekündigt. Das Gericht hörte jedoch nur einen altbekannten Satz.

„Dazu werde ich mich zum jetzigen Zeitpunkt auf jeden Fall nicht äußern“, sagte der Mann, der die Musikkritikerin aus der Kulturszene kannte. Damit antwortete er auf die Frage des Vorsitzenden Richters Wolfgang Meyer, ob er am Abend des Tattages, dem 25. Oktober 2011, auch die Scheckkarte der 80-Jährigen an sich genommen habe. Bereits vor Monaten hatte Dr. Martin B. im Prozess behauptet, die 80-Jährige in ihrem Bungalow in Löttringhausen angeblich tot aufgefunden zu haben. Damals beendete er seine Aussage fast feierlich mit dem Satz: „Für heute möchte ich gerne an dieser Stelle nicht weitermachen.“

Gericht hält Beweisaufnahme „im großen Umfang“ für abgeschlossen

Und auch gestern wollte er zum jetzigen Zeitpunkt“ nichts sagen. Allerdings kann es sein, dass er nicht mehr lang Gelegenheit dazu hat. „Aus Sicht der Kammer ist die Beweisaufnahme im großem Umfang abgeschlossen“, erklärte der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer.

Zuvor hatte unter anderem eine enge Freundin des Opfers als Zeugin das Wort. Die 86-jährige, unglaublich rüstige alte Dame war 16 Jahre lang zusammen mit Dr. Sonja Müller-Eisold im Vorstand des Richard Wagner Vereins. Es war eine ungewöhnlich innige Beziehung, die diese beiden Musikbegeisterten verband. Und gerade weil sich die alte Dame im Zeugenstand um Sachlichkeit bemüht, gehen ihre Worte so zu Herzen. „Wir haben uns zweimal in der Woche gesehen und mehrmals miteinander telefoniert“, erzählt sie und hält einen Moment inne. Um Krankheiten, so heißt es auf Nachfrage des Gerichtes, sei es dabei nie gegangen, es habe auch keinen Anlass gegeben: „Nach vier Stunden Wagner, da hatte Dr. Müller-Eisold wohl leichte Rückenprobleme.“

Eine innige Freundschaft zweier musikbegeisterter Frauen

Eine besonders innige Freundschaft, die jäh und brutal beendet wurde – wie auch das gute Verhältnis zur Familie: „Sie erzählte mir noch, dass sie am Mittwoch ihre Enkelin einhütet, da hat sie sich so drauf gefreut.“ An jenem Tag war die 80-Jährige bereits tot. Ihr Herztod trat zwei Stunden später ein, nachdem Dr. Martin B. sie mit einem Armbrust-Bolzen beschossen haben soll – so sieht es die Anklage.

Kathrin Melliwa


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