Mitglied der „Gullydeckel-Bande“ muss ins Gefängnis
20.09.2012 | 15:46 Uhr 2012-09-20T15:46:00+0200
Dortmund. Sie warf Gullydeckel in Schaufensterscheiben, erbeutete Zigaretten im Wert von 40 000 Euro: Die Gullydeckel-Bande machte von 2008 bis 2010 das Revier unsicher. Ein Mitglied verurteilte das Landgericht zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten.
Kaum eine Tankstelle, kaum ein Drogeriemarkt oder auch Lottoladen war vor ihnen sicher: Von 2008 bis 2010 zog die „Gullydeckelbande“ durch das Revier, zerschmetterte Schaufensterscheiben und erbeutete insgesamt knapp 900 Stangen Zigaretten. In Dortmund fühlte sie sich besonders wohl, hier ließ es die Bande elf Mal krachen.
Gestern verurteilte die 39. Große Strafkammer des Landgerichtes ein Mitglied der Gullydeckel-Bande wegen gewerbsmäßigen Einbruchdiebstahls in 18 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und elf Monaten. Der ehemalige türkische Eishockey-Profi hat sowohl bei der Polizei als auch vor Gericht ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Insgesamt erbeutete die Gruppe, deren weitere Täter untergetaucht sind, revierweit Zigaretten im Gesamtwert von 40 000 Euro aus Tankstellen, Kiosken, Drogeriemärkten und Lotto-Annahmestellen. Die erbeuteten Zigaretten wurden an einen Abnehmer am Nordmarkt verkauft, im Gegenzug gab es Bargeld oder auch Drogen. „Ich brauchte das Geld für Heroin und Kokain, dafür ging alles drauf“, sagte der Angeklagte.
Angeklagter machte bei der Polizei „reinen Tisch“
Was dem Mann, der zum Teil in seiner Heimat Türkei, zum Teil in Deutschland lebte und 2007 endgültig nach Dortmund kam, einen erheblichen Strafrabatt einbrachte: Nach einem Überfall im Herbst 2010 ging der Mann aus völlig freien Stücken zur Polizei und machte „reinen Tisch“, wie es sein Verteidiger Fritz Sommer nannte. Nach einer in der Türkei arrangierten, problematischen und letztlich gescheiterten Ehe mit seiner Cousine hatte der Einbrecher sich in Dortmund verliebt – und wollte ein neues Leben anfangen.
„Ich bitte das Gericht um eine Chance“
„Ich bitte das Gericht um eine Chance, ich möchte jetzt meine eigene Familie gründen.“ Damals hatte er bei der Polizei nicht nur Mittäter genannt, sondern auch sämtliche Tatorte. Das Urteil gibt dem Mann, der bereits eine Drogentherapie absolviert hat, die Möglichkeit, die Strafe im Offenen Vollzug abzusitzen: Er kann einem Beruf nachgehen und muss nur zum Schlafen ins Gefängnis.
Gleich drei Mal schepperte es im Lottoladen an der Altenderner Straße
Zu den Taten: Der Inhaber einer Lotto-Annahmestelle an der Altenderner Straße konnte im Herbst 2010 kaum so schnell neue Scheiben einsetzen, wie sie wieder zerstört wurden. Gleich dreimal stieg die Gullydeckel-Bande hier ein, einmal allerdings ohne Beute. Unter anderem ließ sie es beim Schlecker-Markt am Körner Hellweg krachen, an mehreren Tankstellen im Westen und auch an diverse Kiosken an der Rheinischen Straße. Alle Tatorte haben gemeinsam, dass sich das „Einstiegswerkzeug“ in unmittelbarere Nähe befand. Dazu der Vorsitzende Richter Peter Windgätter: „Gibt es so viele Gullydeckel?“
14:19
once upon a time...
15:54
und ich dachte schon das Mitglied wurde verurteilt, aber nein die WAZ schreibt das Mitglied verurteilt das Landgericht ... .
Naja, deutsche Sprache - schwere Sprache ;-)
Man kann den Satz auch so herum schreiben, ist völlig korrekt.
Ergänzung - Ist halt schwer weil Nominativ und Akkusativ gleich aussehen.