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Mit dem Rad zum 8000er Gasherbrum II

13.11.2012 | 06:00 Uhr
Mit dem Rad zum 8000er Gasherbrum II
Multivision Ultratour Christian Rottenegger: 8000 km mit dem Rad, Aufstieg auf den 8000-er.Foto: Archiv : Rottenegger

Dortmund  Auf Einladung des Alpenvereins berichtet Extrem-Alpinist Christian Rottenegger in einer Multivisionsshow ab 19 Uhr bei DEW am Ostwall über seine über 8.000 Kilometer lange Radtour nach Pakistan und die anschließende Besteigung des 8000er Gasherbrum II.

Am 20. November kommt ein „positiv Verrückter“ zu uns nach Dortmund. Auf Einladung des Alpenvereins berichtet Extrem-Alpinist Christian Rottenegger in einer Multivisionsshow ab 19 Uhr bei DEW am Ostwall über seine über 8.000 Kilometer lange Radtour nach Pakistan und die unmittelbar anschließende Besteigung des 8000er Gasherbrum II. Wir sprachen mit dem Extremsportler.

Herr Rottenegger, wie und wo sind Sie zu Ihrer Wahnsinnstour aufgebrochen?

Christian Rottenegger: Wir sind anfangs zu fünft in Augsburg gestartet, darunter meine Freundin Annette Kniffler und mein Partner Andi Seiler. Wir hatten ganz normale Mountainbikes dabei. Unser Gepäck für die 94-tägige Tour hatten wir in Packtaschen dabei. Die Packtaschen wogen zwischen 18 und 30 Kilo. Wir sind nach einigen Diskussionen durch Italien, Griechenland und die Türkei gefahren und standen dann an der Grenze zum Iran.

Iran? Da braucht man doch sicher ganz schön Nerven, oder?

Rottenegger: An der Grenze ist einem erstmal ganz schön mulmig. Als wir durch den Iran radeln wollten, stellten die USA gerade ein Ultimatum. Dann ist aber alles ganz anders gekommen. Das Land war absolut phantastisch. Wir haben immer wieder unwahrscheinlich gastfreundliche Menschen getroffen, die uns von der Straße weg unbedingt auf ein Getränk eingeladen wollten. Das war eine totale Überraschung, die wir erst gar nicht glauben konnten! Gut 2.000 Kilometer ging es alleine durch den Iran. Im Schnitt schafften wir am Tag durchschnittlich rund 100 Kilometer.

Welche Etappen folgten denn anschließend?

Rottenegger: Anschließend fuhren wir durch Turkmenistan, Usebekistan, auf der klassischen Seidenstraße weiter nach Kirgisien und haben den Pamir nach Kashgar in China überquert. Der Pass war 3.600 Meter hoch.

Aber das war noch nicht die härteste Nuss für Sie, oder?

Rottenegger: Vor uns lag nun der legendäre Khunjerab-Pass nach Pakistan, über den bis dahin noch nie jemand mit dem Fahrrad gefahren ist. Wir haben bei einer Agentur für eine Riesensumme ein Permit erworben - und wurden vom Militärposten dennoch abgewiesen. Wir waren total sauer und bewegten uns nicht mehr vom Fleck. Am Ende durften wir doch durch.

Was folgte?

Rottenegger: 400 Kilometer lang ging es nach oben zur 4.700 Meter hohen Passhöhe. Dann kam die letzte Grenze und wir haben uns wahnsinnig gefreut.

Das war aber nur der erste Streich. Sie hatten ja noch mehr vor.

Rottenegger: Ja, wir wollten auf den Gasherbrum II (8037m) und trafen uns dort mit Freunden, die unsere bergsteigerische Ausrüstung dabeihatten. Leider waren in dem Jahr die Wetterbedingungen alles andere als günstig. Anders als erwartet, war ich trotz der 94-tägigen Radfahrt in einer sehr guten Verfassung. Mit meinem Bergpartner Helmut haben wir dann nach nur 13-tägigen Akklimatisierung beschlossen: Komm, wir versuchen jetzt den Gipfel!

Ihre Besucher dürfen sich also auf eine spannende Show freuen.

Rottenegger: Wir haben 5.000 Bilder geschossen und genauso viel Filme gedreht. es ist eine echte Multivisionsshow, die nie langweilig wird. Der Vortrag beginnt am 20. November um 19 Uhr im DEW-Foyer am Ostwall. Zur besseren Planung ist Voranmeldung erbeten: Ruf 544-4007.

Gerald Nill



Kommentare
13.11.2012
11:43
Mit dem Rad zum 8000er Gasherbrum II
von MaxSeidel | #1

Früher hatten die Menschen noch genug Geld um zum Himalaja zu fliegen. Aber wie man sieht - mit dem Rad geht es auch. Viele Menschen haben ja auch Zeit für solch längere Reisen, da es für sie hier eh keine lohnende Arbeit mehr gibt. (Ironie: Aus)

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