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Mit Bachelor nach Höherem streben

25.09.2012 | 07:00 Uhr
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Mit Bachelor nach Höherem streben
Nach Erreichen des Bachelors ist man noch lange nicht qualifiziert für jeden Beruf.Foto: Jakob Studnar

Dortmund. Ob und wie attraktiv der öffentliche Dienst als Arbeitgeber ist, darüber diskutieren Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen nicht erst seit gestern. Doch der im Zuge der Bologna-Studienreform standardisierte Bachelor-Abschluss ist nicht immer der Schlüssel zum Beruf. Zwar ist er nach einer Regelstudienzeit von mindestens sechs Semestern ein anerkannter akademischer Abschluss. Der höhere Dienst etwa, die höchste Laufbahn für Beamte, bleibt den jungen Akademikern jedoch damit verwehrt.

Master-Abschluss gefordert

Dies bestätigt auch Stadtpressesprecher Michael Meinders: „Für den höheren Dienst ist auch in Dortmund der Master-Abschluss obligatorisch.“ Von den 9463 Beschäftigten der Stadt Dortmund sind rund 6 Prozent im höheren Dienst tätig, davon sind 216 verbeamtet. Für den Master-Absolventen in Spe bedeutet das ein Anfangsgehalt von mindestens 3573,27 Euro plus Zuschläge, die er in der Besoldungsgruppe A 13 bezieht. Nicht verbeamtete Beschäftigte im höheren Dienst kommen immerhin noch auf 3186,61 Euro plus Zuschläge, die es als Berufsanfänger zu verdienen gibt.

Lediglich darauf spekulieren kann der Bachelor-Absolvent, der mit seinem Abschluss allenfalls in den gehobenen Dienst einsteigen kann. In der Besoldungsgruppe A 9 verdient er mit einem Einstiegsgehalt von 2307,56 Euro plus Zuschlägen lediglich rund zwei Drittel dessen, was sein Kommilitone mit dem Master-Abschluss einnimmt.

Auch bei der Polizei kommt man mit dem Bachelor nicht weiter als mit dem Abitur oder dem Fachabitur. Der Direkteinstieg zum höheren Dienst funktioniert hier über das bestandene erste und zweite Staatsexamen der Rechtswissenschaften.

Zugang erleichtern

Darüber, den Zugang zum höheren Dienst vereinfachen, denkt jetzt die Bundesregierung nach. Ein Sprecher des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teilte auf Medien-Anfrage mit, dass intern nach Ansätzen für eine Umstrukturierung des Laufbahnrechts gesucht werde. Grund dafür sei, dass der Bachelor ein vollwertiger akademischer Abschluss ist.

Stephanie Jungwirth

Kommentare
25.09.2012
17:21
Mit Bachelor nach Höherem streben
von meinemeinung47 | #5

"Für den Master-Absolventen in Spe bedeutet das ein Anfangsgehalt von mindestens 3573,27 Euro plus Zuschläge, die er in der Besoldungsgruppe A 13 bezieht. Nicht verbeamtete Beschäftigte im höheren Dienst kommen immerhin noch auf 3186,61 Euro plus Zuschläge, die es als Berufsanfänger zu verdienen gibt."

Und ich meine immer von Beamten gehört zu haben:
Beamte verdienen weniger als Angestellte, dafür haben sie eine höhere Pension!
Die obigen Zahlen beweisen doch ganz klar das Gegenteil!
Sie bekommen fast 400€ mehr Gehalt, sind unkündbar und bekommen noch eine höhere Pension!
Lügen haben kurze Beine!

1 Antwort
Mit Bachelor nach Höherem streben
von baldinsoelde | #5-1

Die recherchierten Gehaltsbeträge kann ich nicht bestätigen. Mir liegt aktuell eine Tabelle der Beamtengehälter für Landes- und Kommunalbeamte in NRW ab Januar 2012 vor.

Der Höhere Dienst beginnt mit der Gruppe A13 und da steht beim Anfangsgehalt 3234,59 € zuzüglich Zuschläge. Diese Zuschläge sind familienabhängig und müssen daher hier unbeachtlich bleiben.

25.09.2012
13:55
Wieder ein Artikel, der auf den Blödsinn dieser Reform hinweist
von M0squit0 | #4

Das zeigt doch wieder, dass nicht nur die allgemeine Wahrnehmung, in der Wirtschaft sondern auch die Regelungen für die Einstellung im öffentlichen Dienst bedeuten:

Bachelor = Vordiplom oder bestenfalls Diplom (FH)
Master = Diplom

Die unsägliche Reform hätte man sich besser gespart. Mein Bekanntenkreis ist älter, aber die paar Studenten, die ich momentan kenne, streben auch alle den Master an bzw. einige haben ihn schon. Den Bachelor kann man sich klemmen, da ist die FH-Ausbildung vermutlich sinnvoller.

1 Antwort
Mit Bachelor nach Höherem streben
von Captain_Kirk | #4-1

Leider ist das was sie schreiben die öffentliche Wahrnehmung. Ändern daran könnten nur die Politiker bzw. Universitätsrektoren etwas. Es muss mal ein klares öffentliches Statement erfolgen, wo sich Bachelor und Master genau im Vergleich zum Diplom positionieren. Leider tut das niemand. Wohl auch deshalb, weil ich vermeindlich besser ausgebildete Master-Studenten zu günstigen "Diplom-Preisen" bekommen kann, obwohl das eigentlich von der Reform so nicht beabsichtigt ist. Einfachstes Beispiel ist mein Studiengang: Bachelor 8 Semester, Master +2, also insgesamt 10 - die Regelstudienzeit des Diploms betrug vorher 8 Semester. Ergo entspricht der Bachelor dem Diplom, der Master einem noch höherwertigeren Abschluss. Leider wird in der Öffenltichkeit das Diplom selbst noch über den Master gestellt, ohne dass jemand diesen "Missstand" mal korrigiert. Aber warum auch, ist ja ein gutes Mittel um Gehälter zu drücken und das Diplom indirekt bei dem Wert zu halten, den viele für dieses einfordern.

25.09.2012
13:20
Der "Bachelor" ist so ein akademischer Abschluss ....
von Dradi | #3

.. wie die Kuh das heilige Tier im katholischen Gottesdienst. Man muss eben nur daran "glauben"! Und da sind wir Deutschen bekanntermassen ja gross drin. „Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie.“ Napoleon I. (Bonaparte, 1769-1821), Kaiser d. Franzosen

25.09.2012
09:28
Mit Bachelor nach Höherem streben
von Captain_Kirk | #2

Man wird doch von allen Seiten gezwungen den Master zu machen, weil kein Hochschulrektor und Politiker bereit ist, den Leuten (bzw. potenziellen Arbeitgebern) mal zu erklären, was der Bachelor und Master eigentlich im Verhältnis zu Magister oder Diplom ist. Fakt ist, dass in den meisten Bachelorstudiengängen eine Regelstudienzeit von 6 Semestern besteht, die Inhalte aber aus den vorherig 8-12 semestrigen Diplomstudiengängen weitestgehend übernommen wurden. De facto hat also der Bachelor den gleichen Stoff gelernt, den auch ein Diplomer vorher hatte. Nur schneller und da liegt das Problem. Das so genannte Bullimie-Lernen sorgt dafür, dass viele Absolventen mit Wissenslücken in den Beruf gehen. An vielen Stellen wird daher der Master verlangt, wo vorher Diplomer, also Leute mit geringem Studienunterschied zum Bachelor einsteigen konnten. Das Land NRW treibt es mit dem höheren Verwaltungsdienst ja noch bunter. Dort werden Leute mit verschiedenen B.Sc. und M.Sc. gar nicht erst eingestellt.

25.09.2012
08:45
Mit Bachelor nach Höherem streben
von Tommi70 | #1

So wenig Geld bekommen Bachelor-Absolventen im ÖD? Da kenne ich ja (in der IT-Branche ausserhalb des ÖD zumindest) Ungelernte mit weit höherem Einkommen. Und ausserhalb des ÖD darf man wenigstens ohne Studienabschluss oder IHK Fachinformatikerausbildung in die Nähe von Computern. Also noch ein Vorteil. :-)

Ich merke mal wieder, warum ich keinen kenne, der sich mit dem Bachelor zufrieden gibt. Die satteln *alle* den Master drauf. Auch wenn niemand den ÖD anpeilt. Scheint auch in der "freien Wirtschaft" nicht so gut anzukommen, dieser Bachelor-Abschluss.

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