Mit Bachelor nach Höherem streben

Nach Erreichen des Bachelors ist man noch lange nicht qualifiziert für jeden Beruf.
Nach Erreichen des Bachelors ist man noch lange nicht qualifiziert für jeden Beruf.
Foto: Jakob Studnar

Dortmund.. Ob und wie attraktiv der öffentliche Dienst als Arbeitgeber ist, darüber diskutieren Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen nicht erst seit gestern. Doch der im Zuge der Bologna-Studienreform standardisierte Bachelor-Abschluss ist nicht immer der Schlüssel zum Beruf. Zwar ist er nach einer Regelstudienzeit von mindestens sechs Semestern ein anerkannter akademischer Abschluss. Der höhere Dienst etwa, die höchste Laufbahn für Beamte, bleibt den jungen Akademikern jedoch damit verwehrt.

Master-Abschluss gefordert

Dies bestätigt auch Stadtpressesprecher Michael Meinders: „Für den höheren Dienst ist auch in Dortmund der Master-Abschluss obligatorisch.“ Von den 9463 Beschäftigten der Stadt Dortmund sind rund 6 Prozent im höheren Dienst tätig, davon sind 216 verbeamtet. Für den Master-Absolventen in Spe bedeutet das ein Anfangsgehalt von mindestens 3573,27 Euro plus Zuschläge, die er in der Besoldungsgruppe A 13 bezieht. Nicht verbeamtete Beschäftigte im höheren Dienst kommen immerhin noch auf 3186,61 Euro plus Zuschläge, die es als Berufsanfänger zu verdienen gibt.

Lediglich darauf spekulieren kann der Bachelor-Absolvent, der mit seinem Abschluss allenfalls in den gehobenen Dienst einsteigen kann. In der Besoldungsgruppe A 9 verdient er mit einem Einstiegsgehalt von 2307,56 Euro plus Zuschlägen lediglich rund zwei Drittel dessen, was sein Kommilitone mit dem Master-Abschluss einnimmt.

Auch bei der Polizei kommt man mit dem Bachelor nicht weiter als mit dem Abitur oder dem Fachabitur. Der Direkteinstieg zum höheren Dienst funktioniert hier über das bestandene erste und zweite Staatsexamen der Rechtswissenschaften.

Zugang erleichtern

Darüber, den Zugang zum höheren Dienst vereinfachen, denkt jetzt die Bundesregierung nach. Ein Sprecher des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teilte auf Medien-Anfrage mit, dass intern nach Ansätzen für eine Umstrukturierung des Laufbahnrechts gesucht werde. Grund dafür sei, dass der Bachelor ein vollwertiger akademischer Abschluss ist.