Ministerin Schavan besucht Biomedizinzentrum

Foto: WR/Knut Vahlensieck
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Dortmund.. Es war einer jener Glücksmomente, bei dem kreative Köpfe, Macher und Entscheider an einem Tisch sitzen und - in dem Fall moderiert von Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan - eine Aufwertung der Zahntechniker-Ausbildung beschließen.

So geschehen gestern im Biomedizinzentrum Dortmund. „Kommen Sie doch mal nach Dortmund“, hatte Handwerkspräsident Otto Kentzler die Ministerin eingeladen. Sie kam - und staunte über eines der erfolgreichsten Technologiezentren Europas. Dort, wo Wissenschaft auf möglichst kurzem Weg in wirtschaftliche Ideen, Produkte - und Arbeitsplätze mündet.

Eine von den jungen Firmen ist die Digital Dental Innovation, die mit neuen Techniken Zahnärzte und Zahntechniker - die Akademiker und die Handwerker - zusammenbringen möchte. „Nichts gegen das Handwerk!“ reagierte Kentzler reflexartig und sagte dann aber spontan eine Reform der Ausbildung, ähnlich wie bei der Orthopädietechnik zu. Ziel müsse es sein, Qualitätsprodukte in Deutschland zu fertigen - und nicht in China.

Zuvor hatte Schavan deutlich gemacht, dass es nur „Erfolgsgeschichten gibt, wo Wissenschaft und Wirtschaft zusammengebracht worden sind“. So wie im Technozentrum vor bereits 30 Jahren.

„Unser Wissenschaftssystem muss sich ändern“, forderte Schavan. Neben Forschung und Lehre müsse die Innovation im Vordergrund stehen. Damit Pannen wie bei der Erfindung des MP3-Players, der dann woanders entwickelt wurde, zukünftig vermieden werden.

TU-Rektorin Prof. Ursula Gather sicherte zu, dass sich die Uni den Zukunftstechnologien verschrieben habe. Bereits vor sieben Jahren startete die TU den bundesweit ersten Studiengang Chemische Biologie in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie. Derzeit bereiten beide Partner einen Masterstudiengang in Quantitativer Biologie vor.

Guido Baranowski, Geschäftsführer des Technologiezentrums, betonte, dass das Biomedizinzentrum erfolgreich den Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft vorantreibt. Es gebe erfolgreiche Ausgründungen.

Als Musterknabe im Biomedizinzentrum durfte das Lead Discovery Center seine Labore der Forschungsministerin zeigen. Die Ausgründung aus dem Max-Planck-Institut soll exzellente Grundlagenforschung besser ausnutzen und die Brücke zur Pharmaindustrie schlagen. Ziel ist die Entwicklung neuer Medikamente für schwere Krankheiten.