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Landgericht

Millionen versprochen und selbst reich geworden

24.09.2012 | 20:45 Uhr
Millionen versprochen und selbst reich geworden
Foto: ddp/Katja Lenz

Dortmund.   Wegen Betrugs in 33 Fällen muss sich ein 63-Jähriger vor dem Landgericht verantworten. Er gestand, Kredite in Millionenhöhe angeboten zu haben. In Erwartung des Geldsegens zahlten die Kunden dicke Abschläge – und warteten vergeblich auf ihr Geld. Mit dieser Masche ergaunerte sich der Angeklagte 328 000 Euro.

Was tun, wenn man gerne vier Millionen hätte, aber keine Bank der Welt sie einem leiht? Kein Problem, einfach Herrn Sch. (63) fragen: Jenen freundlichen Herrn mit angeblich besten Kontakten zur internationalen Finanzwelt, der sich eine goldene Nase damit verdiente, den Leuten das Blaue vom Himmel zu versprechen.

Insgesamt hat sich der gemütlich wirkende Mann satte 328.000 Euro eingesteckt. So sieht es Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll, der dem 63-Jährigen gewerbsmäßigen Betrug in 33 Fällen vorwirft. Und so sieht es im Prinzip auch Herr Sch. selbst. „Ja, natürlich. Im Großen und Ganzen stimmt das alles“ Die 33 Fälle sind nur die Spitze des Eisberges, einen Teil der Vorwürfe hat die Staatsanwaltschaft aus prozessökonomischen Gründen bereits eingestellt.

Staatsanwalt beziffert Schaden auf 328 000 Euro

Der Trick, mit dem sich der gelernte Kaufmann die 328.000 Euro einsteckte, war höchst einfach und effektiv zugleich: Er gab vor, Kredite in Millionenhöhe vergeben zu können und verlangte dafür im Voraus ein Disagio, also einen bestimmten prozentualen Abschlag. Den zahlten die Kunden ihm bereitwillig in bar, und zwar in allen möglichen Städten dieser Republik. In Stuttgart steckte sich Herr Sch. mal eben 25.000 Euro ein, in Berlin vergleichsweise bescheidene 9000 Euro.

Angebliche Kontakte zu Bank in Dubai

Insgesamt hat der 63-Jährige wegen dieser und ähnlicher Sachen schon acht Jahre in Haft gesessen. Was Herrn Sch. jedoch nicht „entmutigte“, weiterzumachen. Noch im Offenen Vollzug in Castrop, so erzählte er offen, lernte er 2001 seinen nächsten Kunden kennen. „Haben Sie eigentlich je gesagt, dass Ihre Geschäfte noch nie funktioniert haben?“, fragte der Vorsitzende Richter Michael Becker. Darauf Herr Sch. treuherzig: „Äh, nein. Aber ich hatte da doch diese Sache mit der Bank in Dubai laufen. Ich hatte das alles schriftlich, aber dann ist der Herr leider verhaftet worden.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

Kathrin Melliwa



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