Migrations-Amt in Dortmund wegen Übersetzungsfehler geräumt

Das Dekontaminations-Team untersuchte die verdächtige Flüssigkeit in Schutzanzügen.
Das Dekontaminations-Team untersuchte die verdächtige Flüssigkeit in Schutzanzügen.
Foto: Oliver Schaper
Was wir bereits wissen
Ein Behälter mit einer verdächtigen Flüssigkeit hat am Montagvormittag für eine Teil-Evakuierung des Bundesamts für Migration in Dortmund gesorgt. Ein Asylbewerber hatte den Behälter zu einem Termin mitgebracht. Als er nach dem Inhalt gefragt wurde, machte der Übersetzer einen folgenschweren Fehler.

Dortmund.. Das Migrations-Amt Dortmund wurde am Montagmorgen evakuiert. Grund war eine verdächtige Flüssigkeit in einer Flasche, die ein Asylbwerber bei sich hatte. Der Asylbewerber, der nach ersten Informationen der Feuerwehr aus Serbien kommt, war gegen 10 Uhr im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge an der Huckarder Straße vorstellig geworden, um seinen Asylantrag zu stellen. Da der Mann kein Deutsch konnte, wurde ein Übersetzer dazugeholt.

Ein rätselhaften Behälter, den der Mann dabei hatte, erregte das Interesse des Amts-Mitarbeiters. Als er fragte, was sich darin verbarg, erhielt er vom Übersetzer eine alarmierende Antwort: Es handele sich um einen chemischen Kampfstoff.

Selbstgemachtes Mittel gegen Kampfstoffe

Sofort wurde die Feuerwehr gerufen. Die rückte mit 48 Einsatzkräften inklusive eines Spezialtrupps für Dekontamination an und räumte das Bundesamt teilweise. Etwa 20 Menschen wurden laut Feuerwehr-Sprecher André Lüddecke evakuiert. Die Spezialeinheit untersuchte daraufhin in Schutzanzügen die verdächtige Flüssigkeit. Gegen 11.20 Uhr gab sie Entwarnung: Die Flüssigkeit sei ungefährlich. Damit war der Einsatz beendet.

Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr war es ein Missverständnis zwischen Asylbewerber und Übersetzer, der zu dem Feuerwehr-Großeinsatz geführt hatte. Eigentlich hatte der Asylbewerber gesagt, in dem Behälter sei eine Flüssigkeit, die einen gegen chemische Kampfstoffe schützt. Ob die selbstgemachte Mixtur tatsächlich wirkt, ist zu bezweifeln. Laut Feuerwehr sei sie höchstens "homöopathisch".