Mietervereine im Ruhrgebiet kritisieren Verhalten der LEG

Die LEG, hier ein Schild vor der Verwaltung in Düsseldorf, bringt ihr Angebot selbst mit dem Slogan gewohnt gut zum Ausdruck. Viele Mieter finden ihre Wohnsituation derzeit allerdings nicht so gut.
Die LEG, hier ein Schild vor der Verwaltung in Düsseldorf, bringt ihr Angebot selbst mit dem Slogan gewohnt gut zum Ausdruck. Viele Mieter finden ihre Wohnsituation derzeit allerdings nicht so gut.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Mehrere Mietervereine im Ruhrgebiet haben die LEG Immobilien AG in einem Brief kritisiert und mangelnde Investitionen sowie zu hohe Mieten bemängelt.

Dortmund.. Die LEG Immobilien AG hatte vergangene Woche ihre Aktionärsversammlung. Im Vorfeld, auf der Versammlung sowie im Nachgang üben Mieter eine Menge Kritik am Unternehmen. Auch der Mieterverein Dortmund beklagt mangelnde Investitionen in Instandsetzungen sowie zu hohe Mieten nach energetischen Modernisierungen.

Das "Aktionsbündnis der LEG-Mieter/innen" weist in dem fünfseitigen Schreiben auf Probleme und Missstände hin. Dem Bündnis gehören die Mietervereine aus Dortmund, Witten, Essen und Bochum sowie unter anderem LEG-Mieter aus Scharnhorst und Wickede an. In Dortmund gehören der LEG 14.000 Wohnungen.

Aktionsbündnis benennt drei Kernprobleme

Das Aktionsbündnis benennt das Aktionsbündnis in seinem Brief drei Kernprobleme:

  • die aus seiner Sicht zu geringen Investitionen der LEG für die Instandhaltung von Wohnungen,
  • dadurch auftretende Probleme in Wohnungen
  • sowie die steigenden Mieten insbesondere aufgrund energetischer Modernisierungen.

Auch mit den Auskünften der LEG zu Betriebskosten ist das Bündnis unzufrieden, zudem sieht es "Verwaltungs- und Servicedefizite". Der Brief schließt mit zahlreichen Lösungsvorschlägen und Forderungen an LEG.

"Instandhaltungsstau", "verschleppte Sanierung"

Die Autoren beklagen, dass die LEG 2014 nur 6,67 Euro/qm für die Instandhaltung ihrer Wohnungen ausgegeben habe. Im Brief ist von "Instandhaltungsstau" und "verschleppter Sanierung" sowie von "Flickschusterei" bei Modernisierungen die Rede; und davon, dass Konkurrenten wie die Deutsche Annington mehr als doppelt soviel für die Instandhaltung ausgäben.

Als Beispiel für nicht behobene Probleme schildert das Bündnis einen Fall in Dortmund-Scharnhorst: LEG-Mieter an der Max-Brod-Straße klagten seit Längerem über heiße Heizungsrohre, die die Wohnung aufheizen.

"Erhebliche Mieterhöhungen" befürchtet das Aktionsbündnis an der Friedrich-Schröder-Straße in Dortmund-Kley: Dort habe die LEG Anfang Juni die energetische Modernisierung von rund 70 Wohnungen angekündigt. Das, so der Mieterverein Dortmund, ziehe Mieterhöhungen von 1,70 bis 1,80 Euro/qm im Monat nach sich. Der Mieterverein fürchtet "immer mehr" solcher Fälle.

LEG will zuerst Brief beantworten

Immerhin, so Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund: Der LEG-Vorstand habe lokalen Mieterorganisationen als Reaktion auf den Brief inzwischen Gespräche angeboten.

Die LEG selbst äußerte sich am Montag auf eine Anfrage dieser Redaktion noch nicht inhaltlich. Man wolle, so teilte ein Sprecher mit, "zunächst den Brief des Aktionsbündnisses beantworten". Die Antwort werde Ende dieser, Anfang nächster Woche versandt.